"Dem Sturm entgegen" von Ceclia Ahern hat mein Interesse aufgrund des interessanten Klappentexts geweckt. Da ich ohnehin ein großer Fan der Romane der Autorin bin, war ich dankbar den Roman als Rezensionsexemplar lesen zu dürfen. Allerdings muss ich gestehen, dass die Ernüchterung ein wenig beim Lesen kam. Ich hatte Probleme so richtig in die Handlung zu kommen, was zum einen an der bis zum Schluss sehr undurchsichtigen Hauptfigur und Handlung lag und zum Anderen an den verwirrendenden und widersprüchlichen Geschehnissen im Roman. So blieb beim Lesen leider ein leicht fader Nachgeschmack. Im Mittelpunkt der Handlung steht die Ärztin Enya, die eines Abends auf der Straße einen angefahrenen Teenager findet. Der Junge wurde Opfer einer Fahrerflucht. Enya schafft es den Jungen wiederzubeleben. Allerdings nehmen die Ereignisse so sehr mit, dass sie ihr Familie verlässt und aufs Land zieht. Allerdings wird sie auch in ihrem abgelegenen Zufluchtsort nicht von ihren Dämonen verlassen. Zudem steht in ihrem neuen Heim bzw. auf dessen Grundstück eine alte, wie es scheint mystische, Weide, die Geschichten erzählt. Enya muss entscheiden, ob sie unter den Zweigen des Baumes auch ihre Geschichte erzählen und so loslassen kann. Wie schon benannt, bin ich mit Enya die ganze Zeit nicht so recht warm geworden, da man sie so gar nicht einschätzen kann. Enyas Probleme haben bereits vor der Fahrerflucht eingesetzt, was man als Leser auch sehr schnell erfährt. Allerdings muss man als Leser sehr lange warten, um den Grund für ihr Verhalten so recht einschätzen zu können. Enya bleibt bis zum Schluss etwas farblos und undurchsichtig. Am Besten gefallen haben mir die Bewohner des kleinen Zufluchtsorts, die teils skurril sind und so mit ihren speziellen Eigenheiten die Handlung zwischenzeitlich beleben können. Auch Enyas Sohn und dessen komplizierter Umgang mit seiner Mutter wirkte auf mich wie glaubhaftes Teenager-Verhalten und verlieh so der Handlung ein wenig Realität. Der Roman hat durchaus großes Protential, allerdings schöpft Cecelia Ahern dieses in ihren Roman nicht wirklich aus. Häufig lässt sie ihre Handlung in diesem Roman einen U-Turn fahren, so dass man irgendwann verwirrt ist und der Handlung nicht mehr ganz folgen mag. Zudem lässt sie ihre Hauptfigur mystische Erlebnisse durchleben, ohne diese so recht zu benennen bzw. zu erklären. Für Menschen, die mit der irischen Mytholgie vertraut sind, mag dies vielleicht nicht so verwirrend sein, für alle anderen allerdings schon. Die komische Weide ergab für mich so gar keinen Sinn und das verbundene Verhalten der Bewohner des kleinen Orts bzgl. der Weise fand ich sehr irritierend und minderte des Lesegenuss schon sehr. Meiner Ansicht nach hat Cecelia Ahern mit ihren Romanen inzwischen leider etwas nachgelassen, da sie ein Teil ihrer gefühlvollen Elemente inzwischen mit wie ich finde abstrusen Ideen ausgetauscht hat, die der Handlung einen neuen Touch geben sollen, jedoch Leser, die Cecelia Ahern noch von von beispielsweise "P.S. Ich liebe dich" oder "Für immer vielleicht" kennen, eher abschreckt. Grundsätzlich ist Aherns Schreibstil in diesem Roman auch durchaus nicht schlecht. Sie schafft es mit einer sehr bildhaften Sprache die Geschehnisse so zu erzählen, dass man das Gefühl hat, dass man alles als stiller Beobachter mit erlebt. Allerdings verwirrt sie einen auch immer wieder mit plötzlichen Handlungssprüngen, so dass man zwischenzeitlich wieder verwirrt ist. Dieser Roman hat durchaus Potential. Allerdings schöpft Ahern dieses dieses Mal nicht so recht aus. Dafür ist die Handlung etwas verwirrend und widersprüchlich. Bis zum Schluss weiß man nicht, was man von den Figuren halten soll. Leider eher Mittelmaß!