Drei Freundinnen am Meer auf Rügen. Alle über 70, vom Leben gezeichnet. Die eine mehr, die andere weniger, aber die drei eint eine Gemeinsamkeit. Das erfährt die Leserschaft pö-à-pö im Verlaufe dieser sehr leise erzählten Geschichte. Die eine von ihnen, besser gesagt, deren Hund, findet beim Gassigang eine Leiche am Strand. Was die drei Freundinnen umgehend zur intensive Analyse der Umstände antreibt, denn wer eine Leiche findet, gerät ins Visier der Ermittler und das gilt es wo weit möglich zu vermeiden. Es sieht für den Kommissar und die Kollegin nur oberflächlich wie ein Suizid aus, denn da liegt ein Stein neben dem Toten, der eine Kopfwunde hat. Hat ihn jemand niedergeschlagen oder ist er ausgerutscht und unglücklich gestürzt? Und liegt der Tote nicht zu ordentlich zurechtgelegt da? Ein Stück Papier in der Hosentasche gibt nur noch verlaufene Tinte her, aber die Untersuchung ergibt dennoch eine Abschiedsbrief her, der die Reue über früheres Unrecht offenbart. Die Akte wird frühzeitig geschlossen. Das lässt die drei Freundinnen nicht ruhen, die mehr zu wissen glauben, als sie preisgegeben haben. Das und das weitere Geschehen werden in präzisen Schnitten zerlegt, fein säuberlich seziert. Immer wieder die Gedanken der Frauen, aber auch des Kommissars genauestens unter die Lupe genommen und hinterfragt, Immer wieder und immer wieder. Vieles wiederholt sich, Gedankengänge, zurückgehaltene Meinungen, Gefühle und nicht zugelassene solche. Fast immer wörtlich. Das irritiert. Das Ganze ist mehr eine Analyse der Personen, ein Aufarbeiten und gleichzeitig Zudecken einer früheren Tat, hinter der der Tote fast ein wenig zurücktritt. Der Sprachstil ist gewöhnungsbedürftig. Aber das Gewöhnen gelingt. Manche Sätze kommen einem unsinnig, aber gleichzeitig poetisch vor. Ein Buch, das man langsam lesen muss, da gelingt kein Darüberhinwegfliegen. Es würde zu viel verloren gehen. Die Bewertung liegt zwischen drei und vier Sternen.