Meine Meinung
Dem Autor ist mit Ziemlich beste Verbrecher ein Cosy-Crime mit viel Züricher Lokalkolorit allerbestens gelungen.
Alois und Berta leben in einer Zweckgemeinschaft in der Villa ihrer verstorbenen Arbeitgeberin. Die beiden brauchen einander, doch mögen tun sie sich nicht. Sie halten sich mit Gelegenheitsdiebstählen über Wasser, doch diese sind nicht immer mit Erfolg gesegnet und so wird Alois von einem Diebstahlsopfer zu hobbydetektivischen Ermittlungen bezüglich des Verschwindens einer Bekannten genötigt. Rasch schaltet sich auch Berta in die Schnüffeleien ein und diese Zusammenarbeit vermindert ihre privaten Spannungen enorm, sodass beide mit Feuereifer versuchen, Licht in ein immer undurchdringlicheres Gewirr zu bringen.
Was mir an diesem Cosy-Crime besonders gut gefallen hat, war das streitlustige und humorvolle Geplänkel der beiden Hauptdarteller*innen Alois und Berta. Die beiden sind wie Hund und Katz, doch sie brauchen einander und bei den detektivischen Schnüffeleien arbeiten sie wie ein gut eingespieltes Team zusammen. Die beiden haben zwar selbst eine verbrecherische Vergangenheit, doch so wirklich unsympathisch macht das die beiden nicht. Im Gegenteil: man ist fast versucht, ihnen zuzuhalten, damit sie nicht in Schwierigkeiten mit den Gesetzeshütern kommen. Ich fand generell die Ausgestaltung der Charaktere sehr gut gelungen, da mit vielen Details ein sehr lebendiges Bild geschaffen wurde.
Passend für einen Cosy-Crime gab es nicht allzu blutrünstige Szenen, was aber der Spannung keinen Abbruch tat. Ich konnte von der ersten bis zur letzten Seite bestens miträtseln und mich immer wieder vom Autor ins Bockshorn jagen lassen, wenn ich wieder einmal dachte, die Lösung bereits zu wissen.
Mein Fazit
Wer auf der Suche nach einem unterhaltsamen und spannenden Cosy-Crime mit einem ungleichen, aber interessanten Hobbyermittlerpaar ist, dem sei Ziemlich beste Verbrecher wärmstens empfohlen. Ich verbrachte amüsante und kurzweilige Lesestunden mit diesem Züricher Krimi und vergebe gerne meine Leseempfehlung.