Grazer Stiche ist ein typisch österreichischer Krimi mit viel Grazer Atmosphäre, starken Figuren und einem Ende, das mich wirklich sprachlos zurückgelassen hat.
In Graz wird der bekannte Tätowierer Harry Skinpainter tot in seinem Studio aufgefunden, ohne Anzeichen von Fremdeinwirkung, aber mit einem frisch gestochenen Tattoo auf der Hand. Kommissarin Marlene Kranz übernimmt die Ermittlungen und entdeckt schnell, dass der Verstorbene viele Feinde hatte und in sozialen Medien kontrovers diskutiert wurde und ausgerechnet ihr eigener Sohn Jannik hatte am Tatabend einen Termin bei ihm.
Marlene arbeitet wieder präzise und mit einem klaren Blick für Details. Doch dieser Fall fordert sie nicht nur beruflich, sondern wir begleiten sie auch in ihren psychotherapeutischen Sitzungen. Diese Passagen bilden einen spannenden Kontrast zur Ermittlungsarbeit und geben Einblick in ihre Vergangenheit, ihre Zweifel und ihre inneren Konflikte. Dadurch bekommt der Krimi eine zusätzliche, persönliche Ebene, die mich besonders gefesselt hat.
Nicht zu vergessen: die eingestreuten Weisheiten der verstorbenen Nonna. Diese Momente sind einfach herrlich. Sie geben Marlene Halt und sorgen für diese ganz besondere Note, die mir immer wieder ein Schmunzeln ins Gesicht gezaubert hat.
Das restliche Team: Johannes (ich bin sehr gespannt, ob sich zwischen ihm und Marlene etwas ergibt) und Branner, jeder ein Charakter für sich und unersetzbar.
Ich hatte ständig das Gefühl, mitten in Graz zu stehen, das Lokalkolorit ist Mega, diese typisch österreichische Grundstimmung, dieser spezielle Mix aus Ernst, Schmäh und leiser Melancholie, zieht sich durch den gesamten Roman und hat mir tolle Lesestunden geschenkt.
Fazit:
Wer Krimis mit Charakter, Dialekt, Lokalkolorit und überraschendem Finale liebt, sollte hier unbedingt zugreifen. Ich bin jedenfalls mehr als gespannt, wie es mit Marlene weitergeht.