"Dragon Cursed" von Elise Kova ist der Auftakt einer Fantasy-Dilogie, in der Drachen und eine aufkeimende Liebesgeschichte im Mittelpunkt stehen.Die Handlung spielt in einer Welt, die auf eine einzige verbliebene Stadt reduziert ist. Das Setting bietet mit einer magischen Quelle, Ätherlicht und Ätherschatten, einer Geißel sowie einer geheimnisvollen unteren Welt extrem viel Potenzial. Leider bleibt der Weltenbau trotz der guten Ideen stellenweise zu oberflächlich: Manche Zusammenhänge erschließen sich zwar im Laufe der Handlung, doch die Welt blieb mir bis zum Ende fremd.Im Zentrum steht die 18-jährige Isola, die sich gemeinsam mit ihrer besten Freundin und ihrem Kindheitsgefährten einer brutalen Prüfung stellen muss. Nur so kann ausgeschlossen werden, dass die Jugendlichen vom Drachenfluch betroffen sind, bevor sie ihre Laufbahn als Retter der Welt antreten. Isola ist von Ängsten geplagt, vertraut kaum jemandem und versucht verzweifelt, ihre wahre magische Stärke zu verbergen.Die Prüfungen selbst sind kompromisslos, brutal und teilweise extrem spannend erzählt. Ein absolutes Highlight ist auch das Konzept der Drachen, die aus den verfluchten Menschen hervorbrechen, das ist bildgewaltig und hervorragend umgesetzt.Größere Probleme hatte ich jedoch mit Isola als Hauptfigur. Durch oft unüberlegte und schwer nachvollziehbare Entscheidungen wirkte sie auf mich stellenweise sehr unnatürlich. Insgesamt hätte ich mir sowohl beim Weltenbau als auch bei den Charakteren deutlich mehr Tiefe gewünscht. Die Grundidee für eine großartige Fantasy-Geschichte ist definitiv da, schöpft ihr Potenzial aber noch nicht voll aus.