Manchmal begegnet man einem Werk, das einen nicht mehr loslässt das einen mit einer solchen Tiefe und Schönheit trifft, dass man es immer wieder aufschlagen möchte. Inmitten der Erzählung über Flucht und Krieg liegt eine schwebende Melancholie, die sich mit kindlicher Positivität verbindet. Trotz aller Dunkelheit bleibt da immer ein Funke Hoffnung, eingefangen in liebevoll gezeichneten Momenten und der wunderschönen Darstellung von Natur und kleinen, schönen Dingen.
Was dieses Werk so besonders macht, ist ihre unglaublich nahbare Kriegskritik. Ohne erhobenen Zeigefinger dafür mit Menschlichkeit und Tiefe. Gerade in unserer heutigen Zeit ist diese Perspektive wichtiger denn je. Für mich ist dieses Werk eine Ode an die Demokratie und die Freiheit.
Oft frage ich mich: Wie schaffen es Menschen, nach Katastrophen weiterzumachen? Diese Geschichte gibt eine leise, aber eindringliche Antwort.
Visuell ist das Buch ein absolutes Highlight. Die Zeichnungen sind ausdrucksstark, farblich feinfühlig komponiert, und verleihen jeder Szene emotionale Tiefe. Es wirkt fast wie ein Artbook jede Seite für sich ein kleines Kunstwerk. Ich war und bin nachhaltig beeindruckt.
Besonders gelungen ist auch die Darstellung von Taiwans Wandel von der japanischen Besatzung zur Kuomintang-Regierung. Ein großes Lob an die Übersetzung, die mit japanischen Begriffen arbeitet und sie sensibel einordnet.
Einige Szenen haben mich tief getroffen emotional und körperlich. Die Mischung aus Bild und Text entfaltet eine Wucht, die schwer zu vergessen ist.
Ich liebe Biografien und sie in dieser so besonderen Kunstform erleben zu können, ist grandios. Dieses Buch ist mehr als eine Geschichte es ist ein Erlebnis, das bleibt.