mit rassistischen Bezügen und unbefriedigendem Ende
Der Roman von Agatha Christie, der auf einem rassistischen Kinderreim aufbaut, wartet mit einer ungewöhnlichen Handlungsperspektive und zahlreichen Morden auf. Wer den diskriminierenden Bezug ausblenden kann, bekommt bis zur Mitte der Geschichte durchaus Spannung geboten. Nach etwas mehr als der Hälfte wird klar, dass die abschließende Auflösung des Falls nur eine unbefriedigende sein kann. Mehr als irritierend empfand ich das Vorwort der Ausgabe von 2008 von Hachette Collections, in dem behauptet wird, die rassistischen Ausdrücke im Buch ließen sich nicht vermeiden ohne das Buch völlig unverständlich zu machen, weshalb man um Verständnis für Bezeichnungen bitte, die heute diskriminierend wirken. Wer sich mit dem Hintergrund und dem englischen wie deutschen Buchtitel der Erstveröffentlichungen ab 1939 vertraut macht, wird zweifelsfrei feststellen, dass auch schon damals die verwendeten Begriffe als abwertend und ausgrenzend erfasst werden konnten. Zudem sollte der Leserschaft bei der Lektüre auffallen, dass ohne Schwierigkeit mit etwas Phantasie die rassistischen Wörter durch neutrale hätten ersetzt werden können, ohne dass das Handlungskonstrukt und die Erzählweise darunter gelitten hätten. Dem Atlantik Verlag Hamburg ist es zu verdanken, dass seit 2023 eine Übersetzung zu Verfügung steht, die der ständigen Wiederholung dieser rassistischen Reime bei Neuauflagen dieses Bestsellers Einhalt geboten wird. Literaturhistorisch ist dieses Werk und seine Entwicklung insofern interessant, als dass man sich schon arg darüber wundern muss, was die Gesellschaft in der Vergangenheit als Reime für Kinder für geeignet hielt.