Buch über die Drachensprache, aber wenig Dracheninteraktion!
Drachen? Bin ich ja immer sofort dabei. Drachen, die Teil der Gesellschaft sind und deren Sprache wir erforschen? Klingt gut und neu! Also habe ich zugegriffen - und vorab, ich werde auch Band 2 lesen. Denn "Sprache der Drachen" war ein gutes Buch, nur eben nicht ganz packend. Ich wurde vom Buch nicht verschlungen, ich war nicht sprachlos, und ich war auch nicht emotional überwältigt. Das muss, in meinen Augen, aber auch nicht jedes Buch schaffen. Die Geschmäcker sind eben sehr verschieden. Und wer hier Fourth Wing erwartet, der ist auch einfach klar falsch. Denn hier geht es um keine epischen Drachenkämpfe, die wir als Reiter bestreiten. Hier geht es um ein junges Mädchen, Vivian, die in einer alternativen Realität von einem London der 1920er Jahre Drachensprache erforschen will, aber durch Verstrickungen in einen politischen Strudel gezogen wird. Sie wird als Instrument eingesetzt - und das ist die Story. Herausfinden, was es mit der Drachensprache auf sich hat.Dafür hat Vivian aber quasi keinen Kontakt zu Drachen. Sie sind Teil der Geschichte, aber ehrlich gesagt fast vernachlässigbar. In Band 2 hoffe ich, sind sie deutlich präsenter. Im Grunde spielt sich alles in einem abgelegenen Anwesen ab. Ihre einzigen Kontaktpunkte sind Wärter, ihre "Aufseherin", die das Projekt leitet, und die anderen Jugendlichen, die als Instrument eingesetzt werden, um diverse drachenbezogene kriegsrelevante Aufgaben zu erledigen. (Warum man dafür halbstarke Jugendliche braucht, versteht kein Mensch, aber man kennts ja aus den Fantasybüchern. Gut, dass wir nicht auf mich zugekommen sind, als ich 16 war. Ich hätt die Welt nicht retten können lol)Mit Vivian haben wir einen Charakter, der eindeutig indoktriniert wurde. Sie hat alles angenommen, was ihre Regierung ihr sagt, und glaubt an das System. Daher wirkt sie oft naiv und sehr unsympathisch, weil man sich als Lesende ganz anders entscheiden würde und natürlich ganz anders denkt. Entgegen vieler anderer negativer Stimmen fand ich das nachvollziehbar. Ihre kleine Liebesgeschichte ist nicht so präsent im Buch, was ich nur begrüßen kann. (Finde es immer unrealistisch, wenn Leute in quasi Gefangenschaft nix besseres zu tun haben, als plötzlich mit wem rumzuschnackseln. Hier im Buch ist dafür keinerlei Spice und hätte auch dem Stil des Buches nicht entsprochen.)Das Ende hat mir Lust auf Band 2 gemacht und weil ich Band 1 grundsätzlich gut fand, verfolge ich die Reihe auch weiter :)