Schöne Restaurant Atmosphäre, aber nervige Kommunikation, viel Drama und Doppelmoral machen die Geschichte leider anstrengend.
Inhalt:Aurélie und André sind inzwischen seit einiger Zeit ein Paar und führen ihr gemeinsames Leben in Paris, geprägt von Aurélies Restaurant und Andrés Arbeit in der Literaturwelt. Eigentlich scheint alles in geregelten Bahnen zu verlaufen, doch schon bald sorgen neue Begegnungen, Missverständnisse und unerwartete Ereignisse für Unruhe.Als ein charmanter Sternekoch in Aurélies Leben tritt und sie beruflich neue Möglichkeiten entdeckt, geraten die Gefühle der beiden zunehmend durcheinander. Zwischen Eifersucht, Unsicherheiten und unausgesprochenen Gedanken entwickelt sich eine Geschichte, die zeigt, wie schnell aus kleinen Zweifeln große Konflikte entstehen können.Eigene Meinung:Leider war dieses Buch so gar nicht meins. Während ich den ersten Band noch ganz unterhaltsam fand, konnte mich diese Fortsetzung überhaupt nicht überzeugen.Das größte Problem für mich war die Kommunikation zwischen den Figuren, oder besser gesagt das völlige Fehlen davon. Viele Konflikte wirkten konstruiert und hätten sich mit einem einzigen ehrlichen Gespräch klären lassen. Stattdessen wurden Missverständnisse unnötig aufgebauscht, was bei mir eher für Frust als für Spannung gesorgt hat. An einigen Stellen war mir das Verhalten der Charaktere sogar richtig unangenehm, sodass ich mich beim Lesen fremdgeschämt habe.Besonders negativ ist mir dabei die Dynamik zwischen Aurélie und André aufgefallen. Beide messen mit zweierlei Maß. Dinge, die sie selbst tun, sind völlig in Ordnung, während das gleiche Verhalten beim jeweils anderen sofort dramatisiert wird. Diese Doppelmoral hat für mich viel von der Glaubwürdigkeit genommen und es mir schwer gemacht, mit den Figuren mitzufühlen.Auch Andrés starke Eifersucht nahm für meinen Geschmack zu viel Raum ein und wirkte stellenweise überzogen. Statt einer romantischen Geschichte bekam ich eher das Gefühl, einer anstrengenden und konfliktreichen Beziehung zuzusehen, die sich im Kreis dreht.Positiv hervorheben möchte ich dennoch das Setting. Die Szenen rund um das Restaurant und die Beschreibungen der Speisen haben mir gut gefallen und konnten zumindest stellenweise eine schöne Atmosphäre erzeugen. Leider konnte dieser Aspekt die Schwächen der Handlung für mich nicht ausgleichen.Fazit:Die Zeit der Kirschen konnte mich leider nicht überzeugen. Trotz des charmanten Settings und einzelner schöner Momente war mir die Geschichte insgesamt zu konstruiert und die Beziehung der Hauptfiguren zu anstrengend. Die schwache Kommunikation, die ständigen Missverständnisse und die unausgewogene Dynamik zwischen Aurélie und André haben mein Leseerlebnis stark getrübt. Für mich eine enttäuschende Fortsetzung, die ich nicht unbedingt weiterempfehlen würde.