Dorian lebt in der Schweiz mit seinem Freund Sandro zusammen. Während Sandro allerdings mit MSF im Kongo im Einsatz ist, steht ein fremdes Ehepaar in der gemeinsamen Wohnung und werfen Dorian kurzerhand raus. Niemand will ihm sagen, was mit seinem Freund passiert ist. Ob er noch lebt oder wo er genau ist. Sandros Mutter versucht ihn sogar mit Geld abzuspeisen. Also beschließt er, das Geld zu nehmen und auf eigene Faust nach seinem Freund zu suchen. Als Guide begleitet Ayo Müller ihn über die ruandische Grenze in den afrikanischen Urwald. Doch das ist nicht die einzige Grenze, die überquert wird.
Bisher kannte ich nur die Brutally Urban-Reihe des Autors und war gespannt, wie sich diese Gay-Romance lesen wird. Und war überrascht, habe mehrfach laut gelacht und am Ende mitgelitten. Marc Weiherhof versteht es wirklich gut, seine Leser mit Worten in die Geschichte völlig eintauchen zu lassen.
Dorian als Protagonist, der mit seiner Designertasche und den pinken Glätteisen im Kongo absolut fehl am Platz wirkt und dann doch noch über sich hinauswächst. Ayodele Weayaya Müller, der grumpy-Part, der dann doch noch seine warmherzige Seite durchscheinen lässt und sich damit gegen das Verbot der Homosexualität stellt. Auch Nebenfiguren wie Leon, der Dorian zur Seite steht und vor Sorge fast umkommt oder Sandros Mutter, der Fassade wichtiger ist als alles andere - alle werden sehr gut dargestellt und füllen den Roman aus.
Die Kapitel sind gut strukturiert und damit auch gut zu lesen, die Thematik gut umgesetzt und das Cover trifft sowohl das Genre Gay Romance als auch das Thema des Romans.
Schreibstil 5 (5), Charaktere 5 (5), Dialoge 5 (5), Plot 5 (5), Struktur 5 (5),
Atmosphäre 5 (5), Technische Qualität 5 (5), Originalität 5 (5), Emotionale Wirkung 5 (5)
Gesamtwertung: 45 (45)