Jahre aus Seide

Das Schicksal einer Familie. 5. Auflage.
Taschenbuch
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Träume aus Seide in Zeiten des Aufruhrs.

1932: Ruth hat eine unbeschwerte Jugend. Die meiste Zeit verbringt sie in der Villa des benachbarten Seidenhändlers Merländer. Sie ist fasziniert von den kunstvoll bedruckten Stoffen, lernt Schnittmuster zu ent … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Jahre aus Seide
Autor/en: Ulrike Renk

ISBN: 3746634415
EAN: 9783746634418
Das Schicksal einer Familie.
5. Auflage.
Aufbau Taschenbuch Verlag

7. Dezember 2018 - kartoniert - 563 Seiten

Beschreibung

Träume aus Seide in Zeiten des Aufruhrs.

1932: Ruth hat eine unbeschwerte Jugend. Die meiste Zeit verbringt sie in der Villa des benachbarten Seidenhändlers Merländer. Sie ist fasziniert von den kunstvoll bedruckten Stoffen, lernt Schnittmuster zu entwerfen und Taschen und Zierrat zu fertigen. Und sie begegnet Kurt, ihrer ersten großen Liebe. Als die Nazis an die Macht kommen, scheint es für sie keine Zukunft zu geben, denn sie sind beide Juden. Kurts Familie trägt sich mit dem Gedanken auszuwandern, auch Ruth soll gegen ihren Willen ihr Elternhaus verlassen. Und dann kommt der Tag, an dem das Schicksal ihrer Familie in Ruths Händen liegt.Eine dramatische Familiengeschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht.

Portrait

Ulrike Renk, Jahrgang 1967, studierte Literatur und Medienwissenschaften und lebt mit ihrer Familie in Krefeld. Familiengeschichten haben sie schon immer fasziniert, und so verwebt sie in ihren erfolgreichen Romanen Realität mit Fiktion.

Im Aufbau Taschenbuch liegen ihre Australien-Saga, die Ostpreußen-Saga, die ersten drei Bände der Seidenstadt-Saga und zahlreiche historische Romane vor.

Mehr Informationen zur Autorin unter www.ulrikerenk.de.

Pressestimmen

"Die im Buch beschriebenen Themen, wie Hass und Fremdenfeindlichkeit, haben leider auch Parallelen mit der Gegenwart. Es ist schwere Kost mit aktuellen Bezügen, die nachdenklich macht." Viktoria Reimer Zevener Zeitung 20190524

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Wirkte nicht authentisch
von Curin - 13.01.2019
Als Kaufmannstochter genießt Ruth eine fast unbeschwerte Jugend und wächst behütet auf. Beim Händler Merländer lernt sie Seide zu verarbeiten und trifft dort auch Kurt, mit dem sie sich eine gemeinsame Zukunft vorstellen kann. Doch mit der Machtergreifung Hitlers beginnt für die jüdische Familie eine schwere Zeit... . ,,Jahre aus Seide ist der Auftakt einer Trilogie von Ulrike Renk, die hier die Geschichte einer jüdischen Familie erzählt, die auf einer wahren Begebenheit beruht. Für mich war es das erste Buch der Autorin und leider ist es ihr nicht ganz gelungen, mich zu begeistern und richtig zu überzeugen. Allerdings merkt man schon, dass sie richtig gut recherchiert hat und so auch detailreich Ruth Meyers Geschichte erzählen kann. Dennoch kam die Atmosphäre der gesamten Zeit nicht richtig rüber und die Figuren wirkten auch nicht richtig echt und lebendig. Ruth Meyer lernt man im Buch schon als Kind kennen und erlebt dann mit, wie ihr Interesse an Seide, aber auch an Kurt wächst. Sie war mir zwar sympatisch, aber sie hat auch eine etwas komische perfektionistische Art. Irgendwie wirkte ihr ganzer Charakter auf mich zu konstruiert. Ulrike Renk schreibt zwar gut lesbar und einfach, aber irgendwie gelingt es ihr nicht, die richtige Atmosphäre zu kreieren und die Geschichte glaubhaft darzustellen. Auch habe ich die Dialoge in den Szenen nicht als natürlich, sondern als gestellt empfunden und konnte mir nicht vorstellen, dass sich jemand so unterhält. Eigentlich ist es sehr schade, dass das Buch so viele Schwächen hat, da das Thema wirklich immer noch wichtig ist und gerade in unserer Zeit nicht in Vergessenheit geraten darf. Insgesamt konnte mich Ulrike Renk mit ,,Jahre aus Seide nicht überzeugen. Daher empfehle ich das Buch hier nicht weiter.
Eine packende Familiengeschichte
von Ameland - 08.01.2019
Die Autorin Ulrike Renk ist für ihre gute und gründliche Recherche bekannt, was sie in diesem Buch wieder unter Beweis stellt. Geschickt wurde das Leben der Familie Meyer mit zeitgeschichtlichen Begebenheiten und Fiktion verwoben. Wie gesagt, geht es um die jüdische Familie des Karl Meyer aus Krefeld. Der Roman beruht auf wahre Begebenheiten, die u. a. dem Tagebuch der Tochter Ruth Meyer entnommen sind. Die Geschichte beginnt im Jahr 1926 und verläuft am Anfang in sehr ruhigen Bahnen. Sie ist nicht wirklich spannend, eher beschaulich, weiß aber trotzdem vor dem Hintergrund der sich anbahnenden politischen Situation in Deutschland zu fesseln. Der Leser bekommt einen guten Einblick in das jüdische Familienleben mit seinen Sitten und Gebräuchen. Die Schreibweise ist angenehm und flüssig zu lesen. Die Charaktere schienen mir zu Beginn in ihren Handlungen teilweise nicht sehr realistisch. Da ist Karl, der allen aus der Patsche hilft, sei es sein Automechaniker oder der Nazi-Nachbar. Dann die Tochter Ruth, die bereits in Vorschulalter eigene Schnittmuster entwirft. Aber warum soll es solche Menschen nicht geben bzw. gegeben haben; zumal es schriftlich dokumentiert ist. Insgesamt handelt es sich meiner Meinung nach um einen gelungenen Einstieg in die Trilogie dieser Familiengeschichte, die übrigens mit einem ganz fiesen Cliffhanger endet.
von dorli - 07.01.2019
Krefeld, Oktober 1926. Die fünfjährige Ruth Meyer wächst wohlbehütet und unbeschwert auf. Ihr Vater Karl ist ein selbstständiger Handlungsreisender, der sich beruflich wie gesellschaftlich etabliert hat und seiner Familie ein sorgloses Leben ermöglicht. Ihre Mutter Martha kümmert sich liebevoll um sie und ihre kleine Schwester Ilse. Anfang der 1930er Jahre wird die wirtschaftliche Lage immer schlechter, die Regierung instabiler. Während Karl die politische Entwicklung noch als ein Unwetter ansieht, dass hoffentlich schnell vorüberzieht, nehmen Angst und Unsicherheit in der Bevölkerung zu. Die Meyers machen sich jedoch wenig Sorgen, sie sind zwar Juden, aber vor allem sind sie ja Deutsche. Was soll ihnen im eigenen Land schon passieren? Als Hitler Reichskanzler wird, werden die Veränderungen jedoch immer gravierender. Die Einschränkungen für Juden weiten sich aus, das Leben wird für die Meyers und ihre Freunde kontinuierlich problematischer. Schließlich gerät die ehemals heile Welt der Meyers vollends ins Wanken und plötzlich scheint es zu spät, sich in Sicherheit zu bringen Ulrike Renk ist dafür bekannt, dass ihre Romane auf wahren Begebenheiten beruhen. Auch ihre Seidenstadt-Trilogie basiert auf Tatsachen - Ruths Tagebuch sowie von den Nachfahren der Meyers zur Verfügung gestellte Dokumente und Interviews sind Grundlage für diese eindringlich erzählte Familiengeschichte. Ulrike Renk lässt den Leser sehr intensiv an dem Schicksal der Meyers teilhaben. In diesem ersten Band der Trilogie erzählt die Autorin von den Ereignissen zwischen Oktober 1926 und dem 10. November 1938. Die glückliche Kindheit und Jugend Ruths stehen hier im Mittelpunkt. Die Handlung verläuft ruhig und man kann nicht nur am Alltag der Familie teilhaben, sondern bekommt auch viel Wissenswertes über die jüdischen Traditionen und Bräuche geboten. Besonders gut gefallen hat mir, wie mitreißend Ulrike Renk das Verhalten der Meyers inmitten der immer aggressiver werdenden Stimmung im Land schildert. Man kann sehr gut nachvollziehen, warum sich die Familie trotz der drohenden Anzeichen relativ sicher fühlte und wieso Karl so lange gezögert hat, bevor er einen Ausreiseantrag gestellt hat. "Jahre aus Seide" hat mich durchweg begeistert - eine gelungene Mischung aus wahrer Familiengeschichte und fiktiver Handlung, die den Leser miterleben lässt, wie aus einer gut situierten, fröhlichen Familie nach und nach von Angst und Kummer geplagte Menschen werden. Absolute Leseempfehlung!
gefühlvoll und ergreifend - ein wunderschöner Roman
von Gartenfee - 06.01.2019
Ulrike Renks neuer Roman "Jahre aus Seide" ist der erste Band eine Trilogie des Familienepos der Familie Meyer, der seinen Auftakt in der Samt- und Seidenstadt Krefeld am Niederrhein im Jahre 1932 nimmt, ein Roman, der auf wahren Begebenheiten beruht. Die Protagonisten des Romans sind die Familie Meyer, Vater Karl, der erfolgreich als selbstständiger Schuhhändler reist, Martha, seine Frau, die sich sehr um das Wohl ihrer Kinder sorgt und ihnen eine verständnisvolle und behütete Kindheit bietet, Ruth und Nesthäkchen Ilse. Die Meyers erhalten die Möglichkeit, ein Haus neben der Villa Merländer (heute eine NS-Gedenkstätte) zu bauen. Ruth, die viel Zeit in der Villa Merländer mit dem gleichnamigen Seidenhändler verbringt, ist fasziniert von Stoffen und beschäftigt sich sehr viel damit. Als die Nationalsozialisten die Macht begreifen, verändert sich schrittweise, langsam schleichend das Leben von Ruth und ihrer Familie. Ich mag den Schreibstil der Autorin, flüssig, leicht lesbar und zwischen den Zeilen, sehr gut beschrieben, spürt man als Leser die herannahende Gefahr, die langsam und stetig Spannung aufbaut. Sehr gut beschrieben auch die unterschiedlichen Gedanken nach der Machtergreifung Hitlers, die einen, die denken, er würde nur ein kurzes Gastspiel geben, andere haben im ersten Weltkrieg für Deutschland gekämpft und fühlen sich als jüdische Deutsche sicher und wieder andere, die nicht für voll genommen werden, weil sie als "Schwarzseher" Ausreiseanträge nach Palästina stellen und auch die Reaktionen der Kinder, ihren Umgang mit den immer neuen Situationen und Sanktionen. Emotional und berührend beschrieben zieht der Roman in seinen Bann und beschreibt damit auch die langsam sich steigernde Ausgrenzung der Juden, die Berufsverbote, die Reichsprogramnacht und erinnert an das für mich dunkelste Stück deutscher Geschichte. Insgesamt hat Frau Renk in meinen Augen die damaligen politischen Situationen gekonnt mit der Familiengeschichte der Meyers verwoben und ich bin schon sehr gespannt auf die weiteren Bände.
Der Schrecken beginnt
von Siglinde Haas - 02.01.2019
Die Autorin erzählt die in weiten Teilen auf wahre Begebenheiten basierende Geschichte der Jüdin Ruth Meyer. Die Handlung beginnt im Jahr 1926. Ruth ist die älteste Tochter der großbürgerlichen Familie Meyer. Der Vater arbeitet als Handelsvertreter für Schuhe. Der Familie geht es von Jahr zu Jahr wirtschaftlich besser. Man baut eine Villa, hat Hausangestellte, genießt gesellschaftliches Ansehen. Doch es ziehen dunkle Wolken auf. Die NSDAP mit ihrem Führer Hitler gewinnt an Einfluss und ist immer öfter Thema in den Gesprächen der Familie und befreundeter Ehepaare. Auswandern oder Bleiben ? Ruths Vater möchte bleiben. Er sieht im Ausland für sich keine berufliche Zukunft und er ist in Deutschland zuhause. Es wird schon nicht so schlimm werden. Das ist ein Irrtum ! Das Leben der jüdischen Familie wird nach Hitlers Machtergreifung immer stärker durch Repressionen eingeschränkt. Die Geschäfte des Vaters gehen zusehends schlechter. Der Lebenskreis wird enger. Nach der Reichskristallnacht 1938 liegt auch das Leben der Familie Meyer in Scherben. Die Autorin entfaltet die Familiengeschichte in langsamen Schritten. Ausführlich schildert sie den wirtschaftlichen Aufstieg des Vaters und das beschauliche Familienleben. Wie ein Leuchtfeuer taucht die NSDAP in den Gesprächen auf und wirft ein grelles Licht auf beklemmende Ereignisse. In den Streitgesprächen der Familie wird anschaulich das Für und Wider einer Auswanderung besprochen und die Hoffnung gehegt, dass es nicht zum äußersten kommen wird. Um so erschreckender sind die zunehmenden Einschränkungen, die die Familienidylle innerhalb kurzer Zeit zerstören. Ruth war in meinen Augen etwas zu verständig für ihr Alter. Vermutlich werde ich ihr nicht gerecht, wenn ich heutige Maßstäbe anlege, denn ihr war immer bewusst, dass sie anders war als ihre christlichen Freunde. Anrührend die Schilderung ihrer ganz normalen Träume und Wünsche, die brutal durch das Regime zerstört werden Das Buch bietet anschaulichen und unterhaltsamen Geschichtsunterricht und gibt dem Grauen des Terrors und der Person Ruth Meyer ein Gesicht.
Beeindruckender Auftakt zu einer neuen Trilogie historischer Romane
von Hermione - 02.01.2019
"Jahre aus Seide" ist der erste Band einer Trilogie rund um die junge Jüdin Ruth Meyer aus Krefeld und ihre Familie. Der Roman beruht auf wahren Begebenheiten und echten historischen Personen, gemischt mit fiktiven Charakteren und weiteren fiktiven Elementen in der Handlung. Der erste Band beginnt in den 1920er Jahren, in denen Ruth mit ihrer jüngeren Schwester behütet in Krefeld aufwächst. Ruth ist sehr aufgeweckt und vielseitig interessiert. Insbesondere näht sie schon als kleines Kind gerne mit den Stoffresten, die sie von ihrem Nachbarn, dem reichen Fabrikanten Merländer, bekommt. Doch so gut es der Familie am Anfang auch gehen mag, merkt man schon deutlich die zunehmende Bedrohung durch das mehr und mehr judenfeindliche Klima in Deutschland. Auch die Familie Meyer bekommt am eigenen Leib weitreichende Einschränkungen zu spüren, während immer mehr Freunde und Verwandte an eine Ausreise aus dem deutschen Reich denken. Meine Meinung: Dank der sehr flüssigen Erzählweise bin ich von Anfang an gut in den Roman gestartet. Ich habe mich mit der Protagonistin Ruth, die schon als Kind sehr aufgeweckt rüberkommt, sofort angefreundet, denn sie war mir gleich sympathisch. Zu Beginn der Handlung kommt die privilegierte Stellung und die behütete Kindheit von Ruth und ihrer kleinen Schwester Ilse gut rüber, später dann wird anhand vieler konkreter Erlebnisse sehr deutlich, wie die Familie Meyer sowie auch ihre Freunde und Verwandten zunehmend unter dem judenfeindlichen Klima in Deutschland und der (aufziehenden) nationalsozialistischen Schreckensherrschaft leiden. Dadurch, dass man als Leser/-in Ruth so lieb gewonnen hat, leidet man sehr konkret mit ihr, als sie zum Beispiel das Lyzeum nicht mehr mit ihren christlichen Mitschülerinnen besuchen darf etc. Somit bekommen Nazi-Terror und Judenfeindlichkeit bzw. ihre Auswirkungen ein besonders deutliches Gesicht. Da es sich um den ersten Teil einer Trilogie handelt, der mit der Reichpogromnacht 1938 endet, liegen somit die "schlimmsten" Teile der (deutschen) Geschichte noch vor uns, aber man fühlte sich dennoch teilweise beim Lesen richtig beklemmt. Ich bin sehr froh, dass es Bücher gibt wie dieses, damit die so düsteren Kapitel der deutschen Geschichte wie der Holocaust niemals vergessen werden. Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes, weil es auf wahren Begebenheiten beruht. Sehr gefallen hat mir auch, dass man so viel über Krefeld gelernt hat, eine Stadt, die in den 1920er/30er Jahren eine viele größere Bedeutung hatte als heute. Fazit: Diesen mitreißenden und bewegenden Roman zu diesem so wichtigen Thema kann ich nur wärmstens empfehlen. Ich freue mich schon sehr auf die nächsten beiden Teile der Trilogie.
Auftakt der Saga
von Alexandra Baunach - 01.01.2019
Das Cover ist sehr schön und passend gestaltet. Der Klappentext hat mich neugierig gemacht auf das Buch und die Familiensaga von Ulrike Renk. Klappentext: Träume aus Seide in Zeiten des Aufruhrs. 1932: Ruth hat eine unbeschwerte Jugend. Die meiste Zeit verbringt sie in der Villa des benachbarten Seidenhändlers Merländer. Sie ist fasziniert von den kunstvoll bedruckten Stoffen, lernt Schnittmuster zu entwerfen und Taschen und Zierrat zu fertigen. Und sie begegnet Kurt, ihrer ersten großen Liebe. Als die Nazis an die Macht kommen, scheint es für sie keine Zukunft zu geben, denn sie sind beide Juden. Kurts Familie trägt sich mit dem Gedanken auszuwandern, auch Ruth soll gegen ihren Willen ihr Elternhaus verlassen. Und dann kommt der Tag, an dem das Schicksal ihrer Familie in Ruths Händen liegt. Eine dramatische Familiengeschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht. Der Schreibstil ist flüssig und das Buch lässt sich flüssig lesen. Am Anfang ist es etwas langatmig, es passiert nicht wirklich etwas und die Geschichte der Familie wird sehr ausführlich erzählt, aber zum Ende des Buches macht das auch Sinn, denn nur so kann man alle Zusammenhänge und das gesamte Leben der Familie richtig verstehen und nachvollziehen, wie das Leben in der damaligen Zeit war. Die handelnden Personen und auch die Handlungsorte konnte ich mir dank der detaillierten Beschreibungen gut vorstellen und hatte beim Lesen ein klares Bild vor Augen. Auch in die damalige Zeit konnte ich mich, dank der detaillierten Schilderungen sehr gut hineinversetzen. Der offene Schluss macht auf alle Fälle neugierig auf den nächsten Band der Reihe. Ich werde diesen auf jeden Fall lesen, weil ich wissen möchte, wie es weitergeht mit allen. Von mir eine klare Leseempfehlung und volle 5 Sterne für die Seidenstadt-Saga von Ulrike Renk.
Jahre aus Seide
von Xanaka - 31.12.2018
Beruhend auf einer wahren Geschichte erzählt Ulrike Renk das Leben der jüdischen Familie Meyer in den 30er Jahren in Krefeld. Familie Meyer lebte zur damaligen Zeit in Krefeld in privilegierteren Verhältnissen. Karl Meyer ist als Vertreter für Schuhe erfolgreich in ganz Deutschland unterwegs. Martha Meyer ist zu Hause und kann sich ganz der Betreuung der Kinder Ruth und Ilse widmen. Unterstützung erhält sie dabei vom Kindermädchen Leni und auch von der Haushaltshilfe Frau Jansen. Der Familie geht es für damalige Verhältnisse ausgesprochen gut, sie haben keine Not. Und doch verändert sich das Leben in Krefeld. Die Repressalien gegen Juden nehmen zu und machen auch vor der Familie Meyer nicht halt. Anfänglich wollen sie diese nicht wahrhaben und hoffen immer noch auf eine Besserung der Situation, aber im Gegenteil, es wird immer schwieriger für alle. Änderungen im persönlichen Umfeld der Meyers nehmen zu. Viele Freunde und Verwandte versuchen ins Ausland zu kommen, nach Palästina oder in die USA. Die Frage ist nur, ob es auch den Meyers gelingen wird? Mit viel Liebe erzählt die Autorin hier aus dem Leben dieser jüdischen Familie. Aufgrund der geschichtlichen Ereignisse wissen wir alle bereits beim Lesen was passieren wird. Das macht das Leben auf der einen Seite so spannend. Wie geht die Familie mit den Einschränkungen in ihrem Leben um? Wie reagieren sie auf die Veränderungen? Auf der anderen Seite ist es aber so, dass die Veränderungen und Einschränkungen gerade in dieser Familie erst sehr spät zum Tragen kommen. Ich hatte wahrscheinlich eine andere Vorstellung und habe mir das Leben der Familie sehr viel tragischer vorgestellt. Toll fand ich die Charakterisierung der übrigen Familienmitglieder und ihren Umgang miteinander. Ganz großartig war Karl Meyer, der für seine Schwiegermutter immer die passende schlagfertige Antwort parat hatte. Unbedingt empfehle ich auch das Nachwort zu lesen. Hier schreibt Ulrike Renk, wie es eigentlich dazu kam dieses Buch und auch die nachfolgenden Bücher zu schreiben. Auch wenn ich mir einiges im Buch anders vorgestellt hätte, empfehle ich dieses Buch sehr gerne. Von mir gibt es dafür 3,5 Lesesterne.
Jahre aus Seide
von MarySophie - 31.12.2018
Handlung: Ruth hat eine unbeschwerte Kindheit. Sie wächst in einer liebevolle Familie auf, hat viele Freunde und muss nie Hunger leiden. Mit ihrerer besten Freundin Rosi entdeckt Ruth die Villa von dem Seidenhändlers und entdeckt dort ihre Leidenschaft für kunstvoll bedruckte Stoffe. Sie lernt verschiedene Schnittmuster kennen und hat nicht nur Spaß an der Sache, sondern stellt sich auch geschickt an. Doch die Zeiten werden düsterer, die Nazis erhalten immer mehr Macht und Ruth muss sich mit ihrer Familie vor der Zukunft fürchten. Denn nicht nur sie sind Juden, sondern auch viele Freunde und ihre erste Liebe, Kurt. Viele jüdische Familien in Krefeld überlegen, ob und wohin sie auswandern. So auch die Familie von Ruth. Meinung: Das Cover finde ich wirklich gelungen. Es ist sehr freundlich und liebevoll gestaltet, alle Farben harmonieren perfekt miteinander und sind super aufeinander abgestimmt. Teilweise erinnert es an ein Gemälde oder eine Fotografie, was besonders durch die Pose und Haltung der Dame beeinflusst wird. Am Anfang des Romans befindet sich eine Auflistung der wichtigsten Personen. Dies ist recht verwirrend dargestellt, ich brauchte erst einmal eine Minute, um mich reinzufuxen. Bisher habe ich dies noch nie so gesehen und es gibt eindeutig einfachere Wege, um die Personen aufzulisten. Die Autorin hat einen sehr angenehmen Schreibstil genutzt. Durchweg ließ sich der Roman leicht lesen, trotzdem konnte mich die Handlung erst ab dem letzten Drittel gefangen nehmen. Bis dahin ist sie nur so vor sich hingeplätschert und nur wenig Spannendes ist passiert. Es gab keine wirklichen Konflikte oder Diskussionen, von jeder Idee waren immer alle sofort begeistert und keiner hat mal auf den Tisch gehauen. Mir war das zu seicht und friedlich, alle hatten sich ständig lieb und nur eine Person ist aus dem Schema gefallen. Das war mir zu wenig. Immer wieder tauchen einige Unstimmigkeiten auf, z.B.: wird an einigen Stellen Ruths Alter falsch angegeben. Diese Fehler haben mit der Zeit immer mehr gestört und haben auch ein Stück weit meinen Lesefluss gestört. Ich bin voller Erwartungen in die Geschichte reingegangen. Der Anfang der Leseprobe hat mir wirklich gut gefallen, es wurde das Bild einer harmonischen und liebevollen Familie gezeigt. Als Leser hatte man genug Zeit, um sie kennenzulernen und sich mit ihnen anzufreunden. Leider wurde nie ein anderes Bild der Familie gezeigt. Alle wurden nur mit positiven Attributen versehen, es gab keine Konflikte, die in einer Familie typisch sind. Zumindest wurden diese mit keinem Wort erwähnt. Einzig die Großmutter Emilie ist aus diesem Schema gefallen. Sie ist eine taffe, strenge Frau, die nicht jede Entscheidung sofort gutheißt, sondern Dinge auch hinterfragt. Im Zusammenspiel mit den anderen Charakteren kommt sie natürlich schlecht weg, wirkt teilweise wie ein Antagonist. Für mich war sie tatsächlich der beste Charakter. Sie zeigte viel Tiefe und sticht durch ihr Wesen aus der Menge heraus. Viele Situationen und Handlungen wirken künstlich und als Leser fragt man sich, ob dies wirklich der Wahrheit entspricht. An vielen Textstellen hatte ich wirklich gedacht, dass die Autorin ihrer Fantasie freien Lauf gelassen hat und war darüber erstaunt, als ich erfahren habe, dass dies sich so wirklich zugetragen hat. An genau diesen Szenen erkennt man als Leser dann auch, wie viel Mühe sich die Autorin mit der Recherche gegeben hat und viele Ereignisse Hand und Fuß haben. Anhand des Klappentextes hatte ich erwartet, dass sich der Roman sehr stark um Ruth dreht und sich die Handlung vor allem um ihre Jugendjahre dreht. Hier führt der Klappentext stark in die Irre. Als Leser lernt man Ruth als Kind von sechs Jahren kennen und nur ein kleiner Teil der Handlung dreht sich um die jugendliche Ruth, mehr wird ihre Kindheit betrachtet. Bei ihr muss ich leider auch sagen, dass ich finde, dass sie kaum eine Entwicklung durchgeht. Ja, sie wird älter und erwachsener. Jedoch ist der Wandel kaum sichtbar und sie wirkt auf mich sehr lange Zeit wie ein kleines Mädchen, auch noch, wenn sie 10 Jahre alt ist. Fazit: Lange Zeit war mir die Handlung zu seicht, es ist nur wenig passiert und alles war zu harmonisch. Das hat sich erst ab dem letzten Drittel des Romans geändert, hier bekam die Handlung etwas mehr Spannung, das Ende hat einen Höhepunkt gebildet, welcher sich klar heraushebt und dem Roman viel Dramatik gegeben hat. Trotzdem war es für mich nicht ausreichend genug.
Eine berührende Familiensaga
von Sissy0302 - 31.12.2018
Die Jüdin Ruth wächst wohlbehütet in Krefeld auf. Ihre Familie ist wohlhabend und fürsorglich. Sie selber ist bei anderen Kindern sehr beliebt und verbringt eine glückliche Kindheit. Bis die ersten Repressalien gegen Juden kommen. Der Vater versucht, seiner Familie (besonders seinen beiden Kindern) weiterhin ein sorgloses Leben zu bieten. Doch die Ängste werden immer mehr, die Mutter wird darüber krank und dem Vater bleibt nichts anderes übrig als sich wie Freunde der Familie Gedanken über eine Auswanderung aus Deutschland zu machen. In diesem 1. Teil dreht sich alles um Ruths Kindheit/Jugend in den Jahren 1926 bis zur Reichspogromnacht in 1938. Die Autorin erzählt in ruhigen unaufgeregten Worten wie Ruth aufwächst. Sie stellt das angenehme Wesen der Familie in den Vordergrund. Mir persönlich hat dieser Schreibstil sehr gut gefallen. Durch dieses ruhige und lange Erzählen fand ich die Geschichte noch eindrucksvoller mit dem heutigen Wissen was den Juden widerfahren ist. Die Geschichte von Ruth Meyer beruht auf wahren Gegebenheiten. Ulrike Renk hat anhand von Tagebuchaufzeichnungen und Gesprächen mit der Familie wahres mit Fiktion verwoben, was sie dann im Nachwort auch aufgliedert. Für mich war dies das erste Buch der Autorin. Nun warte ich gebannt auf den 2. Teil der Saga. Und da mir das Buch so gut gefallen hat, werde ich mir nun auch die vielgelobte Ostpreußen-Saga kaufen. Mich hat dieses Buch eindeutig überzeugt, und ich kann es jedem empfehlen, den Geschichte interessiert - vor allem, wenn diese eindringlich und nicht nur dramatisch erzählt wird.
Als die Welt noch in Ordnung war
von Sabine Mach - 31.12.2018
Krefeld 1932. Die Welt der kleinen Ruth ist noch in Ordnung. Sie lebt mit ihren Eltern und ihrer Schwester Ilse unbeschwert und glücklich. Als die Nazis immer mehr Macht erlangen, wendet sich das Blatt und die jüdische Familie denkt daran, das Land zu verlassen. Ulrike Renz hat mich mit ihrem ersten Teil der Trilogie um die kleine Ruth sehr berührt. Sanft und leise erzählt sie die Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht. Fast zu schön, um wahr zu sein. Unbeschwertheit, Glück, Träume von einer schönen Zukunft, das alles sind die Attribute, die diesen Roman tragen. Kaum Aufgeregtheiten, nur ganz normaler, schnöder Alltag. Der Vater Handlungsreisender für Schuhe, die Mutter Hausfrau, zwei gesunde Kinder, genug Personal zur Unterstützung. Das Leben kann so schön sein. Wenn da nicht etwas wäre, das der Leser schon weiß. Die drohende, braune Gefahr, die diese Idylle trübt und die sich wie ein Damoklesschwert über die sonnige Geschichte hängt. Die wir als wissende Leser schon erahnen und die erbarmungslos näher rückt.  Ulrike Renz hat die echten Tagebuchaufzeichnungen Ruths verwendet und sie mit fiktiven Elementen verwoben. Sie erzählt die Geschichte aus der Sicht eines Kindes, das kommt anfangs etwas einfach, naiv daher und oft allzu heiter. Sie vertieft vor allem die Situationen und Erlebnisse, die dem Kind wichtig waren. Das mag manchen Lesern langweilig erscheinen, aber so ist das Leben. Und ich wünschte, es wäre einfach so geblieben. Die Sprache der Autorin ist sehr detailliert und liest sich schnell und zügig. Sie schreibt sehr emotional und lässt den Leser teilhaben am Alltag einer ganz normalen Familie. Ein Alltag, der von heute auf morgen so einfach verschwindet. Nichts ist mehr wie es war.  Ich bin sehr gespannt, wie sich die Geschichte entwickelt und fiebere jetzt schon dem nächsten Band entgegen, obwohl ich genau weiß, dass mich nichts Gutes erwartet.
von StephanieP - 31.12.2018
Ruth ist ein junges jüdisches Mädchen, welches in den 30er- Jahren sehr behütet mit ihrer kleinen Schwester bei den Eltern aufwächst. Ruths Vater arbeitet als Schuhhändler und hat für die Familie ein gutes Leben aufgebaut. Sie besitzen ein Haus und haben einen großen Freundes- und Familienkreis. Doch nach und nach kommen die Nationalsozialisten immer mehr an die Macht.   Ulrike Renk hat es erneut geschafft eine unfassbar mitreißende und fesselnde Familiensaga zu verfassen, die auf dem Leben wahrer Personen beruht. Obwohl Anfangs relativ wenig Handlung ist, konnte mich das Buch dennoch von der ersten Seite an in seinen Bann ziehen. Im Laufe der Handlung wird die Spannung immer mehr gesteigert und gerade das Ende des Buches konnte mich komplett mitreißen. Ich freue mich jetzt schon auf den zweiten Band und hoffe, dass dieser bald erscheint! Besonders gelungen und authentisch finde ich die Beschreibung der damaligen Atmosphäre. Ruth genießt zunächst eine unbeschwerte Kindheit, doch diese ist zunehmend von Ängsten geprägt. Ulrike Renk schafft es, wie beinahe keine andere Autorin dieses Genres, diese Entwicklung äußerst glaubwürdig zu schildern. Ich musste mit den Protagonisten mitleiden, besonders mit dem Wissen, dass es die Familie tatsächlich gab.   Die einzelnen Protagonisten sind sehr authentisch beschrieben. Hin und Wieder fand ich persönlich Ruths Ausdruckweise etwas zu reif für ihr Alter, dies hat allerdings nicht weiter gestört. Vor allem Herr Aretz und die liebenswerte Ruth waren mir besonders sympathisch und ich hoffe, dass diese auch im nächsten Band wieder viel Platz bekommen. Da es die Protagonisten alle wirklich gab und die Handlung sehr gut und ausführlich recherchiert wurde, werde ich das Buch noch lange in Erinnerung behalten und es wird mich noch länger beschäftigen.   Ich kenne bereits mehrere Bücher von Ulrike Renk und war bisher von ausnahmslos jedem begeistert. Auch der Auftakt zu dieser Familien-Saga konnte mich komplett überzeugen. Besonders gut gefällt mir die Beschreibung der Atmosphäre und die Entwicklung der Gesellschaft. Da die Handlung sehr aufwendig recherchiert wurde und die Protagonisten Großteils sehr liebenswert sind, freue ich mich sehr auf die Fortsetzung!   FAZIT: Jahre aus Seide ist ein Lesehighlight, auf dessen Fortsetzung ich bereits jetzt sehnsüchtig warte. Sowohl die Handlung, als auch der Schreibstil und die Protagonisten konnten mich wirklich überzeugen. Daher vergebe ich 5 Sterne!
Dunkle Wolken über der Seidenstadt
von leseratte1310 - 30.12.2018
"Jahre aus Seide" ist der erste Band einer Trilogie um die Familie Meyer. Die Geschichte der Familie Meyer beginnt im Jahr 1932 in der Samt-und-Seide-Stadt Krefeld. Ruth wächst mit ihrer kleinen Schwester Ilse sehr behütet auf. Vater Karl ist erfolgreich als Schuhhändler unterwegs. Martha möchte ihren Kindern eine gute Mutter sein, da sie selbst erlebt hat, wie kalt die Atmosphäre in ihrer Kindheit war. Meyers bauen ein Haus gegenüber der Villa Merländer, das für sie ein wirkliches Zuhause wird. Ruth findet schnell Kontakt zu Rosi, der Tochter von Merländers Chauffeur. Als Rosi Ruth Stoffmuster aus der vorjährigen Kollektion Merländers schenkt, fängt Ruths Begeisterung für Stoffe und das Nähen an. Doch dunkle Schatten ziehen auf und es gibt ständig neue Einschränkungen für jüdische Familien. Daher rückt man näher zusammen und versucht das Leben trotzdem zu genießen. Aber immer mehr Familien wollen weg aus Deutschland. Karl zögert lange, zu lange. Dann gibt es gewaltsame Übergriffe. Wird es der Familie gelingen, sich zu retten? Die Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten und die Autorin berichtet im Nachwort, wie sie dazu kam, sich mit Ruths Geschichte zu beschäftigen. Die erste Hälfte des Buches lässt uns am Familienleben der Meyers teilhaben. So lernt man die Protagonisten gut kennen. Es passiert nicht viel und doch spürt man etwas Bedrohliches. Ich denke, dass es gerade dieser Kontrast zu dem späteren Geschehen ist, der einen so erschüttert. Ich habe einiges Neue erfahren, anderes aufgefrischt über den jüdischen Glauben und seine Feste. Den Meyers geht es gut, aber sie haben auch ein Herz für andere. Sie helfen gerne, selbst dem Nazi, dem das Geld ausgegangen ist. Ihre Angestellten haben es gut bei ihnen und zu Karls Fahrer Aretz und seiner Familie gibt es eine freundschaftliche Beziehung. Man sieht die Gefahr und glaubt doch, dass der Spuk schnell wieder vorbei ist. Karl betrachtet sich in erster Linie als Deutscher und erst dann als Jude. Das lässt ihn auch zögern, einen Ausreiseantrag zu stellen. Wir wissen heute alle, wie es dann weiterging; erst traf es die Geschäfte von Juden, dann die Synagogen. Der Schulbesuch wurde jüdischen Kindern verwehrt, die Berufsausübung den Erwachsenen und dann gab es die Jagd auf jüdische Menschen Man wollte die Juden nicht haben und machte ihnen doch die Ausreise schwer. Die Nachbarländer sahen zu und auch sie wollten die jüdischen Menschen nicht. Zum Glück gab es aber auch Menschen, die nicht mitmachten, sondern halfen. Wir erleben alles hautnah am Schicksal der Familie Meyer mit, zuerst das glückliche, unbeschwerte Familienleben, dann die Angst, aber auch die Hoffnung und am Ende die Übergriffe. Das macht es besonders bedrückend. In mir löste es Fassungslosigkeit und Wut aus, Wut auf die Engstirnigen, die mit fadenscheinigen Begründungen Jagd auf Minderheiten machten. Es ist ein sehr emotionales Buch, das hoffentlich eine Warnung ist, dass so etwas nie wieder geschehen darf. Ich bin schon sehr gespannt auf die Folgebände.
Eine historische Figur in einem teilweise fiktiven Roman verwebt
von Petra Sch. - 29.12.2018
Kurz zum Inhalt: Die jüdische Familie Meyer lebt in Krefeld, wo sie in der Nähe des reichen Seidenhändlers Merländer ein Haus baut. Vater Karl hat aufgrund einer Sehschwäche einen katholischen Chauffeur, der ihn im ganzen Land herumführt, wo er Schuhkollektionen verkauft. Der Familie geht es finanziell sehr gut. Ruth freundet sich mit Rosi, der Tochter von Merländers Chauffeur an, und verbringt viel Zeit in der Villa Merländer. Dort kommt sie auch zum ersten Mal mit teuren Stoffen und Seide in Kontakt und ist sofort begeistert. Ihre Oma bringt ihr das Nähen bei und wie man Schnittmuster entwirft. Ruth hat eine behütete Kindheit, und in ihrer Jugend verliebt sie sich in Kurt. Doch die Nationalsozialisten erlangen immer mehr Macht, und die Juden werden in ihrem Leben immer mehr eingeschränkt. Viele jüdische Familien planen auszuwandern, ebenso die Familie von Kurt, doch Karl ist lange Zeit dagegen und hofft, dass die furchtbare Zeit bald vorbei ist... Meine Meinung: Jahre aus Seide ist der erste Teil der Trilogie um die jüdische Familie Meyer vor und im Zweiten Weltkrieg, im Vordergrund steht die Tochter Ruth. Dieser erste Teil handelt von Ruths Kindheit in den 1920er und 1930er Jahren vor dem Weltkrieg. Der Schreibstil ist ruhig und authentisch. Leider suggeriert der Klappentext einen etwas anderen Inhalt, nichts desto trotz war ich von dem Buch begeistert! Es wird die Familiengeschichte der Meyers erzählt, nach einer wahren Begebenheit. Dadurch, dass man als Leser weiß, welches politische Ereignis passieren wird, sieht man alles natürlich durch andere Augen. Auch wenn jetzt nicht ein spannendes Ereignis dem anderen folgt - es ist eine Familiensaga, und wer Tempo und Spannung will, möge einen Krimi oder Thriller lesen. Vor allem die Familie Aretz, allen voran Hans Aretz, Karls Chauffeur, hat das Herz am rechten Fleckt und die Meyers sehen die Aretz nicht nur als Angestellte, sondern als Freunde, mit denen sie auch oft in Urlaub gefahren sind. Die ersten zwei Drittel plätschern so vor sich hin, um es mal salopp zu sagen, und das letzte Drittel nimmt dann an Fahrt auf, denn die Zustände für die Juden werden immer schlimmer. Das Buch endet leider mit einem fiesen Cliffhänger, bei dem man als Leser unbedingt sofort den nächsten Band zur Hand nehmen will um zu erfahren, wie es mit der Familie Meyer weitergeht! Das Cover suggeriert sofort einen historischen Roman, und auch die Cover der anderen beiden Bände lassen die Zusammengehörigkeit dieser Trilogie erkennen. Fazit: Emotionale und dramatische Familiensaga nach einer wahren Begebenheit, die mich sehr gut unterhalten hat. Ich bin schon sehr neugierig auf die anderen beiden Bände!
Jahre aus Seide
von Gelinde - 28.12.2018
Jahre aus Seide, von Ulrike Renk Cover: Wunderschön nostalgisch und bei den Farben herrlich abgestimmt. Inhalt: Krefeld 1926 bis 1938. Ruth hat eine unbeschwerte und wohl behütete Kindheit und Jugend. Viel Zeit verbringt sie in der Villa des benachbarten Seidenhändlers Merländer und entdeckt hier ihre Liebe zu Stoffen und zum Nähen. Doch dann verdunkelt sich der Himmel immer mehr. Eine ungreifbare Bedrohung schwebt über dem Land. Als dann die Nazis an die Macht kommen, scheint es für die Juden keine Zukunft mehr zu geben. Der Gedanke ans Auswandern beherrscht alles. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt? Wohin sollen sie sich wenden? Wer nimmt sie auf? Meine Meinung: Der Einstig ist mir sehr einfach und schnell gelungen, war sofort mitten drin in der Familie Meyer. Ruths Familie gefällt mir, schnell sind meine Sympathien vergeben. Ruths Familie ist sehr in Deutschland verwurzelt, sie "leben" ihren jüdischen Glauben nicht groß aus und sind offen für alles. Karl hilft sogar einem offensichtlichen Nazi aus einer finanziellen Notlage. Dieses Buch ist der 1. Teil einer Trilogie, und wir werden hier sehr detailliert in das Leben dieser Zeit eingeführt. Wir bekommen hautnah mit wie sich die "Braune" Gefahr langsam aufbaut, wie die Zweifel und Ängste der jüdischen Bevölkerung immer mehr wachsen, wie sie versuchen am "Normalen" festzuhalten und die Hoffnung auf bessere Zeiten sie zögern lässt einen endgültigen Schritt zu tun. Immer wieder bekomme ich Gänsehaut, wenn ich denke was die Menschen erdulden müssen. Ich als Leser weiß ja was kommt und wie es sich entwickelt, dieses Wissen hatten die Menschen der damaligen Zeit ja nicht. Und ich habe mir so oft beim Lesen gedacht: was würde ich jetzt machen? Nur mit einem Bauchgefühl, einer Ahnung und dem was "geredet" wird? Aus der damaligen Sicht war ja die Hoffnung, dass es wieder besser wird viel größer. Und einfach alles aufgeben ist ja auch nicht so einfach. Und dann kam der Zeitpunkt wo es nicht mehr ging. Schlimm, wenn man sich sagen muss : ZU SPÄT! Der letzte Leseabschnitt bringt dann das ganze Leid, die ganze Tragödie dieser Zeit ans Licht. PS: Das Schriftbild ist angenehm groß, das ist super für mich. Und das Nachwort rundet das ganze besonders ab und hat (wie eigentlich immer bei der Autorin) ein besonderes Lob verdient. Autorin: Ulrike Renk, geb. 1967, studierte Literatur und Medienwissenschaften und lebt mit ihrer Familie (und ihren Hunden) in Krefeld. Mein Fazit: Ein ganz besonders gelungener Auftakt zur Trilogie einer Familiengeschichte die auf wahren Begebenheiten beruht. Der ruhige Beginn und die schöne Erzählweise machen die Geschichte um Ruth so authentisch und emotional. Von mir 5 Sterne.
Familienschicksal
von Bibliomarie - 27.12.2018
Ulrike Renks Familiensagas basieren häufig auf einer wahren Begebenheit. Das macht ihre Romane meist besonders intensiv. In ihrem neuen Buch "Jahre aus Seide" ist es das Schicksal der jüdischen Krefelder Familie Meyer. Karl und Magda Meyer und ihre beiden Töchter Ruth und Ilse leben ein harmonisches Familienleben. Nach den schwierigen Jahren nach dem Ersten Weltkrieg geht es wirtschaftlich aufwärts. Man baut ein neues Haus in bester Krefelder Lage und die Zukunft verspricht wirklich Jahre aus Seide. Doch am Horizont ziehen bereits dunkle Wolken auf. Sehr intensiv beschreibt die Autorin wie der Alltag der Familie immer häufiger durch das Erstarken der neuen Partei eingeschränkt wird. Erst nur durch gehässige Bemerkungen und Einschränkungen im kulturellen Leben, aber immer schneller dreht sich die Spirale der Gewalt. Die Meyers die sich als assimilierte Juden in erster Linie als Deutsche fühlen, die Synagoge höchstens zu den Feiertagen besuchen und auch keine koschere Küche pflegt, hoffen - wie viele andere auch - das dieser Spuk bald vorüber ist. Aber auch sie können die Augen nicht länger verschließen und denken über eine Auswanderung nach. Dieser Teil der Geschichte hat mich sehr berührt, es ist oft das Alltagsleben ganz gewöhnlicher Leute, die die Gräuel der Nazis besonders deutlich machen. Deshalb hat mich das Buch auch erst in der letzten Hälfte richtig angesprochen. Der erste Teil beschreibt sehr ausführlich und oft auch mit vielen netten, aber letztlich nichtssagenden Details das Leben einer erfolgreichen Familie. Dem harmonischen Familienleben wird viel Platz eingeräumt. Da wird ein Idyll geschildert, mit einer liebevollen Umwelt und Eltern. Das Hauptaugenmerk in diesem Buch, das als Beginn einer Trilogie angekündigt ist, liegt auf der älteren Tochter Ruth. Ein Mädchen, das oft allzu altklug dargestellt wird. Schon als 4-5 Jährige spricht sie druckreif und reflektiert. Selbst wenn ich berücksichtige, dass Ruth meist nur Erwachsenen Umgang hat, wirkt das aufgesetzt und unecht. Wir lesen von ihrer Kinderzeit, den Freundschaften mit den Nachbarskindern, von den ersten Schuljahren und später den Jahren auf dem Lyzeum, von den ersten schwärmerischen Verliebtheiten. Da "Jahre aus Seide" der erste Band ist, werden natürlich viele Personen und Handlungsstränge eingeführt, deren weitere Entwicklung offen bleibt und die wahrscheinlich erst wieder in der Fortsetzung aufgegriffen werden. Das ist zwar verständlich, hat mich aber trotzdem gestört. Gestört haben mich auch die vielen Druckfehler im Buch. Es gab eine Namensverwechslung und Sätze, die durch seltsame Satzstellung oder Wortverwechslungen sinnlos scheinen. Ich finde, das darf einem aufmerksamen Lektorat in einem renommierten Verlag nicht passieren. Ich lese die Bücher der Autorin ausgesprochen gern und die Australien- und die Ostpreußensaga habe ich verschlungen. Deshalb bin ich enttäuscht, dass mich die Geschichte einfach nicht zu fesseln vermochte.
Sehr bewegendes Zeitportrait
von Langeweile - 26.12.2018
Im ersten Teil dieser neuen Trilogie beschäftigt sich die Autorin mit dem Leben der Familie Meyer während der 1930 er Jahre in Krefeld. Karl und Martha führen eine glückliche Ehe,ihre Kinder Ruth und Ilse wachsen wohlbehütet auf. Der Vater ist selbstständiger Handelsvertreter, was der Familie ein gutes, sicheres Auskommen ermöglicht. Sie pflegen gute Kontakte zu Nachbarn und Freunden und den anderen Familienmitgliedern. Sie sind zwar keine orthodoxen Juden, achten jedoch die Gesetze ihres Glaubens und begehen die großen Feste, wie zum Beispiel Chanukka mit der ganzen Familie. Doch mit der stetig zunehmenden Bedrohung durch die Nazis ändert sich ihr Leben grundlegend... Meine Meinung: Der Autorin ist es gelungen, mich von Anfang an in die Geschichte eintauchen zu lassen. Die Beschreibung der Familie und der liebevolle Umgang miteinander,haben mir sehr gut gefallen. Ich habe sie sehr gerne auf ihrem Weg begleitet und meine Gedanken wechselten dabei zwischen anfangs Freude,später dann Mitleid und völliger Fassungslosigkeit. Mit normalem Menschenverstand sind diese Grausamkeiten, welchen die Menschen und hierbei speziell die Juden, damals unterworfen waren, nicht zu begreifen. Was sehr gut herausgearbeitet wurde , ist die innere Zerrissenheit der Menschen. Einerseits sagt Ihnen Ihr Verstand, Sie müssen Deutschland verlassen, um zu überleben. Andererseits hegen sie immer noch die Hoffnung, dass es sich wieder zum Besseren wendet und wollen ihre Heimat und ihr Lebensumfeld nicht aufgeben. Obwohl ich schon viele Bücher über diesen Zeitraum gelesen habe,hat sich mein Wissen durch das Buch noch erweitert. Besonders, was den jüdischen Glauben anbelangt, waren mir einige Tatsachen nicht bekannt. Man merkt dem Buch deutlich an, mit wieviel Herzblut sich die Autorin dieses Themas angenommen hat. Außerdem ist die gute Recherchearbeit zu loben. Eine weitere Bereicherung waren die Anmerkungen im Anhang. Die Idee zu der Geschichte und ihre Entstehung, wurden dort nochmal erläutert, was ich sehr interessant fand. Fazit: Das Buch hat mich wirklich begeistert, ich sehe den Fortsetzungen mit großer Spannung entgegen.
Wie konnte das nur geschehen? Niemals wieder
von lielo99 - 24.12.2018
Ulrike Renk wurde bekannt durch ihre Ostpreußensaga. Für mich unterscheidet sie sich am meisten von ihren Kollegen, dass sie Romane schreibt, die auf Tatsachen beruhen. Sie lernt Menschen kennen, welche einen Bezug zur jeweiligen Zeit haben und kommt mit ihnen ins Gespräch. Das wiederum gibt den ersten Impuls zur Geschichte und die Recherche beginnt. Jahre aus Seide entstand, weil Ulrike Renk in Krefeld auf die Familie Meyer aufmerksam wurde. Sie durfte das Tagebuch der Tochter Ruth lesen und fand weitere Details zum Leben der Juden Krefelds. Ruth ist ein behütetes Mädchen und wächst frei und sorglos auf. Der Vater ist Handelsreisender, die Mutter Hausfrau und die Familie ist finanziell bestens abgesichert. Sie haben Freunde, keineswegs nur Juden, leben ihren Glauben keineswegs streng und fühlen sich in Krefeld wohl. Bis, ja bis der Typ aus Österreich mit seiner Partei an die Macht kommt. Juden dürfen nicht mehr ohne Schwierigkeiten für "Arier" arbeiten, Ruths Vater verkauft keine Schuhe mehr und in der Schule gibt es täglich Anfeindungen für Ruth und ihre Schwester. Die Mutter wird depressiv und viele Freunde wandern fort aus Deutschland. Bevorzugte Ziele sind Palästina und die USA. Für mich gab es beim Lesen des Buches Jahre aus Seide ein Wechselbad der Gefühle. Es gibt viele Bücher, die das Thema 3. Reich als Grundlage haben. Aber aus Sicht der Kinder geschrieben, nur wenige. Daher hat es mich auch so sehr berührt. Kinder verstehen nichts von Politik und sie sind entsetzt, wenn ihre besten Freunde plötzlich nicht mehr mit ihnen spielen wollen oder dürfen. Ulrike Renk recherchierte sehr umfangreich und das beschreibt sie im Anhang. Was mir ebenfalls besonders gefiel, das sind ihre persönlichen Worte. Ihre Einstellung zeigt, dass es auch heute noch Menschen gibt, die mit der Entwicklung im Bundestag keineswegs einverstanden sind. Mögen wir alle darauf achten, dass diese böse Zeit ab 1933 niemals wieder vorkommt.
Vielversprechender Auftakt zu einer bewegenden Familiensaga, der gebannt auf die
von Elke Seifried - 22.12.2018
Jahre aus Seide ist der Auftakt einer Trilogie um eine Familiensaga, mein erster Roman von Ulrike Renk und wird definitiv nicht mein letzter bleiben. Nicht nur aufgrund des Cliffhangers am Ende, muss ich die Vorsetzungen auf jeden Fall lesen, sondern weil ich wirklich begeistert bin, stehen auch ihre anderen Werke schon auf meinem Wunschzettel ganz weit oben. "Ja, wir sind Juden - aber vor allem sind wir Deutsche." Das ist Karl Mayers, erfolgreicher Handelsvertreter für Schuhe, Motto und er lebt mit seiner Familie, die von liebe- und respektvollem Umgang geprägt ist, glücklich im Deutschland zu Beginn der 1930er Jahre. Die Mayers sind Juden, praktizieren ihren Glauben jedoch nur wenig, fühlen sich hier wohl und ihr neu gebautes Heim ist zur heimeligen Heimat geworden. Erste Zweifler, die eine graue Zukunft für die jüdische Bevölkerung voraussagen, können sicher getrost als Spinner und Schwarzmaler abgewunken werden, Als Leser begleitet man Ruth Mayer durchs Deutschland der Jahre 1926 bis 1938. Man lernt das kleine Mädel, ihre Familie und auch ihre zahlreichen Freunde kennen. Man erfährt von ihrem doch recht privilegierten Leben, ihrem behüteten Aufwachsen, auch die ersten Liebeleien sind mir dabei. Zeitgleich spürt man nach und nach, dass sich die Zeiten ändern, dass die Vorbehalte sich verstärken, es heißt "Alles funktionierte, aber die Leichtigkeit fehlte", dass sich die Freundschaften ändern, die jüdische Bevölkerung näher zusammenrückt, und "..das Lachen war anders geworden, dünner." Lange im Hintergrund die politische Entwicklung und auch die Ausreisepläne verfolgend, wird es gegen Ende des Romans immer enger und besonders auf den letzten Seiten überschlagen sich die Ereignisse um dann mit einem in meinen Augen ziemlich üblen Cliffhanger zu enden. Der locker leichte Sprachstil macht das Lesen wirklich zum Vergnügen und die Seiten fliegen nur so dahin. Die Autorin nimmt einem richtiggehend mit auf eine Zeitreise. Kleine liebevoll erzählte Details, ein süßer fiktiver Heiratsantrag an die Köchin, liebevoll gebastelte Geschenke, eine naseweise Tochter, die zur Nachbarsfamilie geht um zu fragen, wer eingeladen ist, damit die Mama richtig gekleidet dort erscheinen kann, arische Klassenkameradinnen, die ihre jüdische Freundin mit auf den Tanzabschlussball einschmuggeln, oder das Leuchten in den Augen eines jüdischen Mädchens beim Schmücken eines Christbaumes haben für mich die Geschichte unheimlich lebendig gemacht und ich habe wirklich versunken gelesen, auch wenn stellenweise vielleicht nicht wirklich viel rasant Spannendes geschieht. Das wird es erst gegen Ende, da überschlagen sich dann die schrecklichen Ereignisse. Ruth, man lernt sie im Alter von vier Jahren kennen, ist ihrem Alter sicher schon um einiges voraus. Mit ihrer wissbegierigen, kontaktfreudigen und ab und an auch naseweisen Art hat sie sich das süße Mädl schnell in mein Herz geschlichen. Mutter Martha und Papa Karl sind ebenfalls aufgeschlossen. So darf Martha stets Entscheidungen mittragen und Karl ist sich auch nicht zu schade ihr beim Abräumen vom Geschirr zu helfen. Das hat mir ebenso gut gefallen, wie Minnie und Valentin, seine tollen, liebevollen Eltern, solche kann man sich sicher nur wünschen. Den Gegenpol dazu bildet Marthas Mutter Emilie. Bei ihrer kühlen, rechthaberischen Art braucht einen nicht zu wundern, wenn Stina, Ruths kleine Schwester, ihr keinen Kuss geben will. Richtig bewegt hat mich Hans Aretz, der arische Fahrer, eine Seele von Mann, Fachmann bei allen handwerklichen Dingen und er und seine Familie werden zu tollen Freunden der Mayers. Erwähnen muss man sicher auch noch die "knorke" Frau Jansen, die Köchin die solch leckere Sachen kocht und backt, dass einem beim Lesen nicht nur einmal der Mund wässrig wird. Aber auch alle anderen Nebendarsteller sind authentisch, individuell dargestellt und auch so ausgewählt, dass ein guter Querschnitt durch die Bevölkerung abgebildet werden kann. Überzeugte Braune, Arische, die keine Vorbehalte haben, aber auch auf der jüdischen Seite, diejenigen die Vorurteile haben, hoffnungsfrohe Heimatverbundene, die denken, so schlimm kann es nicht werden, Hitler kann sich nicht halten und das Ausland schaut auch unmöglich zu, sind hier zwischen denen, die schon mal vorsichtshalber Ausreiseanträge stellen und solchen, die von einem eigenen Reich in Palästina träumen. Schön wird auch dargestellt, wie vorurteilsfrei Kinder noch sind. Die Autorin hat hier mehr als geschickt eine wahre Geschichte, Ruths Tagebuch existiert ja wirklich und auch mit ihren Nachkommen hatte die Autorin Kontakt, mit fiktiven Elementen umwoben und zu einem äußerst lesenswerten, bewegenden Roman gesponnen. Sie hat gründlich recherchiert, das ist deutlich zu merken und auch das Nachwort, das darüber aufklärt, was Realität und was Fiktion, v.a. auch weshalb, ist hat mir richtig gut gefallen. So muss für mich ein historische Erzählung sein, da macht Geschichte lernen so richtig Spaß. "In den letzten Monaten war das Judentum immer mehr in den Fokus der Verachtung gestellt worden, und je mehr das passierte, umso wichtiger schienen Martha und Karl die Rituale zu sein." Äußerst gut hat mir auch der kleine Einblick in die jüdischen Bräuche und Vorstellungen gefallen, wusste ich doch bisher z.B. über das Ritual beim Entzünden der Sabbat Kerzen oder auch die jüdischen Feiertage eher wenig. " Einen Krieg so wie den großen Krieg wird es nicht mehr geben", nicht nur Kindermädchen Lenis Meinung, ganz viele in der Zeit haben so gedacht. Die Autorin hat hier einen historischen Roman geschaffen, der gegen das Vergessen ankämpft, hellhörig werden lässt und so damit dafür sorgt, dass dieses Motto wirklich für unsere Zukunft gilt. Alles in allem, auch wenn es sich um einen etwas ruhigeren Auftakt handelt, vergebe ich gerne noch fünf Sterne und freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung.
Deutschland,1926-1938
von Miss Norge - 21.12.2018
Die wahre Familiengeschichte der Meyers ist hier von Ulrike Renk in drei Bände übertragen worden und im ersten Buch spielt der Plot in Deutschland in den Jahren 1926-1938. Wie man anhand der Jahreszahlen erkennen kann, ist dies keine einfache Zeit für Juden im Land gewesen. Hinzu kam die Wirtschaftskrise und Hitler wurde Reichskanzler. Viele Juden plagten sich mit der Gewissheit ab auszuwandern, nur wohin? Wie schnell bekommt man die Genehmigung und vor allem, können alle Familienmitglieder zusammen bleiben? Doch Karl Meyer wartet einen Ticken zu lange, er wollte auf keinen Fall sein Hab und Gut zurücklassen, er hoffte immer wieder, das es nicht so schlimm werden könnte und sie das doch aussitzen sollten. Doch dann kommt Schlag auf Schlag alles anders gedacht, völlig überstürzt und ungeplant. Auf den meisten Seiten des ersten Bandes ist noch die heile Welt zu erleben, man lernt die Charaktere näher kennen und kann sich ein Bild der damaligen Zeit machen, doch ansonsten passiert nicht viel. Es werden viele Festlichkeiten beschrieben, zudem die ganzen Essenszubereitungen und Beschreibungen und das waren mir alles zu viele Nebensächlichkeiten. An einer Stelle erfährt man in ein oder zwei Sätzen das Martha Meyer sehr krank wurde und sogar zur Kur musste, zu solchen Situationen hätte ich mir mehr Tiefgang und Erklärung gewünscht. Extrem gestört haben mich leider auch viele Wiederholungen und Druckfehler. Die Wörter knorke und meschugge müsste man einmal nachzählen. Die Personen und die geschichtlichen Handlungen wurden aber sehr gut recherchiert, da kam der Autorin zur Hilfe, das sie Einblicke in die echten Tagebücher von Ruth Meyer bekam und mit Verwandten sprechen konnte. Trotz meiner Kritikpunkte möchte ich die Folgebände auch noch lesen, denn nachdem ich im Internet ein wenig über die echte Ruth und ihr Leben nachgelesen habe, bin ich von ihr als Person und ihrem Leben fasziniert. Ein unterhaltsamer erster Band, der mich aber erst auf den letzten Seiten, als es dramatisch wurde, richtig begeistern konnte.
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