Diese Geschichte ist deutlich eher im Horror als im Fantasy zu Hause.
Jack Sawyer ist erwachsen geworden, hat eine unglaubliche Karriere bei der Polizei hingelegt, die er aber mehr oder minder abrupt im Alter von 31 Jahren beendete, bis erneut ein Serienmörder sein Unwesen treibt und der Ex-Detective erneut hinzugezogen wird. Es verdichten sich die Hinweise, dass alles mit einem ominösen schwarzen Haus zusammenhängt, das nicht gern entdeckt wird. Und wenn doch jemand einen Fuß dort hineinsetzt, kommt er nicht wieder hinaus.Dieser Horror-Roman mit einschlägigen Fantasy-Elementen ist aber kein Haus-Horror-Roman, auch wenn es sich im ersten Moment so anhört. Das Haus ist eher ein Portal zwischen der irdischen Welt und den Territorien, die der Leser schon aus dem ersten Band der Trilogie "Der Talismann" kennt. Der Wechsel zwischen Welt bringt aber mehr als nur einen Ortswechsel mit sich, was für den Verlauf der Geschichte von entscheidender Rolle sein wird.Interessant fand ich die Erzählweise des allwissenden Erzählers, der den Leser direkt angesprochen hat und sich auch allwissend gibt. Dieser Erzähler tritt in einen Dialog mit dem Leser, weshalb sich dieser direkt angesprochen fühlt und den ein oder anderen Zusammenhang erklärt bekommt. Viele andere Leser bemängeln, dass sich dieser Roman eher als Krimi liest, was ich aber nicht nachvollziehen konnte. Ich fand nicht, dass die Aufklärungsarbeit für den Kriminalfall zu viel Raum eingenommen hat. Ganz im Gegenteil wurde dadurch der Weg hin zu den Territorien geebnet.Zudem kamen dadurch diverse Horror-Elemente zum Vorschein, weshalb ich diesen Roman auch in erster Linie als Horror-Roman empfunden habe. Im Gegensatz zum ersten Band "Der Talismann". Wer Stephen King kennt, wird wissen, dass er es nicht mag, wenn seine Bücher in Genres gezwängt werden, was er hier wieder unter Beweis stellt, denn "Das schwarze Haus" ist Krimi, Horror und Fantasy zugleich.Bücher von Stephen King werden mittlerweile von David Nathan eingesprochen, weshalb er quasi zur Stimme Kings geworden ist. Und er machte seine Arbeit mit diesem Werk wieder hervorragend.FazitEs ist ein guter zweiter Band, der eine in sich geschlossene Geschichte erzählt, aber genug Raum für einen dritten Teil lässt, der im Herbst im englischen Original auch endlich in den Startlöchern steht. Immerhin 25 Jahre nach dem Erscheinen dieses Romans. Diese Geschichte ist deutlich eher im Horror als im Fantasy zu Hause und enthält sehr viele Bezüge zum Dunklen-Turm-Zyklus. Etwas, das viele King-Leser (mich eingeschlossen) sehr zu schätzen wissen.