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Familie und staatliches Handeln

Ideologie und politische Praxis in Deutschland. Auflage 1996. Book.
Buch (kartoniert)
Familie und Familienpolitik gehören sicher nicht zu den Paradethemen der Politikwissenschaft. Bei der Suche nach Gründen rur dieses "Außenseiterda­ sein" der Familienforschung in der Politikwissenschaft bietet sich eine Reihe von Erklärungen an. Zum … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Familie und staatliches Handeln
Autor/en: Irene Gerlach

ISBN: 381001351X
EAN: 9783810013514
Ideologie und politische Praxis in Deutschland.
Auflage 1996.
Book.
VS Verlag für Sozialwissenschaften

31. Januar 1996 - kartoniert - 384 Seiten

Beschreibung

Familie und Familienpolitik gehören sicher nicht zu den Paradethemen der Politikwissenschaft. Bei der Suche nach Gründen rur dieses "Außenseiterda­ sein" der Familienforschung in der Politikwissenschaft bietet sich eine Reihe von Erklärungen an. Zum einen scheinen sich familienpolitische Forschungsfragestellungen -auf den ersten Blick -nicht um die im Zentrum politikwissenschaftlichen Erkenntnisinteresses stehenden Begriffe im Spannungsfeld zwischen Macht und Herrschaft zu gruppieren. Zum anderen dürften auch methodische Ge­ sichtspunkte zu diesem Außenseiterstatus geruhrt haben, denn kaum ein an­ derer Politikbereich ist in ein so differenziertes und scheinbar unüberschau­ bares Geflecht von Verursachung und Wirkung unterschiedlichster Einflüsse auf die Lebenssituationen derjenigen sozialen Gruppen gestellt, die wir in einer jeweiligen historischen Epoche als Familie bezeichnen. Darüber hinaus gibt es aber auch Gründe, die sich aus dem oft normativen Charakter ableiten, der fast allen Aussagen zum Handlungs- und Orientie­ rungsbereich Familie bzw. Familienpolitik unterstellt wird bzw. von ihnen erwartet wird. Daß Familienpolitik, dem ersten Eindruck widersprechend, ganz massive machtpolitische Wirkungen verursacht, wird leicht offensichtlich, wenn wir uns vor Augen ruhren, daß Familie nicht nur die biologische Aufgabengrup­ pe der Reproduktion von Gesellschaften übernimmt, sondern auch die maß­ geblichste Institution zu deren sozialer Reproduktion ist und so nicht nur die zahlenmäßige Größe der Gesellschaften von Morgen mit allen ihren Konse­ quenzen in den Bereichen der sozialen und materiellen Absicherung deter­ miniert, sondern auch deren Verhaltens strukturen.

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung.- 2 Familie: Definitionen.- 2.1 Familie als begriffliches und historisches Phänomen.- 2.2 Definitionskriterien für Familie.- 2.2.1 Sorge um und Sozialisation von Kinder(n).- 2.2.2 Verwandtschaft.- 2.2.3 Koresidenz.- 2.2.4 Ökonomische und emotionale Reproduktion.- 2.2.5 Soziale Anerkennung.- 2.3 Groblinien der strukturellen Entwicklung.- 2.3.1 Demographische Skizze.- 2.3.1.1 Die Entwicklung seit 1971.- 2.3.2 Dynamiken in Normenkomplexen.- 2.3.2.1 Die Inhalte der Normkomplexe Elternschaft und Partnerschaft ab 1971.- 3 Familie: Sozialwissenschaftliche Konstrukte.- 3.1 Frühe Familientheorien.- 3.2 Strukturfunktionalismus.- 3.3 Kritik strukturfunktionaler Familientheorie und Weiterentwicklungen.- 3.3.1 Historisch-materialistische Sicht.- 3.3.2 Perspektivenwechsel von der Makro- zur Mikrosoziologie.- 3.4 Von der System-Umwelt-Theorie zur Autopoiesis: Die hohe Bedeutung der Kommunikation.- 3.4.1 Kritik und Ertrag der Theorie selbstreferentieller Systeme für die Analyse von Familie.- 3.5 Familienbezogene rational-choice-Theorien.- 3.5.1 Vom Individualverhalten zur Institution.- 3.5.2 Erklärungen generativen Verhaltens.- 3.5.3 Erklärungen der Ehestabilität.- 3.6 Die Individualisierungs- und Entstrukturierungsdebatte.- 3.7 Familie als Kompositionsprodukt modularer Sinnentwürfe.- 4 Familie und Staat.- 4.1 Anfange und Entwicklungen des modernen Staates und seiner Aufgaben.- 4.1.1 Vom Polizei- zum Steuerungsstaat - zur Entwicklung von Staatsaufgaben.- 4.1.2 Staatsaufgaben und die Frage nach der "Seinsordnung".- 5 Familie und Staat - Steuerung durch Recht.- 5.1 Recht als Mittel der Steuerung von Familienverhalten vom Konzil von Trient bis zum Allgemeinen Preußischen Landrecht.- 5.2 Die Familie im Bürgerlichen Gesetzbuch. Von den Anfängen bis zum Ende des 2. Weltkrieges.- 5.3 Die verfassungsrechtlichen Regelungen der Weimarer Reichsverfassung.- 5.4 Das Familienrecht im Nationalsozialismus.- 5.5 Die Familie im Grundgesetz und im Bürgerlichen Gesetzbuch der Bundesrepublik Deutschland.- 5.5.1 Die Entstehung des Art. 6 im Grundgesetz.- 5.5.2 Die Bedeutung des Art. 6 GG.- 5.5.3 Die Familie im Bürgerlichen Gesetzbuch. Die Entwicklung nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland.- 5.6 Die Familie in der Verfassung und dem Familiengesetzbuch der DDR.- 5.6.1 Zur Vorgeschichte des DDR-Familiengesetzbuches.- 5.6.2 Die Familie in der Verfassung der DDR.- 5.6.3 Die Familie im Familiengesetzbuch der DDR.- 5.7 Familienrecht und deutsche Einigung.- 5.7.1 Die Diskussion um Verfassungsänderungen nach der Vereinigung.- 5.8 Familie und Staat - Vorläufige Wertung der Steuerungsmöglichkeiten durch das Recht.- 6 Familienpolitik: Begriff, historische Ableitung und staatliche Akteure.- 6.1 Familienpolitik: Motive und Instrumente.- 6.2 Zu den Akteuren und Kompetenzen von Familienpolitik im föderalen Staatsaufbau der Bundesrepublik Deutschland im Unterschied zum Staatsaufbau der DDR.- 7 Familienpolitik der Bundesrepublik Deutschland und der DDR im Vergleich.- 7.1 Die ideologischen Grundlagen der deutschen Familienpolitik.- 7.1.1 Die ideologische Basis der DDR-Familienpolitik.- 7.1.2 Das Leitbild der sozialistischen Familie.- 7.1.3 Ein Leitbild der Familienpolitik in der Bundesrepublik Deutschland?.- 7.1.4 Die Leitbilder der DDR und der Bundesrepublik im Vergleich.- 7.2 Die Anfänge der Familienpolitik im Vergleich.- 7.3 Die Entwicklung der Familienpolitik in der Bundesrepublik im Überblick.- 7.3.1 Zusammenfassung der konzeptionellen und organisatorischen Entwicklung von Familienpolitik in der Bundesrepublik Deutschland.- 7.3.2 Die Entwicklung des Familienlastenausgleiches in der Bundesrepublik Deutschland.- 7.4 Die Entwicklung der Familienpolitik in der DDR im Überblick.- 7.4.1 Die Maßnahmen zur Realisierung einer durchgehenden Frauenerwerbstätigkeit.- 7.4.1.1 Vergleich mit der Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland.- 7.4.2 Kinderbetreuungseinrichtungen in der DDR.- 7.4.2.1 Das Problem der Auslastung der Krippen und Heime.- 7.4.2.2 Das Problem des Mangels an qualifiziertem Personal in den Krippen und Heimen.- 7.4.2.3 Das Problem der Säuglingssterblichkeit, der Unfälle in den Krippen und der "bildungsunfähigen Kinder".- 7.4.2.4 Das Problem der fehlenden Akzeptanz der Krippen unter Fachleuten und Eltern im Zusammenhang von Entwicklungsschäden von Krippenkindern.- 7.4.3 Die Bedeutung der Familienerziehung in der DDR-Familienpolitik.- 7.5 Familienpolitische Leistungen im DDR-Staatshaushalt und Gegenüberstellung der wichtigsten Leistungen zum Zeitpunkt der Vereinigung.- 8 Familienrealitäten: Verhalten und Einstellungen im Vergleich.- 8.1 Die Entwicklung von Familienrealitäten im Bild der Bevölkerungsstatistik.- 8.1.1 Geburtenentwicklung.- 8.1.2 Heirats- und Scheidungsverhalten sowie Haushaltsstrukturen.- 8.1.3 Familienstrukturen in zwei Welten.- 8.2 Familienbilder in der Demoskopie.- 8.2.1 Familien- und Ehebedeutung.- 8.2.2 Familie als Sozialisationsraum für Kinder und Jugendliche.- 8.2.3 Frauenerwerbstätigkeit und häusliche Arbeitsteilung.- 8.3 Wirtschaftliche Situation von Familien.- 8.4 Familienbilder in Kontrasten - Ein Volk, zwei Räume für die Politik?.- 9 Epilog: Steuerung von Familienverhalten als Staatsaufgabe?.- Anh. A Familienpolitische Anteile der Bundeshaushalte 1954-1993.- Anh. B Graphische Darstellungen der demographischen Entwicklung.- Anh. C Literaturverzeichnis.
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