Knapp noch 4 Sterne
Auf einem Pan-American-Linienflug zwischen Southampton und NewYork, einem der aufgrund des Kriegsausbruch letzten der erst im Sommer 1939 eröffneten Fluglinie, treffen sich eine Schar illustrer Passagiere. Da ist die adlige Familie Oxenford, die aufgrund deutlicher Sympathien mit dem Nationalsozialismus und dadurch drohender Verhaftung Hals über Kopf England verlässt. Da ist Diana Lovesey, die mit ihrem Liebhaber Mark Alder das weite aus einer einengenden Ehe sucht. Der Filmstar Lulu Bell ist auf der Rückreise nach Amerika. Der mit Begleitung reisende aus Deutschland geflohene Atomwissenschaftler Carl Hartman ist an Bord, ferner Peter Black, der gerade seine Schwester Nancy aus der Firma ausgebootet hat, der Kleindieb Harry Marks, der vor einer Verhaftung geflohen ist ¿ und, was keiner ahnt, der verhaftete Gangster Frank Gordon nebst seinem Bewacher. Was auch keiner ahnt, ist, das ein weiterer Fluggast, Tom Luther, den ersten Ingenieur Eddie Deakin in der Hand hat und erpresst. Wird der Flug planmäßig in NewYork ankommen?Wer dieses Buch liest, muss, will er nicht enttäuscht werden, wissen, worauf er sich einlässt. Es handelt sich nämlich nicht in erster Linie um einen Thriller um eine Flugzeugentführung, dafür nehmen die Beschreibungen der Charaktere und deren Probleme zu viel Raum ein. Bisweilen, wenn man ein neues Kapitel anfängt, ertappt man sich sogar manchmal zu denken: ¿Nicht schon wieder dieses Problem!¿In der Tat erinnert der Roman eher an einen klassischen Hitchcook aus den 50er Jahren. Die Beweggründe der Passagiere, das Flugschiff oder Clipper zu benutzen, um England schnellstmöglich zu verlassen und das Dilemma, in dem sich einige befinden und das zum Treffen von Entscheidungen geführt werden will, sind ein großes Dauerthema, die Erpressung und deren Folgen nehmen eher eine untergeordnete Rolle ein. Erst auf den letzten 50 Seiten überschlagen sich die Ereignisse. Weiß man das und ist gewillt, sich darauf einzulassen, liest sich das Buch aber durchaus flüssig und hat auch spannende Momente. Für mich reicht es zwar nicht an Folletts große Romane heran, aber es macht auch mal Spaß, einen anderen Follett zu lesen. Ich würde zwar knapp aber doch 4 Sterne vergeben.