Nette, süße und kurzweilige Grumpie vs. Sunshine-Romance in einem cosy Kleinstadtsetting.
Über "Meet me in Autumn¿ von Laurie Gilmore habe ich seit der deutschen Veröffentlichung im August 2024 zwiespältige Meinungen wahrgenommen. Ich wollte mir nun endlich aber ein eigenes Bild machen und habe mich mit dem Hörbuch befasst.Intro:"Meet me in Autumn¿, besser bekannt unter dem englischen Titel "The Pumpkin Spice Cafe¿, war im englischsprachigen Raum ordentlich gehyped gewesen. Hierzulande konnte sich allerdings die absolute Begeisterung nach der Veröffentlichung der deutschen Ausgabe nicht lange halten. Doch woran hat es gelegen? Waren die Figuren zu flach? War inhaltlich zu wenig los und somit die Geschichte zu langweilig? Hat es zu wenig Spice gegeben? Die Meinungen liefen in sehr verschiedene Richtungen und die Aufregung sank recht zügig. Mir selbst begegnete das Buch seit der Veröffentlichung in regelmäßigen Abständen und trotz der widersprüchlichen Feedbacks hielt sich die Neugier beständig. Also wagte ich es nun im Februar und widmete mich dem Hörbuch.Zur Handlung:Jeanie wagt nach einer schmerzvollen Trennung den Sprung ins kalte Wasser und übernimmt in Dream Harbor das "The Pumpkin Spice Cafe¿ ihrer Tante, die sich selbst in den Ruhestand versetzt hat und auf Weltreise begibt. Kaum in der Kleinstadt angekommen, befindet sie sich bereits als Mitglied im ortsansässigen Buchclub und wird zum Interesse des gut aufgestellten Netzes für Klatsch und Tratsch. Logan, der lieber für sich allein ist und abgeschieden auf der Farm arbeitet, kann mit dem ständigen Getuschel nichts anfangen und würde auch der quirligen jungen Frau, die seine alltägliche Routine durcheinander bringt und ihn mit ihrer Aufgeregtheit irritiert, am liebsten aus dem Weg gehen. Wären da nur nicht die Umstände, dass er der Obst- und Gemüselieferant für das Cafe ist, sie wegen geheimnisvoller nächtlicher Geräusche Hilfe benötigt und es ihm allgemein mit ihrer lebhaften, fröhlichen und unbekümmerten Art so schwer macht...Die Figuren:Die beiden Protagonisten wurden lebendig ausgearbeitet und agierten zumeist authentisch. Allerdings muss ich sagen, dass es mir hier und da ein wenig an Tiefe und Emotionalität fehlte, um sie richtig perfekt fühlen und mit ihnen mitfiebern zu können. Jeanie ist eine überaus lebhafte, redselige junge Frau, die mit ihrer offenen Art die sogenannten "Türen einrennt¿. Ich kann nicht so ganz präzise beschreiben, was ich bei ihr fühlte. Ich mochte irgendwie ihr fröhliches und zugängliches Wesen sehr, und würde mir sogar selbst wünschen, nur ein kleines Fünkchen davon selbst in mir zu tragen. Dennoch fand ich es manchmal etwas anstrengend und irgendwie zu überspitzt gezeichnet.Logan dagegen ist ein ruhiger Typ, der sich aus allem raushalten will und seine Zeit lieber mit seinen Tieren auf der Farm verbringt. Jeanies einnehmende Art überrumpelt ihn regelrecht, reißt ihn gewissermaßen mit sich, und bringt dabei Erinnerungen und Ängste hervor, an denen er Zeit seines Lebens nie mehr rühren wollte. Bei ihm konnte ich besser in die Tiefen seiner Seele und seines Herzen blicken. Sämtliche Nebenfiguren wurden ihren jeweiligen Rollen und Aufgaben entsprechend gut dargestellt und beschrieben, sodass ein aktives und lebendiges Kleinstadtgefüge entstanden ist.Der Schreibstil:Laurie Gilmore hat einen leicht verständlichen und flüssig zu lesenden Schreibstil. Ich bin jederzeit wirklich gut in der Geschichte zurechtzukommen. Die Handlung ist schlüssig und der rote Faden uneingeschränkt nachvollziehbar. Jeanie und Logan fühlen sich von Beginn an stark zueinander hingezogen, wenngleich ihre Verbindung von einigen "Ups and Downs" geprägt ist. Die schwankenden Emotionen der beiden sind recht gut transportiert worden, so dass ich diese nachempfinden konnte, auch wenn sie bei mir nicht in die absolute, Herzklopfen verursachende Tiefe gingen.Das Maß an spicy Szenen war meines Erachtens ausgewogen. Ich persönlich benötige diese aber grundsätzlich nicht unbedingt, um ein volles Lesevergnügen empfinden zu können.Das herbstliche Kleinstadt-Setting ist bildhaft gezeichnet worden und verfügt über eine cosy Aura, die der Umgebung einen gewissen Charme verleiht. Für mich hätte es diesbezüglich sehr gern noch ein klein wenig ausgeschmückter sein dürfen, um so richtig in die vollste Gemütlichkeitsstimmung zu kommen. Dennoch entstand beim Lesen fraglos ein heimeliges Gefühl, dass mich durch das Buch begleitete.Fazit:"Meet Me in Autumn¿ von Laurie Gilmore ist eine nette, süße und kurzweilige Grumpie vs. Sunshine-Romance in einem cosy Kleinstadtsetting, die mir trotz kleinerer Hürden recht gut gefallen und mich durchaus zufrieden zurücklässt.