Unglaublich gut geschrieben, aber es zerstört einen.
Ich habe Ein wenig Leben gelesen und ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich darüber sprechen soll.Mir wurde es empfohlen. Und ich weiß bis jetzt nicht, ob man das überhaupt darf. ¿ Dieses Buch ist so gut geschrieben. Und gleichzeitig so schlimm ¿¿Es gibt einem so viel. Und nimmt einem mindestens genauso viel wieder.Es lässt einen fühlen. Es lässt einen lieben. Es lässt einen an ganz vielen Stellen komplett zerbrechen.Und dann gibt es diese kleinen Momente, in denen man kurz aufatmet oder sogar schmunzeln muss. Und genau das macht es so besonders. ¿Im Mittelpunkt stehen vier Freunde, aber eigentlich geht es um Jude. Und Jude... tut einfach nur weh. Schon früh merkt man, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Und trotzdem wächst er einem sofort ans Herz.Der Schreibstil ist unglaublich nah. Teilweise so nah, dass man es kaum aushält weiterzulesen. Man fühlt jeden Gedanken, jede Angst, jeden Schmerz.Es gibt so viele Szenen, die einfach nur grausam sind. Gewalt, Missbrauch, Selbsthass. Ich würde empfehlen, die Triggerwarnungen zu lesen. Das sind Dinge, die man eigentlich nicht lesen will. Und trotzdem liest man weiter.Weil da immer wieder diese kleinen Momente sind ¿ Mit Willem. Mit Harold. Mit Andy. Momente, die zeigen, dass da noch Leben ist. Ein wenig Leben!Aber dieses Buch ist hart. Es ist gewaltsam. Es ist an vielen Stellen kaum auszuhalten.Es triggert. Es geht unter die Haut. Und es bleibt da! Ich habe oft geweint ¿Ich wusste eigentlich, wie es enden wird und wollte es nicht wahrhaben. Und trotzdem fühlt sich das Ende richtig an.Dieses Buch ist kein "schönes" Buch. Aber es ist ein unglaublich starkes.Für mich war das kein Lesen. Es war ein Durchleben!