Als ich die Ankündigung des Buches sah, wollte ich es am liebsten sofort lesen. Die Vorstellung, abgeschnitten von der Außenwelt und schutzlos auf hoher See zu treiben, löste bei mir einige Ängste aus, faszinierte mich gleichzeitig aber auch. Nach den hohen Erwartungen am Anfang war ich dann aber doch enttäuscht, denn das Buch hat mich leider nicht packen können.Positiv hervorzuheben ist die Grundidee. Nach einer exklusiven Silvesterparty auf einer Luxusyacht, finden sich die Feiernden auf hoher See wieder, abgeschnitten von der restlichen Welt, führerlos treibend und ohne die Möglichkeit, Hilfe zu rufen. Außerdem ist der Tank leer und es sind nur wenige Vorräte an Bord.Der gut ausgearbeitete Einstieg in die Handlung, wenn auch für einen Thriller recht detailliert, hat mir auch noch sehr gut gefallen. Zu Anfang lernte ich die Protagonistin Hannah und ihre Lebensumstände kennen. Da sie aus der Ich-Perspektive erzählt, erfuhr ich viel zu ihren Gedanken und Gefühlen und lernte schließlich, auf der Yacht angekommen, die anderen Charaktere aus ihrem Blickwinkel kennen: die Gastgeberin Libby, ihre gemeinsame Freundin Maggie und deren Ehemänner, sowie Hannahs besten Freund Harry. Bis auf Hannah und Harry waren mir alle Charaktere unsympathisch und deren Verhalten und Auftreten gegenüber Hannah, die im Gegensatz zu ihnen arm ist, brachte mich gegen sie auf. Ich war gefühlsmäßig in die Handlung involviert und verfolgte das Geschehen daher mit Interesse. Da die Personenkonstellation einiges an Konfliktmaterial bereithielt, versprach ich mir gepaart mit dem isoliertem Setting außerdem spannende Unterhaltung.Aber leider kam es anders und ich muss daher jetzt zu meinen Kritikpunkten kommen. Denn als die Yacht aufs offene Meer abtrieb, tat sich auf einmal gähnende Langeweile auf. Die Charaktere fingen an zu streiten, die Emotionen kochten hoch, aber es drehte sich alles im Kreis und fing immer wieder von vorne an. Zudem verhielten sich die Charaktere zunehmend unlogisch, die Handlung stagnierte, wurde immer unrealistischer und es taten sich etliche Logiklöcher auf. Die einzigen Charaktere, die halbwegs bei Verstand waren und die den Ernst der Lage zu begreifen schienen, waren Hannah und Harry. Aber auch sie trafen irgendwann fragwürdige Entscheidungen.Auch das erhoffte Finale konnte keine Spannung mehr aufbauen. Kluge Plottwists und Überraschungen blieben aus, das vorhersehbare Ende enttäuschte mich. Und so quälte ich mich zunehmend durch die restlichen Seiten. Schließlich war ich froh, das Ende des Buches erreicht zu haben.FazitEin optisch ansprechendes Buch mit starker Ausgangsidee und gutem Einstieg, das aber schnell an Spannung verliert. Die sich wiederholenden Streitigkeiten der Charaktere haben mich genervt und der zunehmende Verlust von Glaubwürdigkeit und Logik hat mir immer mehr zu schaffen gemacht. Das Ende empfand ich als absolut spannungsarm und die letzten Seiten sogar als überflüssig. Warum auf dem Cover des Buches Thriller steht, dürfte wohl das größte Rätsel des Buches sein.Leider kann ich hier keine Leseempfehlung aussprechen, es sei denn ihr stört euch nicht an den genannten Kritikpunkten und könnt über Langatmigkeit und Logiklöcher hinwegsehen.