Ein wunderbares Vorlesebuch über eine schwierige, weil aussergewöhnliche Freundschaft, über den Mut, Integrität und Loyalität
Erdhörnchen Habbi sammelt gerne ungewöhnliche Gegenstände und wagt sich deshalb immer weiter weg von den sicheren Pfaden, denen seine Familie beim Beerensammeln folgen soll. Dabei stösst er auf einen verletzten Wolf, Yaruk. Zunächst froh, dem Jäger und Todfeind entkommen zu sein, muss Habbi auch im sicheren Heim immer wieder an das verletzte Tier denken und daran, dass es wohl sterben muss, wenn ihm niemand hilft. So beschliesst Habbi, zu Yaruk zurückzugehen. Er fängt an, ihn zu pflegen und nach und nach fassen die beiden Vertrauen zueinander und werden Freunde. Yaruk will jedoch nicht zu seinem Rudel zurückkehren, weil er immer noch humpelt und ein verletzter Wolf ist nichts wert. Habbis Bruder Hebbe jedoch bemerkt, dass Habbi komisch geworden ist und folgt ihm eines Tages. Als dadurch Habbis Familie vom Wolf erfährt, haben alle Angst vor dem grossen Fressfeind und wollen ihn in die Flucht schlagen. Zum Schluss rettet Yaruk sich vor den Waldtieren mit einem Sprung über die grosse Schlucht, bei dem er sich damals das Bein verletzt hat. Yaruk kehrt zu seinem Rudel zurück und Habbi zu seiner Familie. Sie versprechen sich, sich nach dem Winterschlaf wiederzutreffen.***********Meine Meinung: Die Geschichte hat mich tief berührt. Sie bildet Habbis Gefühlsleben sehr detailliert und nachvollziehbar ab, sodass ich mich wirklich in ihn hineinversetzen konnte. Auch die Beziehung zwischen ihm und Yaruk wirkt realitätsnah, denn immer wieder kommt auch zutage, wie unterschiedlich die beiden sind und wie befremdlich die Welt des anderen sein kann. Dieser innere Konflikt, den Habbi auszufechten hat, und die Schwierigkeit, sich bei dem Ganzen selbst treu zu bleiben, hat Oliver Scherz wunderbar dargelegt. Aus diesem Buch kann man auch als Erwachsener sehr viel mitnehmen. Die Illustrationen helfen auch jungen Zuhörern beständig durchs Buch, denn es gibt sehr viele davon, fast auf jeder Seite ist eine zu finden.Wir haben das Buch mit unserer damals 4-jährigen Tochter gelesen (empfohlen ist es ab 6 Jahre) und empfehlen es jedem gerne weiter, der ein Buch über Natur und Tiere sucht, bei dem auch Tatsachen wie Fleischfresser und Fressfeinde nicht schöngeredet, aber trotzdem kindgerecht behandelt werden.