Ein Zeitloses Familienepos über Liebe, Hass und Rache
Ist Heathcliff ein böser Mensch oder traumatisiert oder nicht? Diese Frage bleibt bis zur letzten Seite offen.Ich habe das Buch nun schon zum dritten Mal gelesen, mal auf Englisch mal auf Deutsch. Emily Brontes Schreibstil fesselt mich jedes mal von der ersten Seite an. Die Einsamkeit der Umgebung und die Düsternis des Moores spiegelt sich in der Landschaft und ihrer Bewohner. Keiner der Charaktere ist zum lieb gewinnen. Jeder weißt Schwächen auf, sei es Eitelkeit, sei es Rachsucht und Hass, sei es Schwäche und fehlendes Durchsetzungsvermögen. Aber aus diesen allzu menschlichen Eigenschaften strikt die Autorin ein Epos dass zwei Familien erstmal zerstört. Ob etwas neues gutes entsteht, bleibt der eigenen Phantasie überlassen. Es geht um die Beziehungen der Figuren zu einander. Um die Hass und Rachsucht auf einer Seite und die Schwäche und das unversöhnliche auf der anderen Seite. Im Zentrum steht die "grosse" alles zerstörende Liebe ohne das das Buch ein Liebesroman ist.Am besten liest man es selber und lernt die Familie Earnshaw und Linton aus der Sicht des Pächters Lockwood und der Haushälterin Ellen Dean erzählt kennen. Die Charaktere könnten meiner Ansicht nach ohne Probleme in die heutige Zeit katapultiert werden. Natürlich in ein anderes Setting mit möglicherweise anderen Strategien. Der Plot und die Handlungsstränge blieben aber die gleichen.