Ein empowerndes wie unterhaltsames Retelling der Liebesgeschichte von Hades und Persephone mit einer starken weiblichen Hauptfigur!
Als großer Fan von Enemies-to-Lovers Geschichten und Retellings der griechischen Mythologie war es nur eine Frage der Zeit, bis Bea Fitzgeralds Dilogie auf meinem Tisch landen würde. Vor zwei Jahren habe ich "Princess, Prophet, Saviour" von ihr gelesen, welches leider nicht ganz halten konnte, was ich mir von der Geschichte versprochen hatte. Nun war Band 1, "Girl, Goddess, Queen" an der Reihe, endlich vom SuB erlöst zu werden. Tatsächlich hat mir dieser Band deutlich besser gefallen als der über Helena und Kassandra - und das, obwohl ich mittlerweile schon etliche Hades und Persephone Retellings gelesen habe... Der Autorin gelingt es, eine frische Version der bekannten Geschichte zu erzählen, die vor allem die Emanzipation ihrer weiblichen Figur in den Mittelpunkt stellt, aber auch Fantasy und Romance Fans auf ihre Kosten kommen lässt."When they asked me what I wanted, I said: 'The world.`"Bea Fitzgerald hat mich schon in "Princess, Prophet, Saviour" mit einem malerischen Schreibstil überzeugt, der sich viel Zeit für die Figuren nimmt und ein eher gemächliches Erzähltempo ansetzt. Besonders gut gefallen hat mir an der Übertragung des antiken Mythos in einer Romantasy-Geschichte aber der feministische Anstrich. Die Autorin zeigt eindrücklich, wie Frauen bereits in der antiken Welt von den Männern (und Göttern) ihrer Umgebung unterdrückt und klein gehalten werden. Nicht nur Persephone, sondern auch die anderen weiblichen Haupt- und Nebenfiguren kämpfen hier alle auf unterschiedliche Weise gegen patriarchale Rollenbilder an, stärken sich und andere Frauen in ihrer Umgebung dabei und feiern weiblicher Solidarität und Empowerment, die der Geschichte einen moderneren Anstrich verleihen als die zeitgenössische Sprache der Autorin."There's nothing wrong with being a little girl, love. Little girls are fearless¿ Was "Girl, Goddess, Queen" für mich stärker macht als der zweite Teil der Reihe, sind die Figuren. Während ich mit Helena und Kassandra zunächst warm werden musste, stand ich vom ersten Satz an direkt uneingeschränkt hinter Kore, beziehungsweise Persephone. Ich bin ein großer Fan ihrer Darstellung und ihrer Entwicklung in dieser Geschichte, die zwar auch Hades Raum lässt, aber sie stark in den Mittelpunkt rückt. Auch ihre Beziehung zu ihrer Mutter und ihrer Heimat werden interessant ausgestaltet, sodass es sich fast mehr um einen Entwicklungsroman handelt als eine klassische Liebesgeschichte. Obendrauf kommt dann noch die gesunde Darstellungen von Liebe, Freundschaft und Reflektion von eigenen Gefühlen und Zielen, sodass der Eindruck eines unterhaltsamen wie reifen Jugendbuches entsteht, das ich sehr weiterempfehlen kann."Fine, then I'll hold your flowers while you tear the world apart,' he says."Das Urteil"Girl, Goddess, Queen" ist ein empowerndes wie unterhaltsames Retelling der Liebesgeschichte von Hades und Persephone in packender Sprache und mit einer starken weiblichen Hauptfigur!