
In einer Welt, in der Nachhaltigkeit zunehmend zum entscheidenden Erfolgsfaktor wird, müssen Unternehmen und Führungskräfte ihr Verständnis von Nachhaltigkeit vertiefen, um erfolgreich zu sein. Dieses Buch geht einen neuen Weg, in dem es Nachhaltigkeit und Neurowissenschaften verbindet und grundlegende Transformationen möglich macht. Es untersucht, wie unsere Emotionen und kognitiven Verzerrungen unser Denken und Handeln im Bereich Nachhaltigkeit beeinflussen. Maria Hoffacker zeigt, wie wir unsere Glaubenssätze und unser Mindset ändern können, um nachhaltiges Handeln zu fördern. Ihr Buch bietet Maßnahmen, Strategien und Werkzeuge, um Organisationen dabei zu unterstützen, ihre Mitarbeitenden für Nachhaltigkeit zu begeistern und eine umweltbewusste Unternehmenskultur zu schaffen.
Inhalte:
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Besprechung vom 22.09.2025
Mit Elan gegen Ökokrisen
Ein interdisziplinärer Leitfaden für Unternehmer
Als Maria Hoffacker begonnen hat, ihr Buch "Nachhaltigkeit beginnt im Kopf" zu schreiben, war die Welt eine andere. Noch immer wehte etwas vom Geist der Fridays for Future durch die Straßen. Es schien Konsens, dass die Klimakrise eine riesige gesellschaftliche Aufgabe ist. In den USA regierte Joe Biden, der mit dem Inflation Reduction Act eine Energiewende auf pragmatische Weise anstrebte. Seither hat sich einiges geändert. Den Kampf gegen ESG (Umwelt, Soziales, gute Unternehmensführung) in Amerika haben vorerst die Autoritär-Konservativen der MAGA-Bewegung für sich entschieden. In Deutschland werden unter dem Stichwort Bürokratieabbau Teile des europäischen Green Deal und der deutschen Energiewende infrage gestellt. Ein Buch, das beabsichtigt, in der Nachhaltigkeit weiter zu kommen als bisher, das Grenzen überwinden und Denkmuster offenlegen will, um Geschäftsmodelle von Mittelständlern und Konzernen stärker in Einklang mit Natur, Klima und dem Gebot der Stoffkreisläufe zu bringen, liest sich also unter anderen Vorzeichen als bei seiner Konzeption.
Das führt bisweilen zu kleinen Irritationen, weil die optimistische, mitreißende und von der Sache eingenommene Biologin, Theologin, Pädagogin und Expertin für Neurowissenschaften ihre Leser (vom ersten Moment an per du) auf eine Weise anspricht, als könne kein Zweifel an ihrem Ziel sein. Adressaten sind Unternehmenslenker, aber auch alle, die ein Interesse haben, Organisationen den Schwung zu vermitteln, der in dem Buch steckt.
Der Untertitel "Die Macht der Hirnforschung für die Unternehmenskultur nutzen" deutet die Interdisziplinarität ihres Projekts an. "Es ist praxisnah, transformierend, direkt anwendbar und umsetzbar", verspricht sie. Unternehmer und Führungskräfte sollen sich als Gestalter einer zukunftsfähigen Welt verstehen. Dazu brauchten sie die Bereitschaft, ihre Denkweise zu ändern. Und es stimmt: Was sie auf 245 Seiten an Konzepten, Handreichungen und Übungen ausbreitet, ist praxisnah und wissenschaftlich fundiert.
Am meisten Spaß macht das viele Abfallwissen, das sie besonders im Abschnitt über die Neurobiologie von Nachhaltigkeit ausbreitet. Sie streift Projekte über britische Taxifahrer, deren Gehirne durch die Merkleistung womöglich weniger Alzheimerrisiko haben. Sie empfiehlt Methoden, wie sich die linke und rechte Gehirnhälfte vernetzen lassen, landet mehrfach bei Albert Einstein und seinen Erkenntnissen über sich selbst. Und sie geht auf die Rolle der Gefühle ein. "Wenn wir also andere Verhaltensweisen z. B. als Antwort auf den Klimawandel erreichen sollen, brauchen wir entweder grundlegende positive Emotionen oder ermöglichen neue reflektierte kognitive Handlungen", schreibt sie.
Manchmal driften ihre Ausführungen ins Esoterische ab, in der Gesamtschau der Instrumente ist sie nicht frei von Binsenweisheiten. Davon abgesehen ist es kein Buch zum Überzeugen, sondern für latent Überzeugte. In Unternehmen kommt diese Rolle Führungskräften zu, für die sie viele Ideen ausbreitet, wie sie Elan entfachen können. "Eine bessere Zukunft hat in der Regel ihren Preis. Veränderungen sind fast immer mit Schmerzen verbunden, die Komfortzone darf verlassen werden", schreibt sie. So, wie sie ihre Ideen ausführt, dürften es Manager noch nicht gelesen haben. PHILIPP KROHN
Maria Hoffacker: Nachhaltigkeit beginnt im Kopf - Die Macht der Hirnforschung für die Unternehmenskultur nutzen. Haufe Verlag, Freiburg 2024, 268 Seiten
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