Das Setting war eigentlich ganz nett, und auch der Fall war interessant, die Umsetzung war in meinen Augen aber leider eher durchwachsen.
Worum geht's?Emma Klar, Privatermittlerin und Mitarbeiterin des LKA, wird mit der Suche nach einer entflohenen Mörderin beauftragt. Eigentlich sollte der Auftrag schnell erledigt sein - doch dann stoßen Emma und ihre Mitstreiter auf die Spur verschwundener Frauen aus dem Obdachlosenmilieu, und schnell wird klar, dass das wohltätige Umfeld des Mordopfers nicht ganz so reinen Gewissens ist, wie es zunächst scheint.Meine MeinungBei diesem Buch bin ich leider im Nachhinein noch ein wenig zwiegespalten, was meine Bewertung angeht, was ich angesichts des eigentlich tollen Settings wirklich schade finde. Insbesondere die Figuren waren für mich aber leider nicht so wirklich überzeugend, was es schlussendlich sehr schwer für mich gemacht hat, die Handlung mit Begeisterung zu verfolgen.Die Ostsee als Handlungsort gefällt mir eigentlich immer gut, insbesondere wenn eine gewisse Dynamik gegeben ist und es wie hier um viele verschiedene Orte des Geschehens geht. Auch den Schreibstil mochte ich zu Beginn der Geschichte noch recht gerne, je weiter die Handlung dann jedoch voran geschritten ist, desto größer wurden meine Probleme mit dem Buch.Besonders gestört hat mich dabei vor allem die Angewohnheit der Figuren, ihre Handlungen und Gedanken während des Geschehens zu reflektieren. Dem Leser so jeglichen Interpretationsspielraum zu nehmen ist zwar heutzutage gar keine so unübliche Praxis, schön gemacht finde ich das allerdings nicht. Darüber hinaus finde ich es absolut nicht authentisch, dass die Figuren zu jeder Zeit darüber nachdenken und dann auch ausformulieren, was sie in ihrem Alltag gerade tun oder noch vorhaben, während nicht einmal alles davon wirklich relevant für das Fortschreiten der Handlung ist.Hinsichtlich der Geschichte an sich hatte ich nach knapp der Hälfte dann leider auch Schwierigkeiten damit, interessiert am Ball zu bleiben. Die Vermisstenfälle haben mich zwar grundsätzlich interessiert, wirklich gefallen hat mir die Ermittlung dann aber leider nicht. Die meisten Ermittlungsfortschritte werden zwar erklärt, wie genau man aber an Informationen und Zusammenhänge gekommen ist, wird immer vage gelassen - was einerseits logisch ist, da es in der Realität unmöglich wäre, polizeiliche Ermittlung auf Basis illegaler Handlungen durchzuführen und so einen Fall dann erfolgreich vor Gericht zu bringen, andererseits hatte ich so aber den Eindruck, dass hier vor allem Glück und weniger ordentliche Ermittlungsarbeit zum Erfolg geführt hat.Besonders gestört hat mich daher ehrlich gesagt auch das Ende, da die Auflösung für mich leider etwas zu sehr an den Haaren herbeigezogen gewirkt hat. Unerwartete Wendungen mögen sicherlich einen gewissen Reiz haben, wenn man aber wie hier plötzlich eine tatverdächtige Figur auftauchen lässt, die die gesamte Geschichte über gar keine Rolle gespielt hat, dann geht bei mir in dem Moment aber leider einfach zu viel Interesse verloren, um noch wirklich begeistert zu sein.FazitAuch wenn es sicherlich seine Berechtigung hat, dass die Reihe mittlerweile zehn Bände umfasst, konnte mich das Buch insgesamt leider nicht überzeugen. Weder die Figuren, noch die Ermittlungsarbeit waren in meinen Augen besonders gelungen, was es mir insgesamt sehr schwer gemacht hat, mich beim Lesen wirklich für die Geschichte zu begeistern.Dafür gibt es knappe drei Bücherstapel von mir.