Ein Buch, das mit dem Alter seinen Charme nicht verloren hat
Der Norweger Thor Heyerdahl hat Zoologie, Geographie und pazifische Ethnographie studiert. Es folgten viele Reisen. Er forschte zu den Völkern des Pazifiks, insbesondere zu ihren Bewegungen vom Festland zu den Inseln. Seine Theorie, dass schon vor 1500 Jahren Menschen von Peru aus den Pazifik überquerten stieß auf Unverständnis. So etwas wäre mit einem Floß aus Schilf, Bambus und Balsaholz nicht möglich, war die einhellige Meinung.Um das Gegenteil zu beweisen, machte er sich 1947 auf zur legendären Kon -Tiki Expedition. 5 Begleiter und ein Papagei waren mit Bord.Wir erleben sehr anschaulich, wie die Vorbereitungen laufen, sind beim Bau des Floßes dabei reisen mit über das große, blaue Meer. Detailliert berichtet Heyerdahl über die Widrigkeiten, die einem dabei begegnen. Aber es gibt auch die ruhigen Tage, die zum forschen genutzt werden können, indem man in die Meereswelt hinab taucht oder in der Hitze die Zeit totschlagen muss. Es ist nicht immer ungefährlich, doch 101 Tag später kommt die Mannschaft ans Ziel.Es ist wirklich packend zu lesen, wie Heyerdahl diese Expedition in Worte gefasst hat. Am Anfang hatte ich es etwas schwer reinzukommen. Die Vorarbeit kam etwas trocken rüber. Doch kaum waren wir auf See, hatte mich das Buch für sich eingenommen. Es macht sich Bewunderung in mir breit für solche Menschen, die etwas wagen, sogar bereit sind, ihr Leben zu riskieren, um mehr über die Welt, die Menschen und ihre Vergangenheit zu erfahren.Dieser Reiseroman der besonderen Art, ist mittlerweile ein Klassiker und ein Evergreen der Abenteuerliteratur. Sprachlich leicht zugänglich, hat man beim Beenden der Lektüre das Gefühl, dabei gewesen zu sein. Thor Heyerdahl lebte die letzten Jahre auf den Kanaren und verstarb 2002Ich empfehle das Buch allen, die das Meer lieben, Abenteuern nicht abgeneigt sind, sich aber nicht selbst auf ein Schiff trauen.