Originelle Idee, aber zu wenig Handlung
Sebastian Brücks Buch über Hanns Heinz Ewers, eher eine Biografie als ein Roman, hinterlässt bei mir einen gemischten Eindruck. Die Grundidee, den Schriftsteller in Form eines Doppelgängers in die Gegenwart zu holen, ist zunächst reizvoll und bietet einige interessante Ansätze. Einzelne Passagen lassen auch erkennen, dass hier ein feiner, eher subtiler Humor angelegt ist.Allerdings konnte mich das Buch über weite Strecken nicht vollständig überzeugen. Der Humor, der immer wieder aufscheint, bleibt für mein Empfinden zu verhalten und entwickelt sich nicht konsequent weiter.Hinzu kommt, dass für mich in der Handlung insgesamt zu wenig passiert. Die Geschichte schreitet nur langsam voran und bleibt über längere Strecken eher ereignisarm, was es schwierig macht, wirklich in einen Spannungsbogen hineinzufinden.Insgesamt ist das Buch sicherlich ein interessanter Versuch, sich einer schillernden Figur literarisch zu nähern. Für mich persönlich blieb es jedoch etwas zu sperrig und emotional schwer zugänglich, auch wenn einzelne Gedanken und Ansätze durchaus neugierig machen.