Ende März hat der Autor Sunil Mann den Regionalkrimi Ziemlich beste Verbrecher gemeinsam mit dem Verlag grafit herausgebracht. Der Titel bringt mich auf Anhieb zum Schmunzeln. Er erinnert mich an den Film Ziemlich beste Freunde. Er hat mich herrlich lachen lassen. Auf dem Cover blicke ich auf eine herrschaftliche Villa in einer idyllischen Parkanlage. Unten rechts ein Pärchen in schwarz, das im Garten ein Loch gräbt. Es ist der erste Teil mit dem Seniorenpärchen Alois Mistelzweig und Berta Bartok. Hoffentlich ist es nicht der letzte.
Alois Mistelzweig wollte eigentlich Pianist werden und Berta Bartok ist Köchin. Beide mögen sich überhaupt nicht. Sie wohnen gemeinsam in einer Villa in Zürich. Ihre Arbeitgeberin ist gestorben und sie finanzieren sich über Diebstähle der kleineren Art. Bei einem dieser Diebstähle werden sie ertappt. Sie kommen um eine Anzeige herum, denn sie bieten an, eine verschwundene Person zu suchen. Aus dieser Suche entwickelt sich eine lustige und humorvolle Jagd nach Indizien, Aussagen, Hinweisen und weiteren Ermittlungsansätzen.
Keine Frage, dies ist ein Stil, den man lieben muss. Aus meiner Sicht ist es eine Screwballkomödie, die mich an Bonnie und Clyde erinnert. Oder an Per Anhalter durch die Galaxis, falls das noch jemand kennt.
Der Schreibstil von Sunil Mann liest sich leicht und locker. Mir haben die knapp 350 Seiten beim Lesen richtig Spaß gemacht und konnte mir alles gut vorstellen. Ich habe mich in diese Geschichte so vertieft, dass ich von der Hitzewelle kaum etwas mitbekommen habe. Die Frage, wie es denn nun weitergeht und was im Garten der Villa unter dem Birnbaum vergraben ist, beschäftigt mich mehr als 38 Grad im Schatten. Ich denke, ich habe da eine Idee und ich hoffe, ich muss nicht so lange warten, bis Sunil Mann uns eine Fortsetzung serviert.
Alles in allem hat der Autor mit Ziemlich beste Verbrecher einen Regionalkrimi auf den Büchermarkt gebracht, der schräg, skurril und abgedreht ist. Er ist jederzeit spannend, völlig überzogen und sehr humorvoll. Ich habe häufig herzlich gelacht. Wer da Lust zu hat, ist hier völlig richtig. Von mir bekommt der Autor 5 verdiente Lesesterne.