Nachdem ich bereits die Nordsee-Romane von Marie Merburg gelesen hatte, war ich sehr gespannt auf ihre Ostseeromane. Und ich wurde nicht enttäuscht!
Schon das Cover gefällt mir ausgesprochen gut. Mit der Ostsee, dem Strand, dem typischen Strandkorb und der Möwe kommt direkt Urlaubsfeeling auf. Der glitzernde, angenehm fühlbare Titel rundet das Ganze ab und macht Lust darauf, in die Geschichte einzutauchen.
Sophie reist nach Rügen, um endlich Segeln zu lernen. Eigentlich wollte sie dieses Abenteuer gemeinsam mit ihrem Mann Felix erleben, doch der hat kurzerhand abgesagt. So startet Sophie allein in ihr neues Vorhaben und landet in einer tollen Pension. Mit der herzlichen Gastgeberin Jutta freundet sie sich schnell an. Auch deren Tochter Leonie, die zunächst etwas mürrisch wirkt, hilft ihr dabei, ihren Segelschein zu machen.
Als einzige Frau im Segelkurs fällt Sophie natürlich auf. Und dann ist da noch der Segellehrer, den sie ziemlich toll findet. Zwischen den beiden knistert es, doch Gefühle zuzulassen ist gar nicht so einfach.
Besonders gut gefallen hat mir das Setting auf Rügen. Die Umgebung wird so anschaulich beschrieben, dass man sich direkt an die Ostsee versetzt fühlt. Dazu kommen zahlreiche unterhaltsame Nebenfiguren, witzige Situationen und immer wieder spannende Momente, die mich dazu gebracht haben, unbedingt weiterlesen zu wollen.
Auch Sophies medizinische Ausbildung spielt immer wieder eine Rolle. Man spürt ihre Leidenschaft für ihren Beruf, was ich sehr schön fand. Ebenso hat mir gefallen, wie Sophie nach und nach ihren eigenen Weg findet und am Ende neues Glück für sich entdeckt.
Ein paar kleine Kritikpunkte habe ich allerdings. Die Trennung von Felix und die Tatsache, dass er kurzerhand das gemeinsame Haus verkauft und alles auflösen möchte, werden zunächst thematisiert, verlieren sich später aber leider etwas im Sande. Auch Sophies erwachsene Söhne Max und Bastian sowie ihre Freundin Annika spielen im weiteren Verlauf kaum noch eine Rolle. Gerade zum Ende hin hätte ich mir gewünscht, dass diese Handlungsstränge noch einmal aufgegriffen und etwas runder abgeschlossen werden.
Der Schreibstil ist wunderbar angenehm und flüssig. Die Geschichte liest sich leicht, ist humorvoll, charmant und unterhaltsam, ohne dabei oberflächlich zu wirken.
Mein Fazit: Ein schöner Ostseeroman mit viel Urlaubsfeeling, sympathischen Figuren und einer unterhaltsamen Geschichte über Neuanfänge und die Liebe. Lediglich das Ende hätte für mich etwas runder sein dürfen, und einige Nebenfiguren habe ich zum Schluss vermisst.