Der historische Krimi Der Fluch des Fremden von Alexander Hartung spielt in Deutschland, Anfang des 17. Jhd. Das Dorffest in Furtenblick endet abrupt als ein Fremder grausame Tode prophezeit und anschließend sich über eine Klippe stürzt. Kurz darauf gibt es das erste Opfer. Während die Dorfbewohner schreckliche Angst vor dem Fluch haben, begeben sich Katharina und ihr Nachbar auf die Suche nach der Wahrheit.
Bücher mit historischem Hintergrund lese ich normalerweise nicht, daher war ich ganz besonders gespannt auf das Buch und war schon etwas skeptisch, ob es mir gefallen wird. Ich muss sagen, dass ich begeisterst bin von dem Buch. Ich konnte es gar nicht mehr weglegen. Das Buch von Alexander Hartung hat mich auf jeder Ebene unterhalten: ich habe mich aufgeregt, habe Freude gespürt, habe mitgefiebert und war erstaunt über die Geschehnisse. Die Story hat mich richtig unterhalten. Mein Kopfkino hat eine Zeitreise in die Vergangenheit gemacht. Was man auch an der Sprache des Buches gemerkt hat. Musste ich mich erst mal gewöhnen, aber war auch sehr erfrischend. War halt mal was anderes.
Das Buch wurde aus der Sicht von mehreren Dorfbewohnern geschrieben, was dem Leser mehr Hintergrundwissen über die Dorfbewohner und das Geschehene gibt. Trotzdem bleiben Fragen offen, die erst später aufgeklärt werden. Die Rolle des Allwissenden gefällt mir ja sehr, weil ich gerne mehr weiß als andere Charaktere. Meistens wird aber aus der Sicht von Katharina und Jakob. Beide sind verwitwet, was sie auch verbindet. Den Umgang miteinander fand ich immer schön zu lesen. Es hat mich immer sehr gefreut, wenn ich wieder in den Gedanken von Katharina oder Jakob eintauchen konnte. Jakob hat wie viele andere Dorfbewohner Angst vor dem Fluch. Katharina hingegen glaubt nicht daran und will die Wahrheit herausfinden und zieht Jakob mit, was sehr amüsant ist. Besonders mit Katharina konnte ich mich gut identifizieren: im Vergleich zu den anderen hatte sie eine recht moderne Sicht auf das Geschehen gehabt.
Während ich mich durch das Lesen unterhalten lassen habe, bin ich hier und da doch mal ins Grübeln gekommen, was sich alles im Vergleich zu heute geändert hat. Den Stellenwert einer Frau, die Macht der Kirche und die Medizin steckte auch noch in den Kinderschuhen um mal ein paar zu nennen.
Im Großen und Ganzen war es ein sehr gelungenes Buch. Das Ende war für mich auch ein schöner und befriedigter Abschluss, was mich zufrieden das Buch weglegen lässt. Von mir aus kann es ruhig mehr Geschichten von Katharina und Jakob geben. Ich bin schon etwas traurig, dass die Geschichte erst mal vorbei ist. Aber es wird definitiv nicht mein letzter Hartung gewesen sein.