Leider konnten mich die Sündenmagier nicht ganz mitreißen
Dieses Zitat sowie der Klappentext haben mich beim Kauf des Buches gepackt und überzeugt und ich hatte mit dementsprechend großen Erwartungen angefangen zu lesen. Der Einstieg der Geschichte, das Worldbuilding und die Idee dahinter in einer Welt ohne jegliche Art von Sünde zu leben, hat mir sehr gut gefallen und auch die Protagonistin Kaya, aus deren Sicht wir die Story miterleben und die damit aufwuchs stets dem Pfad der Tugend zu folgen, konnte mich überzeugen. Ich war gespannt wie sich die Geschichte weiterentwickeln würde, doch mit jedem weiteren Band der folgte, hat das Storytelling für mich immer mehr nachgelassen und viele wichtige Figuren wirkten auf mich blass und wenig überzeugend, während anderen Nebenfiguren gefühlt mehr Beachtung geschenkt wurde.Diese Ausgabe der Sündenmagierreihe ist ein Sammelband der Trilogie (und ich möchte nicht unerwähnt lassen, wie wunderschön das Cover und der Farbschnitt vom Drachenmondverlag ausgefallen ist) sodass man alle drei Bände hintereinander lesen kann. Doch wie gesagt, nahm der Handlungsbogen mit jedem Band immer mehr ab und ich kann immer noch nicht nachvollziehen, warum sich die Protagonistin Kaya in den Love Interest Caden Nox, Sündenmagier und König der Unterwelt von Virtue, verliebt hat. Denn besonders seine Figur erschien mir wenig ausgefeilt und zu blass, vor allem aber auch weil er Kaya mehr als einmal verrät und das nur immer wieder um sie zu beschützen. Obwohl Kaya mehrmals betonte, dass sie nicht seinen Schutz bräuchte und viel lieber mit ihm gemeinsam gegen das tyrannische Regime kämpfen würde. Und das habe ich mich mehrmals gefragt, warum Caden nicht ihre innere Stärke endlich anerkennt und sich die zwei nicht zusammentun, um ein Team, eine Einheit zu bilden und so mehr Momente des Näherkommens zwischen den beiden zu schaffen. Warum war das nicht möglich? Warum musste Kaya immer von einen Ort zum nächsten Wechseln - Palast, ihre Wohnung, das verruchte East End, Cadens Wohnung, wieder der Palast, wieder zurück ins East End - nur um immer wieder von Caden zurückgewiesen zu werden? Ich konnte so zu Caden, dem Love Interest, keine wirkliche Leser-Figuren-Bindung aufbauen und am Ende von Buch zwei war ich dementsprechend auch nicht traurig oder erschüttert, als Kaya eine schlimme Nachricht über Caden erreichte. Nur einmal konnte ich Caden recht geben, als Kaya zu ihm sagte: "Ich liebe dich, verdammt nochmal!" Und er darauf antwortete: "Aber warum?" Ja, warum!? Das habe ich mich mehrmals gefragt. Da hatte ich viel eher Sympathie zu dem Kontrahenten Aspen aufbauen können und wünschte mir sogar insgeheim, dass Kaya ihr Herz doch noch für ihn öffnet.Auch ist mir der Antagonist wenig facettenreich rübergekommen. Er war einfach nur "böse" und machtgierig, aber was genau hinter diesen Absichten steckte, blieb unbeantwortet. Auch er erschien mir in seiner Rolle zu verblasst. Zudem ist mir aufgefallen, dass sich bei der Autorin irgendwie immer ein gleiches Schemata abzeichnet, was die Antagonisten angeht: Der Vater der Protagonisten ist eine mächtige, adlige Person, der wenig für sein eigenes Kind übrig hat. Das war bei Feye und ihrem Vater, dem Feenfürst im "Spiel der vier Farben" so, beim Eisprinzen und seinem Vater in "Ein Herz aus Eis und Schnee" ebenfalls und setzt sich nun auch hier in "Magic of Sins" bei Kayas Vater fort. Ich bin mal gespannt, ob es sich bei den anderen Büchern der Autorin genauso verhält.Auch hätten noch viel mehr gemeinsame Momente zwischen Kaya und Caden entstehen können, wenn sie zusammen mit ihm an ihren Sündenmagierfähigkeiten trainiert hätte. Noch am Ende von Buch eins konnte sie diese kaum kontrollieren, doch - zack - direkt in Buch zwei war das überhaupt kein Thema mehr.Kurzum steckt in "Magic of Sins" eine tolle Idee und viel Potenzial, das leider nicht wirklich ausgeschöpft wurde und wo mich die Begeisterung beim Lesen leider nach und nach verlassen hat. Trotzdem eine gut durchdachte Idee im weit angelegten Bereich des Genre Fantasy und deswegen gibt es von mir gerade noch drei Sterne.