Es werden Gedanken entwickelt und Zusammenhänge hergestellt, die den Leser einbinden und ihm die Möglichkeit zur Selbstreflexion geben ...
Nach der Lektüre des Vorworts habe ich das Büchlein erst einmal - zur Seite gelegt. Das dort Niedergeschriebenen schien mir, selbst bei einigem Wohlwollen, bar jeglicher Vernunft, die doch laut Titel im Mittelpunkt dieses Büchleins stehen sollte. Zu sehr wurde da auf "kosmische Intelligenz" und Glaube evoziert. Selbst als Metapher gewendet, blieb ein schaler Nachgeschmack: "Wir glauben, als manche Meteorologen, Stratosphärenforscher und Physiker, dass die unverwechselbare Farbe unseres Planeten von dieser Geistestätigkeit [von Menschen sie Sokrates und Voltaire] und nicht bloß vom Wetter und einer besonderen Zusammensetzung der Elemente herrührt." Nun denn - der Vorstellungskraft sind bekanntlich keine Grenzen gesetzt und sie kann durchaus einen Bedeutungsrahmen abbilden. Lassen wir also diesen ungünstigen Schlenker beiseite und schauen auf den tatsächlichen Inhalt, auf die in diesem Buch angebotenen Inhalte zur Vernunft, seien sie nun herzlich oder nicht. Dabei zeigen die beiden Giganten der Gedankentiefe zunächst einmal, was sie alles bezüglich ihres Geschichtswissens "drauf haben" - und das ist nicht wenig. Man wird ein wenig schwindlig bei einigen Passagen, freut sich allerdings auf den einen oder anderen Wiedererkennungswert und fragt sich dennoch, wie man all diese Fakten im Gespräch so galant auf den Punkt bringen kann. Insofern liegt der Verdacht nahe, dass diese Dialoge zumindest zu einem Teil - zum Vorteil des Lesers - nachträglich überarbeitet und mit jener Tiefe versehen wurden, die den Ausführungen ihren besonderen Reiz verleihen, weil sie einfach so wunderbar und treffsicher formuliert wurden (da braucht es diesen im Vorwort anklingenden esoterischen Budenzauber gar nicht): "Wir scheitern fast immer an der Liebe. Wir wollen die Dinge richtig machen, wir versprechen etwas, und dann können wir es nicht halten, weil wir uns selbst nicht kennen." Allein für diese kurze Passage hat sich die Lektüre dieses Buches gelohnt. Denn spätestens hier schweifen die Gedanken der Liebenden (also aller Menschen) zu den eigenen Erfahrungen ab, zu dem Zauber der Gefühle, zu den Brüche, die kaum merklich entstanden - und die dennoch nur durch Liebe geheilt werden können ... Wie gesagt, man schweift ab - ganz unwillkürlich ...Das zeichnet das Buch aus. Es werden Gedanken entwickelt und Zusammenhänge (im geschichtlichen und aktuellen Kontext; ja auch Donald Trump "bekommt sein Fett weg" ...) hergestellt, die den Leser einbinden, ihm die Möglichkeit der Selbstreflektion geben und den Wunsch entstehen lassen, dieses Gedanken mit anderen Menschen zu teilen. Das Buch lässt die Synapsen klirren und die Gefühle galoppieren. Der Inhalt mit dem all dies gelingt steht in anderen Beschreibungen und braucht hier nicht wiederholt zu werden.(14.1.2018)