Leider zu vorhersehbar...
Das ForsthausAls ihr Mann das alte Forsthaus in Mariensicht erwirbt, ist Katharina mehr gezwungen, als aus eigener Leidenschaft mit dabei. Ihr Leben in Berlin aufzugeben und in diese vermeintliche Idylle zu ziehen, passt ihr eigentlich nicht. Als sie jedoch die tragische Geschichte hinter dem Forsthaus erfährt, kommt ihr journalistischer Sinn hervor und sie kniet sich in diese Geschichte hinein, um herauszufinden was damals wirklich geschehen ist.Wir starten in das Buch hinein, in eine - meiner Meinung nach - kaputten Beziehung die nur aus Streit besteht, mit einer Protagonistin, die (wie sollte es auch anders sein) Journalistin ist, wenn auch derzeit arbeitslos, aufgrund einer tragischen Fehlgeburt.Für mich war das Buch hier schon leider einen Seufzer wert, da ich es mittlerweile etwas Leid bin, dass die Protagonisten (egal ob weiblich oder männlich) immer entweder eine Polizeilaufbahn hinter sich haben oder im Journalismus unterwegs sind. Von den dramareichen Privatleben, dass man mittlerweile auch in jedem Krimi zu lesen bekommt, mal ganz zu schweigen.Der Schreibstil der Autorin liest sich dennoch sehr gut und die Charaktere sind alle sehr gut verkörpert. Manche mit mehr und manche mit weniger Charakter, aber gerade von Katharina erfährt man viel - nicht nur von ihrer Geschichte, sondern auch von dem, was sie als Menschen ausmacht. Ihre Unsicherheiten, Stärken und Schwächen.Die Geschichte ist auch an und für sich gut aufgebaut und geschrieben, auch wenn zwei von drei zentralen Männerfiguren leider totale Idioten sind (und das ist noch wohlwollend ausgedrückt...)Die Sprünge in die Vergangenheit des Forsthaus bzw. in das Leben von Flora, haben mir leider nicht so gefallen. Ich hätte mir hier eher gewünscht, dass Katharina einige Sachen in Erfahrung bringt und man nicht nur von all dem weiß, weil man es aus Floras Sicht liest. Für mich kommt hierbei leider auch nicht so der Funke rüber, warum Katharina so heiß darauf ist, Flora zu helfen.Viele Stellen waren mir auch einfach zu vorhersehbar - was verheimlicht der Ehemann? Wer ist der Mörder von Lilia? etc. pp. Diese Stellen und auch vieles mehr habe ich relativ schnell vermutet. Dadurch gelingt es dem Buch leider nicht, richtig Spannung für mich aufkommen zu lassen.Katharinas Geschichte mit Mick war mir leider auch etwas zu schnell. Die beiden kennen sich im Grunde erst ein paar Tage/Wochen, aber Mick ist recht schnell dabei, seine schlechten Gewohnheiten aufzugeben bzw. dies zu versuchen und sein Leben umzukrempeln. Auch Katharina ist ganz begeistert von Mick, trotz das sie noch in ihrer Ehe steckt (die sowieso keine richtige Ehe mehr ist, von daher kann ich das vielleicht noch recht gut nachvollziehen.)Das Ende war mir dann leider auch etwas zu happy. Katharina ist jetzt plötzlich fein damit, keine Kinder mehr zu bekommen, obwohl das für sie jahrelang ein großes Thema war. Sie zieht in das Forsthaus und lässt Flora zu sich ziehen, obwohl sie sich nur eine handvoll Male im Gefängnis getroffen haben und natürlich läuft es auch mit Mick super und das vorher mürrische Dörfchen, dass Katharina vorher nicht besonders freundlich behandelt hat, hat jetzt keine Probleme mehr mit ihr.Ich glaube das Buch hätte besser sein können, so ist es für mich ein guter durchschnittlicher Krimi-Roman.