Der letzte warme Oktobertag im Seebad Binz auf der Insel Rügen. Drei Freundinnen, alle jenseits der siebzig, finden bei ihrem Morgenspaziergang am Strand eine Leiche im flachen Wasser der Ostsee. Genau genommen findet sie Anton, der Dackel von Ursula. Der Tote ist ein lokal berühmter Maler und für die Polizei ist sofort klar, dass es sich um einen Suizid handelt.
Davon ist das Damentrio allerdings nicht so ganz überzeugt. Ihr kriminalistischer Spürsinn ist geweckt und sie beginnen, auf eigene Faust nach dem Täter zu suchen. Bei ihren Ermittlungen stoßen sie nicht nur auf Ungereimtheiten, auch ungeklärte persönliche Dinge aus ihrer Vergangenheit spielen eine Rolle.
Ich brauchte einige Zeit, um mit der Geschichte warm zu werden. Für einen Krimi passte der Erzählstil nicht so ganz und Spannung wollte auch nicht so richtig aufkommen. Deshalb legte ich das Buch einige Tage zur Seite. Als ich weiterlas, verabschiedete ich mich von der Vorstellung einen Krimi zu lesen und stellte mich auf eine ruhige und unterhaltsame Geschichte über das Leben drei älterer Frauen ein.
Diese Taktik hat funktioniert. Mit neuem, offenem Blick konnte ich mich auf die Gedankengänge der Freundinnen einlassen. Je mehr man als Leser über die jahrzehntelange Freundschaft und die Geheimnisse der gemeinsamen Vergangenheit des Trios erfährt, desto interessanter und zugänglicher erscheinen die Personen. Das Thema Älterwerden und die damit verbundenen Schwierigkeiten spielt dabei natürlich eine große Rolle und wird nicht ausgeklammert.
Die Charaktere der drei Protagonistinnen sind gut ausgearbeitet. Dem Autor gelingt es, jeder Figur eine eigene Persönlichkeit zu geben und sie dadurch dem Leser näher zu bringen.
Auch die Schauplätze sind so bildhaft beschrieben, dass ich sie mir gut vorstellen konnte.
Saisonende war für mich eine unterhaltsame, manchmal melancholische Geschichte, bei der Freundschaft, Menschlichkeit und Zusammenhalt im Vordergrund stehen. Der Krimiaspekt ist ein Teil davon aber nicht der Wichtigste. Den Detektivseniorinnen gelingt es übrigens, den Mörder des Malers zu überführen.
Beim Lesen dachte ich immer wieder über mein eigenes Leben nach und suchte nach Parallelen zu den drei Freundinnen. Diese Vorgehensweise ist naheliegend, da ich mich fast in deren Alter befinde.
Mein Fazit:
Auch wenn man anfangs Schwierigkeiten mit der Geschichte hat, lohnt es sich dranzubleiben. Mit neuem Blickwinkel öffnen sich andere, unerwartete Sichtweisen und auch an den etwas gewöhnungsbedürftigen Schreibstil wird man klarkommen.