1910 eröffnen Irma und Auguste Honig im Bergischen Land in Elberfeld ihr Landcafé. Doch die Eröffnung läuft alles andere als zufriedenstellend. Das Café ist zwar sehr schön geworden, aber das Gebäck überzeugt die Gäste nicht. Es fehlt die Raffinesse der alten Rezepte von Ludwig Honig, Augustes verstorbenem Mann und Irmas Großvater, der ein begnadeter Bäcker und Konditor war.
Genau an diesem Punkt endete der erste Teil, und hier setzt die Fortsetzung direkt an.
Trotz all der Mühen, die Auguste und ihre Enkelin Irma gemeinsam mit Minna, einer alten Freundin Augustes und Architektin, in das Café gesteckt haben, bleiben die Gäste aus. Der angestellte Konditor weiß nicht zu überzeugen und das Landcafé droht zu scheitern. Irma weiß, wer das Café retten könnte. Harriet, Ludwigs uneheliche Tochter, ist eine begnadete Köchin und Konditorin. Mit ihrem Talent und ihrer Leidenschaft könnte sie das Café aus den roten Zahlen retten. Doch damit wäre ihre Großmutter wohl niemals einverstanden.
Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht von Auguste, Irma und Harriet erzählt. Dadurch bekommt man einen guten Einblick in die Gedanken und Gefühle der drei Frauen. Alle drei haben ihre Sorgen und Nöte und sind immer wieder am Zweifeln, gleichzeitig sind sie stark und selbstbewusst und wachsen an den Herausforderungen, die ihnen das Leben stellt.
Irma bekommt Avancen von Arno Kuhn, dem Sohn einer wohlhabenden Konditorenfamilie. Doch meint er es wirklich ehrlich mit ihr? Harriet fühlt sich in ihrer Ehe mit Ferdinand nicht mehr gesehen und leidet unter dieser Situation. Auguste wiederum fühlt sich für Irma verantwortlich. Die finanziellen Sorgen plagen sie und sie hat Angst vor der Zukunft.
Die Charaktere habe ich beim Lesen liebgewonnen, so echt wirken sie. Die Autorin hat eine wunderbare Atmosphäre geschaffen. Zu gern würde auch ich im Landcafé sitzen und die toll beschriebenen Köstlichkeiten probieren. Beim Lesen habe ich richtig Lust auf die berühmte Bergische Kaffeetafel bekommen, bei der neben Kaffee unter anderem Waffeln, Milchreis, Kuchen und verschiedene herzhafte Speisen wie Brot, Wurst und Käse auf den Tisch kommen.
Durch die wechselnden Perspektiven erhält man einen sehr guten Einblick in die Gedanken und Gefühle der drei Protagonistinnen. Für mich macht das die Geschichte abwechslungsreich und vielschichtig und ich habe die drei Frauen gerne durch ihre Sorgen und Herausforderungen begleitet.
Fazit:
Die Honigfrauen- Eine neue Heimat hat mir als Fortsetzung gut gefallen. Ich habe die Figuren weiter ins Herz geschlossen und mochte vor allem die besondere Atmosphäre rund um das Landcafé. Eine schöne Geschichte über drei Frauen, die sich ihren eigenen Herausforderungen stellen müssen.