Leona ist Gerichtsmedizinerin und als sie von ihrem Chef zu einer Autopsie gebeten wird, ahnt sie noch nichts Böses. Sie hat schon von einer Toten auf dem Wanderweg in der Nähe von Vitt gehört und so geht sie zur Autopsie. Doch was sie dort sie lässt sie erschrecken, denn die Tote sieht genauso aus wie sie und hat auch einen Leberfleck an der gleichen Stelle. Sie ist geschockt, denn sie wusste nicht, dass sie eine Zwillingsschwester hatte. Doch die DNA-Proben beweisen, dass das ihre Schwester war. Sie macht sich auf, um zu erkunden, wie das denn sein kann, dass sie von der Existenz ihrer Schwester nichts wusste. Sie muss tief in der Vergangenheit wühlen, um Näheres zu erfahren. In der Zwischenzeit gibt es eine weitere Tote auf Rügen und sie fragt sich, ob die beiden Fälle etwas Gemeinsames haben.
Der Rügenkrimi Inselschwur von Maren Schwarz ist einer von mehreren Bänden, die auf der Insel Rügen spielen. Das Cover dieses Krimis holt mich als Leser ab, um auf der Insel anzukommen. Eine wunderschöne Aussicht auf die Kreidefelsen der Insel. Die Geschichte ist mehrteilig, da sie auf der einen Seite tief in die Geschichte der ehemaligen DDR eintaucht und ein sehr sensibles, aber authentisches Thema, aus der Zeit aufgreift. Aber es gibt auch noch einen zweiten Erzählstrang, der sich mit einem ebenso authentischen Thema befasst. Hier geht es dann um sehr persönliche Belange. Ich kann mir den Schock der Gerichtsmedizinerin Leona gut vorstellen, wie sie bei einer Autopsie in ihr eigenes Gesicht schaut. Interessant ist wie sie sich auf den Weg in die Archive macht, um ihre eigen Wahrheit zu finden und ihre Familienverhältnisse zu klären. Diesen Erzählstrang finde ich sehr interessant und ich hatte auch schon einiges davon gehört. Wie die Autorin den zweiten Strang in die Geschichte einwebt, ist spannend, denn oberflächlich haben die Fälle nichts miteinander zu tun. Es ist schon sehr geschickt, wie sie diese Fäden webt und daraus einen guten Spannungsbogen hinbekommt und auch eine romantische Geschichte nicht aus den Augen verliert. Die Sprache ist sehr sachlich mit vielen emotionalen Momenten gespickt.
Ich finde die Themen, die in diesem Krimi behandelt werden, sehr interessant und spannend. Manchmal erscheint mir die Sprache zu sachlich und auf dem Weg durch die Archive, war es nicht immer unterhaltsam. Unter dem Strich finde ich diesen Krimi aber schon lesens- und empfehlenswert, da die Themen sehr wichtige sind.