Die Auseinandersetzung mit Sprache und Interpretation wird von einer Geschichte um Trauer und Verantwortung verdrängt
Im Mittelpunkt der Handlung steht Simon Leyland, Vater von zwei erwachsenen Kindern, verwitwet, und tätig als Übersetzer von Manuskripten..Ein plötzicher Verlust seiner Fähigkeit, zu formulieren oder zu sprechen, ist eine Zensur in seinem recht wohlgeordnetem und erfolgreichem Leben.In Folge setzt sich der Autor durch seine Figur Simon mit der Bedeutung von Worten auseinander. Ein normalerwiese sehr interessantes Thema, insbesondere durch den Einsatz von Sprachvergleich und Interpretationsmöglichkeit.Hier bleibt der Autor allerdings sehr an der Oberfläche, denn die kulturelle und historische Prägung, bzw Interpretation einzelner Worte je nach Nationalität, wird ausgespart.Beispielhaft werden nur Redewendungen oder Worte eingesetzt, die nachweislich als nicht übertragbar in eine andere Sprache gelten, wie z.B." fair" oder "Halbseiden"..Anhand der Fehldiagnose zeigt der Autor dafür intensiv die Gefahr von Flüchtigkeit und Missverständnissen durch eine nicht allgemein verständliche Sprache .Beispielhaft stehen hier der Sprachgebrauch von Juristen und Medizinern.Hier klingt eine zudem Kritiik an einer bewusst gekünstelten und abgrenzenden Sprachform an.Gelesen habe ich überwiegend einen Roman über Autoren und Verlagswesen.Unterhaltend durchaus, mit Längen durch unnötige Wiederholungen .Szenen werden mehrfach geschildert, ohne neue Einsichten oder Verschiebung des Blickwinkels. Störend wirkt für mich die sehr einseitige Beurteiung von Fehlverhalten oder der scheinbar negativen Seite von Dankbarkeit.Hier wirkt der Autor sehr intolerant gegenüber Verhalten, dass von seinen Figuren nicht gebilligt wird.Gelegentlich habe ich den Eindruck, dass der Autor übersieht, dass nicht nur der Übersetzer Autoren sehr nah kommt, sondern auch der Autor sich in seinen Texten den Leser gegenüber offenbart.Ein Roman, sprachlich ausgefeilt, aber keine tiefgehende Interpretation oder Gedankenanstöße vermittelnd.. Seinen Figuren hat der Autor dafür genügend finanziellen HIntergrund zugedacht, mit dem sie mit sehr leichter Hand Lebensprobleme lösen können.Und wenn Geld nicht hilft, dann bleibt als alternative ein offenes EndeMit Sicherheit, wie bei jeder Beurteilung, eine sehr subjektive Sicht, die getragen ist, von eigener Einstellung und Lebenserfahrung.Eine Leseempfehlung möchte ich dennoch aussprechen