Ein paar kleinere Durchhänger, aber ich wollte unbedingt wissen, wie das Ganze endet. Ich war überrascht...
Mila und ihr Mann Ethan reisen zur Hochzeit ihrer Schwester in einem Luxus-Resort in Deutschland an. Vom Flughafen nehmen sie einen Mietwagen, der unterwegs plötzlich im Nirgendwo und mitten in einem Schneesturm stehen bleibt. Kein Handy-Empfang, also keine Möglichkeit, Hilfe zu rufen. Sie versuchen, zu Fuss in die Zivilisation zu kommen, finden aber nur verlassene Hütten, wo sie immerhin unterschlüpfen können. Am nächsten Morgen werden sie bestimmt Hilfe finden. Als Mila aufwacht, ist sie jedoch ganz alleine - Ethan ist spurlos verschwunden...Erster Eindruck: Das Titelbild auf dem Cover spiegelt sich im See - wirkt etwas unheimlich.Das Verhältnis von Mila und ihrer Schwester Jess ist seit der Beerdigung ihrer Eltern gestört - es gab einen grossen Streit, über den Mila nicht einmal mit ihrem Mann gesprochen hat. Umso wichtiger war es Mila, dass sie pünktlich bei der Hochzeit erscheinen, da es um den schönsten Tag im Leben von Jess und deren Bräutigam Pete gehen sollte. Und nun das: In der Pampa gestrandet; keine Möglichkeit, im Sturm Hilfe zu holen; der Mann ist spurlos verschwunden; fast nichts zu essen; sie fühlt sich beobachtet... Jess wird ihr nie verzeihen, dass sie die Hochzeit verpasst!Ich konnte mir die Szene in Witwerberg, der verlassenen Häusersiedlung mitten im Schneesturm sehr gut vorstellen. Die Angst, die Mila ausstehen musste, plötzlich verlassen im Nirgendwo zu sein. Die Angst um Ethan, die Sorge um ihre Schwester, die Kälte, Hunger und Durst. Was ich jedoch nicht verstanden habe, dass sie nicht trotz allem versucht hat, andere Menschen zu finden. Natürlich war sie nicht für Spaziergänge im Sturm eingekleidet, aber die Hütte bot eh nur unzureichend Schutz, so dass ihr durchgehend kalt war und die Kleidung klamm.Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Rückblickend muss ich sagen, dass es doch eine grosse Kunst ist, 2/3 eines Buches fast ausschliesslich von einer einzigen Protagonistin bestreiten zu lassen und dabei die Leserschaft bei der Stange bleibt. Es gab zwar ein paar kleinere Durchhänger, aber ich wollte unbedingt wissen, wie das Ganze endet. Der Ausgang der Geschichte war für mich überraschend, denn ich hatte etwas anderes erwartet. Apropos Erwartung: Wer denkt, dass das Buch vorwiegend in dem erwähnten Luxus-Resort spielt, wird enttäuscht sein, denn dies ist wohl das Ziel der Reise, aber hier nur ein Nebenschauplatz. Von mir gibt es 4 Sterne und ich freue mich auf das nächste Buch von Sarah Goodwin.