Der historische Roman Im Auftrag der Fugger Teufelsreigen zeigt auf interessante Weise, wie die Wirtschaft und das Bankensystem im ausgehenden Mittelalter funktionieren, wer wie und wo die Fäden in der Hand hält, wer mit wem paktiert und wer Intrigen spinnt. Der Roman basiert, wie schon Band 1, soweit möglich auf historischen Fakten. Sehr gut finde ich auch das Personenverzeichnis und das Glossar.
Im Mittelpunkt des Romans stehen u.a. Afra, eine recht rebellische junge Dame, Herwart, ein Bote Jakob Fuggers, deren Hund namens Fugger, sowie Zeno, ein ziemlich undurchsichtiger Zeitgenosse mit einer extrem opportunistischen Ader, der überall dort auftaucht, wo es Ärger gibt.
Das Buch liest sich sehr flüssig und hat mich in weiten Teilen in seinen Bann gezogen. Es gibt sehr angenehme Momente, z.B. als Jakob Fugger im für den Besuch von König Maximilan neu angelegten Garten dem Treiben einer Kreuzspinne zusieht und dabei über sein eigenes Handeln nachsinnt, das eventuell für die Misere verantwortlich ist, in der er steckt, wie der Brandanschlag in Venedig, die Morde an seinen Boten und die Anschläge auf seine Warentransporte.
Afra und Herwart werden damit beauftragt, die Kohlen aus dem Feuer zu holen und herauszufinden, wer für all dies verantwortlich ist. Dabei stolpern die Beiden von einem Abenteuer ins nächste, wobei sich die Szenarien immer wieder ähneln und Fugger, der Superhund sie immer aus brenzligen Situationen rettet.
Zugegeben, die Sitten waren im Mittelalter doch etwas rauer als heute, aber mir war das ganze Blutvergießen dann doch etwas zu viel. Daher nur vier Sterne. Auch das Ende hat mich etwas verwirrt zurückgelassen.
Alles in allem handelt es sich um einen gut recherchierten Roman, der einen guten Einblick in die damalige Zeit erlaubt.