Die grundsätzliche Idee überzeugt, die Ausführung nicht so richtig
Der Roman erschien 2023. Es geht um einen sehr reichen Mann, der sein Leben hauptsächlich in Luxushotels mit Nichtstun verbringt, aber nur noch 10 Tage zu leben hat. Er beschließt, in diesen 10 Tagen aufzuschreiben, was er erlebt hat und welche Einsichten er gewonnen hat.Etwas provokant, aber wahrscheinlich nicht gänzlich falsch, kommt die Definition daher, die Eschbach seinem Protagonisten für das Meditieren in den Mund gelegt hat. "Für mich sah es einfach verdammt so aus, als sei Meditieren dasselbe wie Herumsitzen und Nichtstun und sich dabei toll erleuchtet vorkommen." (Lübbe Tb, 2024. S. 25)Manchmal macht sich der Protagonist fast philosophische Gedanken: "Vergangenheit ist nur Erinnerung, Zukunft nur Erwartung, das wirkliche Leben dagegen finde in ewiger Gegenwart statt." (ebd., S. 214)Leider kommt die Geschichte nicht ohne logische Schwächen aus. So beschließt der Protagonist auf den Malediven, sich das Leben zu nehmen, sollte ihm das Geld ausgehen (ebd., S. 116), um einige Zeit später den Plan zu fassen, sich nach dem Verlust seines Vermögens im Gefängnis versorgen zu lassen (ebd. S. 180). Hier wäre ein Hinweis auf eine wie auch immer zustande gekommene Planänderung vonnöten gewesen.Insgesamt handelt es sich um eine ganz nett ausgedachte Geschichte, aber wirklich vom Hocker reißen, konnte sie mich nicht. Dazu ist der Verlauf doch etwas zu zäh gewesen. Und es werden zu oft abseitige Dinge geschildert, die die eigentliche Handlung nicht voranbringen. Es ist ein relativ kurzer Roman, der in dem Fall aber durchaus noch etwas kürzer hätte sein dürfen. Kurzum: eine Idee, aus der mehr hätte werden können. Zwei Sterne.