Von Marion Wiesler habe ich schon mehrere Bücher gelesen, da ich ihren sprachlichen Stil und ihre Art zu schreiben, sehr mag. Auch der Einstieg in ihre neue Dilogie Die Schattenseherin gefällt mir wieder richtig gut - auch, dass es ziemlich rasant losgeht und stellenweise auch ganz schön gritty wird. Bei einer Szene am Anfang lief es mir zwar schon kalt über den Rücken. Aber bald wurde klar, dass der Rest des Buches ohne diese Szene gar nicht funktioniert hätte.
Die Hauptfigur Cateia als gewitzte und kampferprobte Kriegerin mag ich sehr. So eine aktive, weibliche Heldin ist für mich aber auch wie ein Lieblingsgericht davon kann ich eigentlich nie genug bekommen.
Dann fand ich den Weltenbau großartig, und auch der Aspekt mit dem Totenreich hat mir sehr gut gefallen. Beim Lesen des Buches hatte ich auch weniger das Gefühl, pure Fantasy zu lesen eher so eine Art magischen Realismus oder eben historische Fantasy.
Man merkt, dass Marion Wiesler viel Erfahrung im Schreiben historischer Stoffe hat. Die ganzen Kelten-Details sind so geschickt mit der Handlung verwoben, dass man nie aus dem Lesefluss gerissen wird und es immer spannend bleibt.
Atesmerta, Hys, Louerna, Voccio, Baldram die Figuren sind alle lebendig gezeichnet, und das Norikum zur Keltenzeit ein Ort, den man bald schon gar nicht mehr verlassen will. Besonders mochte ich auch, dass die Figuren im Buch die Römer zwar hin und wieder beiläufig erwähnen aber diese bisher im Buch kein einziges Mal auftauchen. Ein großer Spaß, wenn man bedenkt, dass die ganze Handlung um 37 v. Chr. spielt.
Daher: Ein toller erster Band jetzt freue ich mich auf die Fortsetzung, die ja schon bald kommen soll, und empfehle Die Schattenseherin uneingeschränkt weiter!