Ausradiert war für mich ein Buch, bei dem ich etwas zwiegespalten zurückbleibe. Einerseits merkt man deutlich, wie klug, literarisch und pointiert Percival Everett schreibt. Andererseits fiel mir der Zugang zu dem Roman nicht leicht.Der Schreibstil liest sich grundsätzlich flüssig, ist aber dennoch anspruchsvoll und stellenweise etwas sperrig.Inhaltlich steckt viel im Buch. Es geht um Monks ambivalentes Verhältnis zu seinem Leben als Schriftsteller, um die Dynamiken in seiner Familie, um seine Mutter, die zunehmend Hilfe braucht, um verdrängte Familiengeheimnisse und um seine eigene Identität. Gleichzeitig ist Ausradiert auch eine bissige Satire auf den Literaturbetrieb und darauf, welche Geschichten Aufmerksamkeit bekommen - und welche nicht.Viele Themen wirken auch heute noch aktuell, vielleicht sogar mehr denn je. Trotzdem blieb für mich einiges eher auf einer gedanklichen Ebene. Ich habe verstanden, was der Autor sagen wollte, emotional hat es mich aber nicht wirklich erreicht.Schwierig fand ich zudem die längere Passage aus Monks eigenem Roman, in der sehr häufig das N-Wort verwendet wird. Mir ist bewusst, dass das satirisch gemeint ist, trotzdem war dieser Teil für mich unangenehm zu lesen.Insgesamt ist Ausradiert für mich kein schlechtes Buch. Es ist klug, bissig und literarisch stark. Persönlich habe ich jedoch keinen richtigen Zugang dazu gefunden.*unbezahlte Werbung- Rezensionsexemplar