In Silvia Lippis Buch spielt Freud gleichsam eine Partie gegen sich selbst: Sein Konzept des Triebs rückt ins Zentrum der Psychoanalyse auf Kosten des Ödipus und seiner Ableitungen: Vater, Phallus, Kastration. Daraus geht ein unbekannter, origineller Freud hervor, der bestätigt, wie aktuell es ist, zum Unbewussten zurückzukehren, um das zu verwirklichen, was für Freud das Ziel jeder Kur ist: lieben, arbeiten und das Leben genießen zu können.
Im Zentrum von Silvia Lippis Buch steht der Trieb: jene von Freud entdeckte, unregierbare Kraft, die sich keinem Gesetz fügt und die dem Begehren seine ganze Unbestimmtheit und Wandelbarkeit verleiht.
Angst, Trauma, Wiederholung, Übertragung: Die zentralen Begriffe der Psychoanalyse werden im Licht der Triebtheorie neu gelesen, im Gespräch mit Lacan, Deleuze, Badiou, Butler und Preciado. Auf diese Weise zeigt sich ein überraschend aktueller Freud: einer, der die Instabilität und den partialen Charakter von Sexualobjekt und Geschlechtsidentität deutlich erkannt hat und dessen Denken sich daher mit feministischen, queeren und nichtbinären Perspektiven verbinden lässt, ohne ihm Gewalt anzutun.
Mit einem Vorwort der Autorin zur deutschen Ausgabe
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