30-jähriger Krieg 1619
Immer noch tobt der Krieg in Böhmen, trotz Mansfelds Niederlage bei Sablet am 10. Juni 1619, die durch Jacobs und Annas kluges Zutun, von Wallenstein errungen wurde. Leider überlebten Mansfeld und seine Leibgarde die Schlacht dabei knapp. Keine guten Nachrichten für Jacob, doch er will noch Annas Rückkehr abwarten, um dann aus Pilsen zu verschwinden und sich mit ihr zurück in seine Heimat zu wagen. Jacob möchte endlich die Spionagetätigkeit, den Krieg hinter sich lassen. Es wird in Pilsen immer noch nach dem Täter der Morde an den sechs Hohenfelser Soldaten gesucht! Eine hohe Belohnung ist auf den Täter ausgesetzt.
Im historischen Fortsetzungsroman von Tinte und Schwert, mit dem Titel Verzweiflung, taucht der Leser tief in die Kriegswirren des 30-jährigen Krieges ein. Autor Matthias Soeder vollbringt hier mit seinen Recherchen zu diesem komplexen historischen Thema eine wahre Meisterleistung. Gerade was die Personen Wallenstein und Mansfeld betrifft, sowie alle weiteren prominenten Protagonisten, Konflikte und Schauplätze, alles wirkt bis ins kleinste Detail sehr authentisch und zeitgerecht. Dazu kommen zahlreiche fiktive Charaktere, die allesamt sehr facettenreich auftreten und geschickt in eine spannende Handlung verpackt werden.
Diese brutale Zeit, in der jedermann sich selbst der Nächsten ist und hinter jeder Ecke der Tod lauerte, wird im Buch erschreckend plausibel dargestellt. Man bekommt hier kaum Lust auf eine Zeitreise ;), zu brutal, zu blutig und viel zu gefährlich! Von Musketier-Romantik und verklärter Historie keine Spur. Die Geschichte selbst, die sich der Autor für Anna, Jacob und ihre Rache ausgedacht hat, ist ebenfalls äußerst unterhaltsam und aufregend angelegt. Der mitreißende, bildhafte Schreibstil sorgt für nicht wenige Schreckensmomente, lässt sich aber angenehm und flüssig lesen, sodass die Seiten nur so dahinfliegen. Am Ende gibt es natürlich einen grandiosen Showdown, der es in sich hat und stark auf einen dritten Band hoffen lässt.
Sehr gut gefällt mir auch Cover und Gestaltung des Buches. Eine Landkarte, ein kurzer Rückblick auf Band 1 zu Beginn, sowie ein ausführliches Personenregister und Glossar der Fachbegriffe am Ende, sorgen für beste Orientierung.
Mein Fazit:
Ein sehr realistisch anmutender Einblick in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges bietet auch dieser zweite Band. Diese interessante Serie kann ich jedem historisch interessierten Menschen wirklich wärmstens empfehlen. Alles weist auf eine Fortsetzung hin und darüber würde ich mich auf alle Fälle sehr freuen.