Eine ungewöhnliche Mischung aus ernster Thematik, Humor und liebenswerten Figuren.
Schon die Grundidee dieses Romans ist alles andere als gewöhnlich. Eine Frau plant ihren Suizid und verfasst Abschiedsbriefe an die Menschen in ihrem Umfeld. Damit greift die Geschichte ein schweres und sensibles Thema auf, das nicht leicht zu erzählen ist.Besonders beeindruckt hat mich, dass es der Autorin gelingt, trotz dieser ernsten Ausgangslage immer wieder humorvolle Momente einzubauen. An mehreren Stellen musste ich schmunzeln und genau dieser Wechsel zwischen Ernst und Leichtigkeit macht einen großen Teil des besonderen Charmes der Geschichte aus.Die Abschiedsbriefe selbst hatten für mich allerdings noch etwas ungenutztes Potenzial. Hier hätte ich mir stellenweise mehr Biss, mehr Frechheit und etwas mehr Mut gewünscht. Gerade bei einigen Figuren hätte das für zusätzliche Dynamik sorgen können.Etwas genervt hat mich außerdem die Beziehung der Protagonistin zu ihrer Mutter. Deren Verhalten empfand ich häufig als ungerecht und anstrengend. Umso mehr wünschte ich mir beim Lesen, dass sich die Protagonistin endlich klarer abgrenzt und für sich selbst einsteht.Trotz dieser Kritikpunkte habe ich das Buch gerne gelesen. Die Figuren sind sympathisch, die Geschichte ist unterhaltsam und die Autorin beweist viel Geschick darin, aus einer schwierigen Thematik einen Roman zu machen, der nicht nur nachdenklich stimmt, sondern auch immer wieder für kleine humorvolle Momente sorgt.Insgesamt hat mir das Buch einige vergnügliche Lesestunden beschert und mich gut unterhalten.