Spannender Abschluss einer historischen Trilogie ¿ bildhaft, voller Intrigen und absolut lesenswert
Mit "Das silberne Zeichen" von Petra Schier geht die Geschichte rund um Marisa und ihren Geliebten in die dritte Runde. Da ich bereits die beiden vorherigen Bände gelesen hatte, war ich natürlich sehr gespannt darauf, wie ihre Geschichte weitergeht und ob die offenen Fragen endlich geklärt werden. Insgesamt hat mir die Trilogie sehr gut gefallen und auch dieser Abschluss konnte mich trotz kleiner Kritikpunkte überzeugen.Worum geht es?Marisa hat sich in den vorherigen Bänden in einen Ablasskrämer verliebt, hinter dessen vermeintlicher Identität jedoch eine ganz andere Geschichte steckt. In Wahrheit stammt er aus einer Handwerkerfamilie. Um seine tatsächliche Herkunft nachzuweisen, macht er sich auf den Weg nach Frankfurt, denn in Aachen ist er bekannt und seine Vergangenheit sorgt weiterhin für Schwierigkeiten.Doch auch im dritten Band wird es für Marisa alles andere als ruhig. Erneut gerät sie mitten hinein in ein Geflecht aus Intrigen, Geheimnissen und Morden, die es aufzuklären gilt. Dabei erhält sie unter anderem Unterstützung von den Dominikanern und weiteren Weggefährten.Besonders spannend fand ich die Ereignisse rund um ihren Geliebten. Er landet im Gefängnis und ausgerechnet die wichtige Urkunde, mit der er seine Herkunft nachweisen könnte, wird gestohlen. Dadurch nimmt die Geschichte deutlich an Fahrt auf. Sehr interessant fand ich außerdem die Entwicklung zum Ende hin, als ausgerechnet ein Inquisitor der römischen Kirche den beiden in Aachen zu Hilfe kommt.Schreibstil und AtmosphärePetra Schier schafft es auch in diesem Band wieder hervorragend, Personen, Orte und Geschehnisse sehr bildhaft zu beschreiben. Ich konnte mir die Schauplätze und Situationen richtig gut vorstellen und hatte häufig das Gefühl, selbst mitten im Geschehen zu stehen. Gerade bei historischen Romanen gefällt mir das besonders gut, weil dadurch die damalige Zeit lebendig wird.Allerdings ist der Schreibstil der Autorin nicht immer ganz einfach. Es gibt viele lange und teilweise stark verschachtelte Sätze, an die ich mich zunächst wieder gewöhnen musste. Gerade am Anfang hat es deshalb etwas gedauert, bis ich richtig in meinen Lesefluss gekommen bin. Hat man sich jedoch erst einmal darauf eingestellt, lässt sich die Geschichte gut lesen.Kleine KritikpunkteDie ersten vier bis fünf Kapitel waren mir persönlich etwas zu langatmig. Für meinen Geschmack gab es dort ein wenig zu viel "Rumgeeiere", bevor die eigentliche Spannung einsetzte. Sobald jedoch die Morde, die Intrigen, die Gefangenschaft und die verschwundene Urkunde ins Spiel kamen, konnte mich die Geschichte wieder richtig packen.Auch beim Ende hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht. Besonders gerne hätte ich noch mehr über die Zwillinge von Marisa und ihrem Geliebten erfahren. Ebenso hätte mich interessiert, wie ihr gemeinsames Leben danach konkret weitergeht und wie sie ihre Werkstatt beziehungsweise den Reliquienhandel führen. Diese Aspekte werden für meinen Geschmack etwas zu oberflächlich abgehandelt. Nach drei Bänden hätte ich gerne noch ein bisschen länger bei den Figuren verweilt und einen ausführlicheren Abschluss bekommen.Trotzdem hat mich "Das silberne Zeichen" sehr gut unterhalten. Ich habe das Buch vielleicht nicht ganz so schnell verschlungen wie manche anderen historischen Romane oder Buchreihen, aber dennoch hat mich die Geschichte - und letztendlich die gesamte Trilogie - immer wieder zum Weiterlesen gebracht.FazitEin spannender und gelungener Abschluss einer lesenswerten historischen Trilogie. Die zahlreichen Intrigen und Geheimnisse, die Morde und vor allem Marisas Suche nach der Wahrheit haben mir sehr gefallen. Dazu kommt die bildhafte Darstellung der damaligen Zeit, durch die ich mich immer wieder mitten in die Handlung hineinversetzt fühlte.Der teilweise komplizierte, verschachtelte Schreibstil braucht etwas Eingewöhnungszeit und sowohl der Einstieg als auch das Ende hätten für meinen Geschmack etwas anders ausfallen dürfen. Das schmälert meinen insgesamt sehr positiven Eindruck aber kaum.Wer historische Romane mit Intrigen, Geheimnissen, Verbrechen, Liebe und lebendig beschriebenen Schauplätzen gerne liest, dem kann ich sowohl diesen Band als auch die gesamte Trilogie empfehlen. Für mich auf jeden Fall lesenswert und ein schöner Abschluss der Reihe.