Toller Wanderbericht vom SWCP mit Fernweh-Risiko
In "Immer links vom Meer" nimmt uns Doris Hollnbuchner mit auf den South West Coast Path in England. Dabei handelt es sich um einen 1014 Kilometer langen Fernwanderweg, den sie in 54 Tagen beendet. Sie erzählt ehrlich von körperlichen Herausforderungen, überraschenden Begegnungen und den sinnbildlichen und wortwörtlichen Höhen und Tiefen ihrer mehrwöchigen Wanderung.Doris nimmt uns mit - nicht nur zu den Postkartenmomenten mit weitem Meerblick, sondern auch zu den anstrengenden Etappen und unerwarteten Wendungen. Weil ich selbst überlege, den South West Coast Path in verkürzter Form zu gehen, habe ich vieles mit besonderer Aufmerksamkeit gelesen.Ich mochte ihre ehrliche, unaufgeregte Art zu erzählen. Schnell hatte ich das Gefühl, mit der Autorin unterwegs zu sein. Besonders das Ende ist mir im Gedächtnis geblieben: kein überhöhtes "Danach war alles anders", sondern eine wohltuend realistische Einordnung, wie so eine Reise nachklingt. Und die Anekdote mit dem Campingbus? Einfach schön.Ein paar kleine Kritikpunkte hatte ich dennoch: Manche Namen der Wegbegleiter:innen konnte ich mir schwer merken - wenn sie später wieder auftauchten, musste ich erst überlegen, wer das nochmal war. Und als Wander- und Reisebegeisterte hätte ich mir eine klarere Kapitelstruktur entlang der einzelnen Etappen gewünscht - das hätte die Orientierung erleichtert und es einfacher gemacht, bestimmte Abschnitte später noch einmal gezielt nachzulesen.Alles in allem hat das meine Lesefreude aber nicht geschmälert - im Gegenteil: Es hat ein vorfreudiges Kribbeln in meinen Füßen ausgelöst.