Faszinierender Einblick hinter die Kulissen ohne Spannungsbogen oder Twists
DNF@73%Ich glaube, mir fiel es noch nie gleichzeitig so schwer und so leicht, ein Buch abzubrechen. "Yellowface" fährt mit einem tollem Schreibstil auf. Die Einblicke in die Buchwelt, das Lektorat, etc. sind faszinierend - wie viel davon stilistische Mittel (Hyperbeln, Metaphern, etc.) sind, kann ich jedoch nicht einschätzen. Es wirkt auf jeden Fall glaubwürdig. Hauptsächlich wird die Gedankenwelt der Protagonistin erläutert. Aber auch das hat das Problem, dass ich als Leserin nicht einschätzen kann wie viel echt ist und wie viel Wahnvorstellung.Die vermeintlich vordergründigen Themen sind wohl Plagiatismus und Rassismus. Beides sind extrem heikle Themen und in Kombination werden sie verdammt stark aufgebauscht, sodass man einen Eindruck bekommt, dass es ganz besonders schlimm ist, wenn eine "weiße Person" von jemanden einer anderen Ethnie klaut. Alleine diese Aussage selbst ist unfassbar rassistisch, denn es sollte vollkommen egal sein, wer von wem klaut. Nur so funktioniert Gleichberechtigung. Und nein, ich bin nicht blauäugig, mir ist bewusst, dass "Weiße" historisch und leider auch noch heutzutage bevorzugt behandelt wurden und werden. Und... vermutlich ist meine Meinung auch etwas unkonventionell, dennoch so ein wirklich neu erfundenes Rad gibt es nur sehr sehr sehr selten und vermutlich empöre ich mich selbst gar nicht so sehr über den Umstand, weil eigentlich doch jeder von jedem abschreibt äh sich inspirieren lässt.Das eigentliche Hauptthema des Buches ist mMn die Reaktionen und Schnelllebigkeit unserer Zeit. Wie ein Hype entsteht, wie sich ein Shitstorm aufbaut, was zurückbleibt und wie die "analoge" Welt mit der "Digitalen" korreliert und kollidiert. Und diese Bilder werden erörtert und wiederholt und erörtert und wiederholt und erörtert und es passiert einfach nichts, kein Spannungsbogen, kein Twist, nichts was mich motivierte, der Geschichte weiter zu folgen. Weder mochte ich die Protagonistin, noch war sie mir zuwider, sie war mir schlicht egal und der Schritt zu "Es ist mir egal, wie ihre Geschichte ausgeht" war dann doch recht schnell getan. Und ich legte das Buch weg.