Athen unter Corona-"Verschluss": wer sind diese Selbstmörder und wer hat sie zu ihren Taten veranlasst
Athen im ersten Corona-Lockdown. Auch hier müssen die Menschen mit einem Lockdown und damit einer Situation zurechtkommen, die sie so noch nie erlebt haben. Da greift eine merkwürdige Selbstmord-Serie um sich. Ältere Menschen sehen sich durch die Corona-Maßnahmen in noch größerer Einsamkeit als zuvor und machen ihrem Leben ein Ende. Sie hinterlassen einen Abschiedsbrief, der trotz polizeilicher Maßnahmen den Weg in die Öffentlichkeit findet und die Gesellschaft noch mehr gegen die von den Behörden verhängten Einschnitte des Privatlebens aufwiegelt. Was ist da los, was soll das, ist es eine Bewegung, die sich verstärken wird und wer steckt dahinter? Eigentlich kein Mordfall, aber die Zeiten sind gerade eben anders und so ermitteln Kommissar Kostas Charitos und sein Team. Nur wenig später kommen zu den Selbstmördern dann aber konkrete Straftaten, die sich gegen die Corona-Maßnahmen der Behörden richtenIch bin ein großer Fan der Reihe um Kommissar Charitos und ihres Autors Markaris. Schon die Ich-Perspektive empfinde ich stets als wilkommene Abwechslung zu den vielen anderen Krimis, dann kommen noch die großartigen und einfühlsam beschriebenen Mitwirkenden hinzu und zum Schluß die aufmerksam beobachtete und stets interessante Schilderung der Abläufe in Gesellschaft und ihren Organisationen. Auch in diesem Buch ist das alles wieder der Fall. Und je länger die Corona-Zeit zurückliegt, erscheint es mir umso eindrucksvoller dieser in literarischer Form wieder zu begegnen. Was haben wir damals doch alle mitgemacht? Und hier ist diese Zeit wirklich äußerst eindrucksvoll und nahegehend beschrieben, typisch Markaris! Die Krimi-Handlung als solche hat mich dann aber weniger überzeugt, wenn sie auch wieder ein tiefes Abtauchen in die griechische Geschichte ermöglicht hat. Der Plot war mir definitiv zu schwach und überhaupt war die Handlung irgendwie zu schnell erzählt.