"Was war aus meinem Vorsatz geworden, ein glücklicher Single zu bleiben? Warum genügte ein Blick aus ihren wunderschönen goldbraunen Augen, um mein gesamtes Lebenskonzept infrage zu stellen?"Ein Roman, der uns in die verschneiten Schweizer Alpen entführt, mit sämtlichem Charme, den das Leserherz in der kalten Jahreszeit brauchen kann. Livia hasst Weihnachten ... und findet sich ausgerechnet mitten im weihnachtlichen Alpenidyll wieder. (Wäre ja mein persönlicher Traum - Kamin, heiße Schokolade ... Hach!) Eigentlich wollte sie sich nur in Arbeit vergraben, doch ihre beste Freundin weiß genau, welche Knöpfe sie drücken muss, damit Livia Ja sagt. Und so landet sie an Marcos Seite, um einem traditionsreichen Hotel auf die Beine zu helfen ... und sieht sich plötzlich mit alten Verletzungen und ganz neuen Gefühlen konfrontiert.Die Geschichte wird abwechselnd aus Marcos und Livias Perspektive erzählt, was mir gut gefallen hat, weil man beide Seiten ihrer kleinen Fehde mitbekommt ... die eigentlich - surprise, surprise! - auf einem Missverständnis basiert. Livia war mir zu Beginn nicht sofort sympathisch, aber im Laufe der Story wurde ich zum Glück doch noch mit ihr warm - vielleicht, weil ich gut nachvollziehen konnte, wie schwer es ihr fällt, Grenzen zu setzen, "die Vorstellung einer harmonischen Beziehung ohne den Druck, sich ständig beweisen zu müssen, mit der Realität zu vereinbaren" und das Gefühl kenne, es anderen immer recht machen zu wollen. (Ich komme übrigens immer noch nicht darüber hinweg, dass ihre Eltern sauer auf Livia waren bzw. sind - und ihr damals jegliche finanzielle Unterstützung während des Studiums einfroren hatten - nur weil sie JURA statt Medizin gewählt hatte. Talk about Jammern auf hohem Niveau, dear parents!)"Ehrlicherweise musste ich mir eingestehen, dass nicht er derjenige war, der Menschen vorschnell verurteilte, ohne die Fakten zu kennen, sondern ich. War es da verwunderlich, dass er emotional auf Abstand ging?"Was ich mochte an Livia: Sie lügt sich nicht selbst in die Tasche oder ignoriert die Tatsachen - wenn sie sich eines Fehlers bewusst wird, steht sie dazu und ist sehr selbstreflektiert. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, das Setting wunderbar winterlich und atmosphärisch. ... "Wenn irgendwo Wunder geschehen, dann dort."Mein Highlight waren die herzlichen Nebenfiguren Rosie und Hannes (und die süße kleine Hündin Minnie!), die für mich das Herzstück der Geschichte gebildet haben.¿¿¿¿¿: Ja, die Handlung ist recht vorhersehbar, aber das stört hier überhaupt nicht; es ist ein Buch, das man sich gut an einem verschneiten Wochenende mit einer Tasse Tee gönnen kann. Kein episches Highlight, aber eine wirklich schöne, gemütliche Winterlektüre mit Wohlfühlmomenten, die ich sehr gerne weiterempfehle.