Es hätte so viel Potenzial gehabt, aber es kriegt nur 3,5 - 4 Sterne weil manche Dinge massiv abgefuckt haben...
BookTok made me read it.Naja und da ich Drachen liebe, spielen die natürlich auch eine Rolle. Aber tatsächlich habe ich das Buch beim ersten Mal lesen ab der Hälfte abgebrochen. Und es nur nochmal angefangen, weil alle in meinem Umkreis so überzeugt waren. Jetzt habe ich es auch durchgelesen und ACHTUNG: Ein riesiger Punkt, warum das Buch mich vermutlich nicht bekommen hat ist erstens, dass man überall massiv Spoiler zu dem Buch findet, selbst wenn man nicht gezielt nach Content über das Buch sucht. Und zweitens, es einfach viel zu overhyped ist und deshalb wahrscheinlich auch die Erwartungen einfach zu hoch setzt. Weil es per se nicht schlecht ist. Aber es hat einige Dinge die mich schon echt genervt haben. Fangen wir Mal bei Worldbuilding und Story an. Worldbuilding hat super viel Potenzial, ich möchte total, dass der Schulalltag so beschrieben wurde, das findet man kaum noch in Büchern mit Akademien. Und auch dass man wirklich was über die Welt erfährt. Selbst die Idee, dass Violet die Angewohnheit hat unter Stress Fakten über das Land und seine Geschichte aufzuzählen, finde ich gut (Pluspunkt in Charaktertiefe). Die Drachen die ihre eigene Politik haben, die Politik (die ich zwischenzeitlich ein bisschen sehr verwirrend fand und das Buch hinterher auch ein bisschen zu politisch wurde für meinen Geschmack), die real wirkenden Fakten über einzelne Länder und Konflikte. Super gelungen, hat real gewirkt. Zur Story kurz und knapp: Es gibt keine. Kein roter Faden. Hat sich eher angefühlt, als wäre man in Animal Crossing reingeworfen worden, nur dass Hogwarts auf einmal drin vorkommt und bei den Hunger Games mitmacht. Und Drachen fliegen derweil durch die Gegend. Nicht falsch verstehen, durch die Tiefe der neuen Welt und diesem gewissen Etwas an Spannung, das durch Wendungen und Cliffhänger aufgebaut wird, war eine Sogwirkung da, weshalb man Lust hatte weiterzulesen. Und das haben echt nicht viele Autoren/ Bücher, weshalb ich verstehen kann warum das Buch so einen Hype erfährt. Aber es gab nicht irgendwas wo ich sagen könnte, dass da eine klarer roter Faden gewesen ist. Beispiel ACOTAR: Feyre wird durch unglückliche Umstände in die Welt geworfen, die ihr eigenes Problem hat, weil "Plage" (ich will hier keinen Spoilern der es nicht gelesen hat). Aber der Faden ist literally Feyre lebt als armer Mensch - lernt die Welt kennen - kommt hinter das Problem - rettet am Ende dir Welt. Fourth Wing lässt sich basically in einem Satz beschreiben: Violet wird in eine tödliche Schule geworfen und versucht zu überleben. Das war's. Man erlebt den Schulalltag mit, das ist cool. Aber nicht 500 Seiten ohne tatsächlichen Handlungsstrang. Und nein, die Liebesgeschichte an sich ist für mich kein Ersatz. Die Charaktere und Drachen:Zu Violet: Hab am Anfang große Hoffnungen in sie gesetzt, weil sie mal wirklich feministisch und intelligent gewirkt hat und GOTT SEI DANK (und das rechne ich ihr hoch an) endlich im Gegensatz zu den anderen Protagonistinnen die es sonst so gibt Dinge hinterfragt, die der Leser auch hinterfragt. Sie war schlagfertig, ihr Denken hat sich sehr zugänglich gelesen, es hat Spaß gemacht aus ihrer Sicht zu lesen. Ich mochte auch ihre kleinen Macken und Angewohnheiten und ihre Charakterentwicklung im Bezug auf Dain. Die hat emanzipiert gewirkt, die Idee mit ihrer Krankheit ist auch mega. Und dann wird sie gegen Ende leider genauso enttäuschend weil auf den letzten 100 Seiten nichts mehr von ihrer Intelligenz oder dem Hinterfragen zu spüren ist. Nein, es muss wieder der große starke Mann kommen. Warum sie auf einmal so gut mit den Dolchen umgehen könnte, die sie seit drei Monaten erst in der Hand hatte, verstehe ich trotzdem bis heute nicht. Zu Xaden: kann ich nichts Schlechtes sagen, außer dass er wieder das Klischee vom verletzten, innerlich weichen Bad Boy ist, aber ich liebe ihn trotzdem. Hätte mir dennoch eine so tiefe Ausarbeitung gewünscht wie bei Violet. Und auch hier hat Violet einfach nicht zu ihm gepasst. Ja, ich verstehe die Erklärung, warum mit der Eigenschaft intelligent zu sein und so. Aber ganz ehrlich: Realistisch gesehen hätte Violet ohne die Hilfe von gefühlt 20 Mitschülern das erste Jahr nicht überlebt und da ist die Frage: WARUM HELFEN DIE ALLE? Die miurksen sich alle ab gegenseitig und dann isses aber Violet, die nur durch ihre 'charmante" Art auf einmal die halbe Schule als Leibwache hat und nur einen Feind? Und dann sagt Xaden dass sie ja so stark ist. Ernsthaft???Ridoc, Rhiannon etc und die Lehrer: sehr schöne Charaktervielfalt, I like. Aber nochmal: WARUM HELFEN DIE ALLE? Rhiannon verstehe ich, die hat Violet ihr Leben zu verdanken, Ridoc ist einfach so ein Typ dafür, verstehe ich auch. Das Liam seinen Job so dermaßen ernst nimmt, weiß ja nicht. Der ist halt auch ein Zwanzigjähriger, Loyalität hin oder her. Und was Xadens restliche Gang angeht, bin ich raus. Einzeln trotzdem super Charaktere, wenn auch ruhig tiefere Ausarbeitung erwünscht gewesen wäre.Die Drachen waren ein fetter Pluspunkt, Tairn und Andarna sind vermutlich neben Xaden die Hauptgründe warum ich weiterlesen werde nach einer Pause.Dain war ein optimaler "Antagonist", weil er einfach realistisch geschrieben war und ein bisschen Ähnlichkeit mit Tamlin aufgewiesen hat. Hat sehr gut gepasst. Genervt hat er trotzdem durch seine Art und dass seine Auftritte zu 95% daraus bestanden haben zu erzählen wie wichtig ihm Regeln sind und die restlichen 5% entweder in "ich will Karriere machen" oder "Ich will dich nur beschützen".Schreibstil: War eine Katastrophe. Ein paar schöne Sätze waren dabei, ich habe nicht mal so ein Problem mit der Jugendsprache gehabt, weil die Protagonistin nun mal 20 ist. Ich habe auch genauso mitgefiebert und gelacht. was waren das bitte für Sätze teilweise? So verschachtelt, dass ich erst drei Seiten später verstanden habe, was gemeint war. Viel zu viele Informationen in den Sätzen, aus denen man sich dann erstmal zusammen puzzlen konnte, welche Information jetzt zu wem gehört. Dann kamen die Beschreibungen. Zwischenzeitlich dachte ich, ich lese ein Buch von George R.R. Martin. Drei Seiten Beschreibungen der Umgebung, bis ins Detail.und am Ende wusste man trotzdem, selbst mit Karte, nicht wie alles aussah. Da die gesamte Geschichte aber sehr auf die Atmosphäre bzw visuelle Vorstellung gesetzt hat, musste man sich dann was vorstellen. Zwischenzeitlich hab ich die KI gefragt, ob sie mir ein Bild erstellen kann von den Räumen. Die Vergleiche haben dann noch mehr verwirrt. Mein bestes Beispiel dafür ist die Drachen Rotunda. Dann wären manche Szenen einfach übersprungen, von denen ich gerne gewusst hätte, wie sie weitergehen und dafür kamen dann einfach Szenen die sich eeeeeeeeeeeeeeewig gezogen haben. Den Kampf ganz am Ende fand ich da ganz besonders schlimm. Wo zum Teufel waren eigentlich die anderen derweil? Am Ende waren nur noch Violet und Xaden gefühlt auf dem Kampffeld, der Rest war was? Kaffeekränzchen? Zwischenzeitlich hat es sich angefühlt, als würde die Autorin das Buch nur geschrieben haben, um Kriegsszenen schreiben zu dürfen.Dass Violet erst nach 1 1/2 Toden erst auf einen Zusammenhang gekommen ist, den der Leser schon zwei Kapitel vorher schlussfolgern könnte, ist das perfekte Beispiel für mein oben genanntes Problem, dass ihr Charakter am Ende einfach nicht mehr existiert hat. Dann kommt noch ein riesen Haufen Klischees dazu. (Achtung massiver Spoiler Alarm)- Protagonistin ist "anders" - fühlt sich ohne Ende - Bad Boy mit Traumatischer Vergangenheit verliebt sich in genau das Mädchen das er verabscheut.- die sonst so kluge Protagonistin opfert sich am Ende und stirbt fast. Dabei offenbart ihr dann ihr vermeintlicher Enemy seine Gefühle, bis sie genau dann wieder magisch erwacht.- - "ich bin viel zu schwach"- kann alles, weiß alles, kommt immer aus jeder Situation ohne Probleme raus- Personenschutz, warum weiß keiner (wie in Harry Potter, nur dass Violet nicht so wichtig ist)- "Er liebt mich, er würde mich nie belügen"(Gegen Ende des Buches: sie bekommt etwas mit, von dem sie nicht den Hintergrund kennt "Du hast mich belogen, ich kann dir niemals verzeihen", ist sauer und redet mit ihm bis Band 2 gefühlt nicht mehr richtig, obwohl sie jeden Scheiß vorher entschuldigt.)- Sie ist die beste und mächtigste in allem und nur weil sie ein reines Herz hat bekommt sie praktisch die allmächtige Waffe und das was alle wollen (in diesem Fall Tairn und Xaden)- Alle wiederholen einen Charakterzug von sich wie ein Mantra - "Ich hasse ihn, aber eigentlich stell ich mir Sex mit ihm vor"Die Liste kann ich ganz lange noch weiterführen, aber ich glaube, ich habe klar gemacht was ich meine.Die Liebesgeschichte war gut, hat mich endlich Mal wieder was fühlen lassen, gibt einen Pluspunkt. Ich mochte, dass die Sexszenen ganz gut geschrieben waren und ich fand auch alles erotische und romantische in dem Buch super, obwohl ich eigentlich sonst von den meisten Romantasy Geschichten abgefuckt bin. Konnte quietschen und mit den Füßen wackeln ^^.Gerade die Szenen zwischen Dain und Xaden waren sehr unterhaltsam, habs sehr geliebt.Alles in allem würde ich also sagen:Sehr realistisch und detailreich, humorvolle Szenen, schöne Charaktere. Aber wer eine packende Story, etwas Außergewöhnliches und keine Klischees sucht oder Wert auf guten Schreibstil legt ist hier falsch. Wegen Xaden oder den mega sarkastischen Drachen kann man sich das aber sehr gut geben.