Liebe Jessy1968,
zunächst einmal vielen Dank für Ihre ausführliche Rezension zu meinem Buch Dein Wirbelsäulen Coach.
Ich möchte Ihre Kritik nicht einfach wegdiskutieren. Im Gegenteil. Wenn jemand mein Buch aufmerksam liest, sich Gedanken darüber macht und anschließend sachlich beschreibt, was ihn überzeugt und was nicht, dann nehme ich das ernst.
Und Sie schreiben ja auch einiges, worüber ich mich sehr freue. Sie finden das Buch gut aufgebaut, das Bildmaterial anschaulich und die Erklärungen verständlich. Auch mein Ansatz, Rückenschmerzen nicht ausschließlich auf Muskeln, Gelenke oder Bandscheiben zu reduzieren, sondern unter anderem Stress, Psyche, Bewegung, Flüssigkeitsversorgung und Vitamin D mit einzubeziehen, scheint Sie anzusprechen.
Vielen Dank dafür.
Bei zwei Punkten Ihrer Rezension muss ich allerdings etwas richtigstellen, weil sonst bei anderen Leserinnen und Lesern möglicherweise ein falscher Eindruck entsteht.
Der erste Punkt betrifft den sogenannten Wirbelsäulenwächter.
Nein, Sie müssen dieses Gerät nicht kaufen, um mit meinem Buch arbeiten zu können.
Und das möchte ich wirklich ganz deutlich sagen:
Ich möchte nicht, dass jemand glaubt, er kauft für 24 Euro mein Buch und erfährt anschließend, dass er noch ein Gerät für ungefähr 170 oder 180 Euro kaufen muss.
Das war nie meine Absicht und ist auch nicht das Konzept meines Buches.
Die ersten Wochen des Programms funktionieren mit einem ganz normalen Stuhl. Später benötigen wir für die Weiterentwicklung der Übung eine Möglichkeit, den Körper entsprechend zu positionieren und zu sichern.
Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Natürlich kann man einen Hyperextensionstrainer verwenden. Und ja, ich habe inzwischen gemeinsam mit einem Hersteller ein Gerät nach meinen Vorstellungen entwickeln lassen. Das habe ich gemacht, weil mir bei den vorhandenen Geräten bestimmte Dinge nicht gefallen haben und ich für diejenigen, die so ein Gerät haben möchten, eine für mein Programm möglichst gute Lösung anbieten wollte.
Aber dieses Gerät ist eine Möglichkeit und keine Voraussetzung.
Man kann auch einen wesentlich günstigeren Hyperextensionstrainer verwenden.
Und man kann die Übung mit einer geeigneten und sicher befestigten Gurtlösung durchführen.
Wenn Sie schreiben, dass Sie persönlich dieser Gurtlösung mit Ihren Rückenschmerzen nicht vertrauen, akzeptiere ich das selbstverständlich. Niemand soll eine Übung durchführen, bei der er Angst hat oder sich unsicher fühlt.
Ich widerspreche allerdings der Aussage, diese Lösung sei grundsätzlich wackelig, instabil oder riskant.
Richtig befestigt und an einer geeigneten stabilen Tür beziehungsweise einem geeigneten Befestigungspunkt eingesetzt, funktioniert sie sehr gut.
Aber vielleicht zeigt mir gerade Ihre Rezension, dass ich diesen Punkt noch deutlicher erklären und demonstrieren sollte. Genau das werde ich deshalb auch noch einmal in einem Video zeigen.
Ihr zweiter Kritikpunkt ist mir sogar noch wichtiger.
Sie schreiben sinngemäß, dass ich empfehlen würde, neben der täglichen Bewegung ausschließlich diese eine Übung zu machen, und dass Sie das gerade wegen des Muskelabbaus im Alter für problematisch halten.
Wenn dieser Eindruck beim Lesen entstanden ist, möchte ich das unbedingt korrigieren.
Ich bin ein großer Befürworter von Krafttraining.
Gerade mit zunehmendem Alter halte ich den Erhalt und Aufbau von Muskulatur für außerordentlich wichtig. Ich würde niemandem empfehlen, seine gesamte körperliche Aktivität oder sein Krafttraining einzustellen und für den Rest seines Lebens nur noch eine einzige Rückenübung zu machen.
Darum geht es überhaupt nicht.
Was ich vermeiden möchte, ist etwas anderes:
Wenn jemand mein Programm für den Rücken beginnt, möchte ich nicht, dass gleichzeitig noch drei, vier oder fünf andere Rückenprogramme durchgeführt werden.
Nicht deshalb, weil Bewegung schlecht wäre.
Sondern weil ich möchte, dass der Körper Zeit bekommt, sich an einen gezielten und langsam gesteigerten Trainingsreiz anzupassen. Und weil wir nur dann einigermaßen beurteilen können, wie der Körper auf dieses Programm reagiert.
Spazierengehen, Fahrradfahren, allgemeine Bewegung und sinnvoll dosiertes Training des übrigen Körpers sind deshalb keineswegs verboten.
Ganz im Gegenteil.
Und damit komme ich zu Ihrem vielleicht wichtigsten Satz:
Sie schreiben, Sie könnten nicht beurteilen, ob meine Hauptübung funktioniert, weil Sie sie aufgrund Ihrer Bedenken gegenüber der Gurtlösung und der fehlenden Möglichkeit eines geeigneten Gerätes gar nicht ausprobiert haben.
Genau das finde ich schade.
Denn letztendlich bewerten Sie damit einen wesentlichen Teil meines Programms, ohne ihn ausprobiert zu haben - nicht mal die ersten vier Wochen im Sitzen auf einem herkömmlichen Stuhl..
Dass Sie deshalb zwei Sterne abziehen, ist selbstverständlich Ihr gutes Recht. Es ist Ihre Rezension und Ihre persönliche Erfahrung mit meinem Buch.
Ich würde mir nur wünschen, dass Menschen, die Ihre Rezension lesen, verstehen:
Für mein Programm ist der Kauf meines Gerätes nicht erforderlich.
Ich verdiene mein Geld auch nicht damit, Menschen einzureden, sie könnten ihren Rücken nur mit einem bestimmten Gerät retten.
Das Gegenteil ist eigentlich die Grundidee meiner Arbeit.
Seit Jahren versuche ich auf meinem YouTube Kanal zu zeigen, wie viel Menschen selbst tun können, häufig mit Dingen, die ohnehin zu Hause vorhanden sind.
Ein Stuhl.
Ein Handtuch.
Ein Gurt.
Das eigene Körpergewicht.
Und manchmal eben auch ein Trainingsgerät, wenn jemand eines benutzen möchte.
Ich verspreche übrigens auch niemandem, dass eine einzige Übung jeden Menschen von seinen Rückenschmerzen befreien wird.
Dafür sind Rückenschmerzen viel zu komplex und Menschen viel zu unterschiedlich.
Ich bin aber nach vielen Jahren physiotherapeutischer Arbeit davon überzeugt, dass eine kräftige und belastbare Muskulatur rund um unsere Wirbelsäule für sehr viele Menschen ein entscheidender Baustein sein kann.
Genau deshalb habe ich dieses Programm entwickelt.
Nicht als Wunderheilung.
Nicht als Verkaufstrick für ein Gerät.
Sondern als strukturierten Weg, Menschen Schritt für Schritt wieder mehr Belastbarkeit und Vertrauen in ihren eigenen Rücken zu geben.
Und deshalb möchte ich Ihnen am Ende sogar ausdrücklich für Ihre Rezension danken.
Denn wenn Sie diese Punkte missverstanden haben, werden Sie vermutlich nicht die Einzige sein.
Dann ist es meine Aufgabe, sie noch besser zu erklären.
Und vielleicht geben Sie dem Programm irgendwann doch noch eine Chance.
Herzliche Grüße
Ralf Blume