Drei junge Männer sind Ende des vorletzten/Anfang des letzten Jhds. Teil einer Expedtition, die einige letzte weiße Flecken auf der Landkarte füllen will. Im Zuge dieser Expedition stoßen sie unter den Eingeborenen auf einen Mythos: nicht weit von ihren Landen soll es eine Stadt geben, in der nur Frauen leben und aus der kein Mann lebend zurückkehrt. Der Ehrgeiz der drei ist geweckt: sie wollen diese Stadt finden oder zumindest den Mythos aus der Welt schaffen. Sie machen sich auf zu einer eigenen Expedition, angefüllt mit viele Vorurteilen über das, was sie erwarten wird. Doch alles kommt ganz anders...Wiederentdeckungen sind wichtig, aber oft auch zweischneidige Angelegenheiten. Denn manches wird nur deswegen wieder aufgelegt, weil es thematisch zum Zeitgeist passt und weniger, weil es auch die Gegenwart literarisch bereichern kann.Charlotte Perkins Gilmann war eine bedeutende Frauenrechtlerin und Vortragskünstlerin, dieses Vermächtnis steht außer Zweifel. Und Geschichten wie "Die gelbe Tapete (ebenfalls enthalten) zeigen, dass sie auch eine gute Autorin war. "Herland" aber ist, obwohl soziologisch und historisch vielleicht noch interessant, literarisch kein großer Wurf.Zwar ist man anfangs noch gespannt, was die Einzelheiten der Frauengesellschaft angeht, aber schnell wird klar, dass Gilmann vor allem ein Lehrstück schreiben wollte, keinen ausgeklügelten Roman. Dramaturgisch und logistisch lässt dieser dementsprechend einiges zu wünschen übrig. Zudem fehlt mir persönlich eine Prise Humor, Leichtigkeit, welche bspw. ein noch älteres Buch wie Christine de Pizans "Buch von der Stadt der Frauen" auch heute noch lesenswert machen.