Einfach wahnsinnig gut!
"Die Therapie" hat mich von Anfang an gepackt, weil Fitzek direkt eine Atmosphäre aufbaut, die gleichzeitig bedrückend und extrem spannend ist. Im Mittelpunkt steht der Psychiater Viktor Larenz, dessen Tochter Josy vor Jahren spurlos verschwunden ist. Schon diese Ausgangslage ist stark, weil man sofort mitfühlt und wissen will, was damals passiert ist. Besonders gelungen fand ich, wie Fitzek die Geschichte über kurze Kapitel und ständige kleine Wendungen vorantreibt. Man kommt wirklich kaum zum Durchatmen, weil man immer denkt, jetzt hat man den entscheidenden Hinweis ¿ und dann kippt wieder alles in eine andere Richtung.Was mir außerdem sehr gefallen hat, ist die psychologische Spannung. Es geht nicht nur um einen Vermisstenfall, sondern auch um Wahrnehmung, Wahrheit, Erinnerung und darum, wie sehr Angst einen Menschen verändern kann. Dadurch wirkt das Buch nicht einfach nur "spannend", sondern auch irgendwie verstörend und intensiv. Ich mochte auch, dass die Figuren nicht glatt oder vorhersehbar wirken, sondern viele Fragen offenlassen. Gerade das Zusammenspiel zwischen Viktor und der geheimnisvollen Frau sorgt dafür, dass man im Kopf ständig miträtselt und mitdenkt.Der Schreibstil ist leicht zu lesen, aber trotzdem so geschickt aufgebaut, dass man immer weiterlesen möchte, eben wie ein richtiger Pageturner. Für mich war das ein Thriller, den man nicht nebenbei liest, sondern bei dem man komplett mit Hyperfokus drin ist. Das Ende hat mich überrascht und die ganze Geschichte im Nachhinein noch einmal anders wirken lassen. Genau deshalb vergebe ich 5 Sterne: spannend, psychologisch klug, emotional und bis zum Schluss absolut fesselnd.