"Calm my Waves" ist ein Faithful-New-Adult-Roman von Autorin Tiana Kiel. Passend zum Titel ist das Cover mit einer kunstvollen Wellenzeichnung gestaltet. Als Taschenbuchausgabe ist der Roman mit ca. 320 Seiten Ende Mai diesen Jahres im Gerth-Medien-Verlag erschienen.
Und darum geht es genau: Protagonistin Viola hat nicht nur gerade eine Trennung zu verdauen, sondern auch noch die Kündigung ihres Jobs. Dank einer guten Freundin wird sie auf einen Sommerjob in einem Tagungshaus in Cuxhaven aufmerksam. Dieser scheint perfekt, um Abstand von ihrem alten Leben zu bekommen und gleichzeitig wieder auf neue Pfade zu entdecken. Doch dann trifft sie genau dort auf ihren ehemaligen Schwarm für einen Sommer: Laurin.
Auch Laurin hat so Einiges hinter sich: Nicht nur, dass seine Familie entzweit ist - auch sein Bruder Jari blockiert seit Jahren jeglichen Kontakt. Plötzlich tauchen geheimnisvolle Flaschenpostnachrichten auf, gerichtet an Laurin und mit rätselhaften Hinweisen. Gemeinsam mit Viola erkundet er die Botschaften, welche Fragen an ihn richten, die immer mehr auch mit dem christlichen Glauben zu tun haben. Ein Glaube, welchen gerade Viola verloren zu haben scheint - auch wenn sie mit ihrem christlichen Blog Laurin zum Glauben verholfen hat.
Mit einem kleinen Prolog, welcher eine Rückblende zum Sommer, in welchem die junge Viola den Mut findet ihren Schwarm Laurin anzusprechen, beinhaltet, startet der Roman "Calm my Waves". In die damals schüchterne Protagonistin kann man sich als Leser gut hineinversetzen. Denn wer hatte noch keinen Sommerschwarm, welchen man ganz mutig angesprochen hat?
Sodann beginnt die Handlungsgeschichte sieben Jahre später. Als Leser lernt man die erwachsene Viola kennen, die nun dringend eine Auszeit braucht. Man erfährt, dass sie ihren christlichen Glauben verloren hat und von Gott enttäuscht ist. Ungemein authentisch, denn auch solche Situationen kennt man als Christ sehr gut. Laurin hingegen ist trotz einiger Schicksalsschläge tief im Glauben verankert. Das Aufeinandertreffen der Beiden ist an manchen Stellen anders als man als Leser vielleicht im ersten Moment erwartet. Laurin weiht Viola in die mysteriösen Flaschenpostbotschaften ein und gemeinsam stellen sie sich den darin vorkommenden Fragen. Während die beiden jeweils für sich Antworten finden, wird man auch als Leser indirekt dazu animiert, sich über die Fragen eigene Gedanken zu machen. Die Lektüre des Romans stimmt nachdenklich - egal ob man dem christlichen Glauben angehört, aktuell eine Glaubens-'Pause' hat oder mit dieser Thematik eher weniger anfangen kann.
Der Erzählstil von Autorin Tiana Kiel ist ungemein lebendig und mit den Figuren wird man schnell warm. Auch der Spannungsbogen ist konstant gehalten. Leider hat sich für mich das Ende als recht abrupt dargestellt und ich hätte mir die Antwort auf so einige noch offene Fragen gewünscht. Daher vier statt fünf Sterne. Dennoch aber ein klare Leseempfehlung!